Zum Hauptinhalt springen

Muss Sauber auf die EU hoffen?

Dass in der Formel 1 die mächtigen Teams immer mächtiger werden, soll bereits die Wettbewerbskommission beschäftigen.

FIA-Präsident Jean Todt kämpft für eine Begrenzung des Budgets und andere Massnahmen zur Kostenreduzierung.
FIA-Präsident Jean Todt kämpft für eine Begrenzung des Budgets und andere Massnahmen zur Kostenreduzierung.
Keystone
Formel-1-Vermarktungschef Bernie Ecclestone sieht keinen Grund für die Einführung eines Kostendeckels.
Formel-1-Vermarktungschef Bernie Ecclestone sieht keinen Grund für die Einführung eines Kostendeckels.
Keystone
Würde die Ausgabengrenze doch noch eingeführt, die bei satten 222 Millionen Franken liegt, müsste das Weltmeisterteam Red Bull fast 300 Millionen Franken pro Jahr einsparen.
Würde die Ausgabengrenze doch noch eingeführt, die bei satten 222 Millionen Franken liegt, müsste das Weltmeisterteam Red Bull fast 300 Millionen Franken pro Jahr einsparen.
Keystone
1 / 4

Sie ist den kleinen Formel-1-Teams ein Dorn im Auge, seit sie im vergangenen Herbst installiert wurde: die Strategiegruppe. In ihr sitzen die sechs mächtigen Rennställe (Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren, Williams und Lotus), der Weltverband FIA und Bernie Ecclestones Formula One Management Ltd. Nicht aber die kleinen und mittleren Teams um Sauber. Dass es zu Spannungen kommen würde, war daher zu erahnen. Nun aber sollen sie derart gross sein, dass sich selbst die EU einschalten könnte.

Hintergrund ist ein Streit um mögliche Sparmassnahmen. Im vergangenen Dezember und erneut im Januar 2014 wurde bekannt gegeben, dass man sich auf eine Budgetobergrenze geeinigt habe, die 2015 eingeführt werden sollte – ganz so, wie es die kleinen Equipen wünschten. An einer Sitzung mit Ecclestone, FIA-Boss Jean Todt und sämtlichen Teams in Genf wurde diese beschlossen. Auch wenn sie bei noch immer üppigen 150 Millionen Pfund (222 Millionen Franken) gelegen hätte: Für die Premiumteams hätte dies einen argen Einschnitt bedeutet, verbraucht das Weltmeisterteam Red Bull doch beispielsweise über eine halbe Milliarde Franken pro Jahr. Hätte. Denn am Grand Prix von Bahrain verkündete Todt, die Budgetobergrenze sei gestorben. Die Strategiegruppe hatte die Idee nur wenige Monate nach dem Beschluss wieder verworfen.

Der scharfe Brief an die FIA

Erbost zeigten sich darob die angeschlagenen Teams Sauber, Force India, Marussia und Caterham. Indirekt drohten sie vor dem Krisentreffen gestern Donnerstag in London der FIA und Ecclestone in einem Brief damit, die Wettbewerbshüter der EU anzurufen, wenn bezüglich der Kostenbegrenzung keine Lösung gefunden werde. Laut einem Bericht der englischen «Times» soll sich nun tatsächlich die Wettbewerbskommission der EU mit der Legalität der Strategiegruppe beschäftigen.

Wenn die weniger finanzkräftigen Teams nicht mehr mithalten könnten, würde die Zuschauerzahl deutlich sinken, warnte beispielsweise Marussias Sportdirektor Graeme Lowdon. Gegenüber «Autosport» sagte er: «Es ist ein Sport, der Jim Clark und Ayrton Senna verloren, aber überlebt hat. Verlieren wir alle Fans, ist es aus.» Und auch Todt sagte: «Ich habe Angst, dass wir Teams verlieren.» Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn bestätigte gegenüber der Zeitschrift «Sponsors»: «Ich halte es für zwingend erforderlich, die Obergrenze einzuführen. Andernfalls werden weitere Teams aus Kostengründen aussteigen.»

Zahme Vorschläge

Die FIA dürfte daran interessiert sein, einen Konsens zu finden. Jedenfalls sollen sich die Teams, der Weltverband und Ecclestone in London darauf geeinigt haben, neue Massnahmen anzugehen. Neben der Anpassung des sportlichen und technischen Reglements (unter anderem Heizdeckenverbot, Einheitsteile, längere Sperrzeit, in der nicht am Auto gearbeitet werden darf) würden gemäss «Sportbild» zwei weitere Vorschläge diskutiert: Das Freitagstraining soll nicht mehr in zwei Teilen gefahren werden, sondern nur noch am Nachmittag. Die Teams müssten so nicht bereits am Donnerstag anreisen. Zudem sollen die Autos anschliessend nicht mehr durch die Anlieferung von Teilen verbessert werden dürfen.

Doch ob diese Ideen den erhofften Effekt haben werden, wenn sie denn umgesetzt werden, ist mehr als fraglich. Die Budgetschere in der Formel 1 wird sich so schnell wohl nicht schliessen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch