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Punkte für Perez, Busse für Sauber

Sergio Perez fährt am GP von Grossbritannien mit Platz 7 sein bisher bestes Rennen. Ferrari-Pilot Fernando Alonso feierte seinen ersten Saisonsieg.

Überraschender Erfolg: Sergio Perez rast in Silverstone in die Punkte.
Überraschender Erfolg: Sergio Perez rast in Silverstone in die Punkte.

Sergio Perez war schon zum Saisonauftakt in Australien Siebenter geworden, wurde aber nach dem GP wie Teamkollege Kamui Kobayashi wegen nicht reglementskonformer Heckflügel disqualifiziert. Nach dem 9. Platz am GP von Europa in Valencia sicherte sich Perez nun in Silverstone mit dem 7. Platz sechs wertvolle WM-Punkte für den Formel-1-Stall von Peter Sauber.

Für Kamui Kobayashi im zweiten Sauber-Boliden war der Auftritt schon zur Rennhälfte zu Ende. Der Japaner rollte mit defektem Motor aus. Kobayashi war vorher unfreiwillig in zwei Zwischenfälle verwickelt gewesen. Zuerst wurde er vom hinter ihm fahrenden Michael Schumacher gerammt. Der Deutsche musste darauf auf Geheiss der Rennleitung seine Fahrt unterbrechen und kassierte eine Zehn-Sekunden-Strafe. Die gleiche Strafe sprachen die Kommissäre kurz darauf auch gegen Kobayashi aus. Beim Wegfahren nach dem ersten Boxenstopp hatte der Japaner beinahe einen Zusammenstoss mit Pastor Maldonado im Williams verursacht. Dieser Boxenstopp von Kobayashi hat für das Team auch finanzielle Folgen. Die Rennkommission der FIA taxierte die Wegfahrt des Japaners, bei der es eben beinahe zur Kollision mit Maldonado gekommen wäre, als «gefährliche Aktion» und belegte den Zürcher Rennstall mit einer Busse von 20'000 Euro.

Stallorder bei Red-Bull

Pech auch für Sébastien Buemi. Der Waadtländer beschädigte bei einem Rencontre mit Paul di Resta im Force India den linken Hinterreifen und musste das Rennen vorzeitig aufgeben.

Die Entscheidung im GP von Grossbritannien brachte der zweite Boxenstopp von Fernando Alonso. Sebastian Vettel missriet der Zwischenhalt, was dem Spanier die Chance bot, in der Boxengasse am Weltmeister vorbeizuziehen. Danach blieb Alonso auf dem Weg zu seinem 27. Grand-Prix-Sieg ungefährdet. Letztmals hatte er Ende Oktober 2010 bei der Premiere in Südkorea triumphiert.

Vettel musste sich zwar zum dritten Mal in dieser Saison geschlagen geben. Der Deutsche durfte sich aber gleichwohl freuen, zumal er seinen Vorsprung in der WM-Gesamtwertung weiter ausbaute. Er führt nun mit 80 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Mark Webber. Der aus der Pole-Position gestartete Vorjahressieger wurde Dritter, lieferte sich aber bis zum Schluss ein heisses Duell mit Vettel – ehe von Red-Bull die Stallorder kam.

Zwischengas-Verbot wieder aufgehoben

Im zur lächerlichen Posse verkommenen Streit um das Zwischengas-Verbot in der Formel 1 ist doch noch eine Einigung unter den Teams zustande gekommen. Die FIA lässt das umstrittene Konzept ab dem nächsten Rennen, dem Grand Prix von Deutschland, wieder zu.

Grundlage für die (neuerliche) Umkehr zum Reglement, das bis zum Grand Prix von Europa in Valencia Gültigkeit hatte, war die in Silverstone doch noch zustande gekommene Einigung unter den Teams. Als letzte Fraktionen lenkten am Sonntagnachmittag Ferrari und Sauber ein. Williams, das sich ebenfalls quergestellt hatte, liess sich bereits Stunden zuvor nach einem weiteren Meeting der Technischen Arbeitsgruppe der FIA umstimmen.

Hatte Ecclestone seine Finger im Spiel?

Die Einigung setzt den (vorläufigen?) Schlusspunkt hinter ein Affentheater, das zu einem grossen Teil die FIA zu verantworten hat. Vorerst hatte der Verband das zulässige Maximum für die Anströmung des Diffusors bei geschlossenem Gaspedal auf 20 Prozent festgelegt, kurz darauf aber Renault als Motorenlieferant die Sondergenehmigung für die 50-prozentige Öffnung der Drosselklappen erteilt. Auf Intervention der Konkurrenz der von Renault belieferten Teams, zu denen auch Red Bull gehört, sah sich die FIA gezwungen, den Beschluss wieder rückgängig zu machen und den Franzosen das Sonderrecht wieder abzusprechen.

Einzelheiten zur Einigung wurden nicht publik gemacht. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass beim abermaligen Umsturz, durch den das Zwischengas-Verbot wieder vollends aufgehoben worden ist, Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone seine Finger im Spiel gehabt hat.

si/sr/fal

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