Die Formel 1 testet die Start-Revolution

Die Verantwortlichen beschäftigen sich mit einer neuen Formation der Boliden. Die Ergebnisse überraschen und versprechen mehr Spannung.

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Die Formel 1 hat schon seit längerer Zeit ein Problem: Für den normalen Zuschauer werden die Rennen immer einseitiger und langweiliger. Die Dominanz der finanzstarken Teams wird immer grösser. Die Rennverläufe sind mehr von taktischem Geplänkel, Boxenstopp-Strategien und Reifenspielchen denn spektakulären Überholmanövern geprägt.

Natürlich hat die Sicherheit der Fahrer höchste Priorität. Nichtsdestotrotz hat man das Problem erkannt, dass es für die Fahrer in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, zu Überholmanövern anzusetzen. Das hat auch mit den immer ausgeklügelteren Autos und der technischen Aufrüstung der Boliden zu tun. Deshalb wurde in einem ersten Schritt auf die kommende Formel-1-Saison von 2019 hin das Reglement angepasst. Vor allem von den technischen Neuerungen versprechen sich die Verantwortlichen einiges.

Änderungen sollen für mehr Spektakel sorgen

Neuerungen gibt es im Bereich der Aerodynamik. Neben allgemeinen aerodynamischen Vereinfachungen wird der Frontflügel massiv beschnitten. Damit sollen entstehende Luftverwirbelungen an der Fahrzeugfront, sogenannte «Dirty Air», minimiert werden, wie Simulationen zeigen.

Simuliert wurde auch ein neues Startverfahren beziehungsweise eine neue Startaufstellung. Wie ändern sich das Startprozedere und der Rennverlauf, wenn man beispielsweise die Autos näher beieinander oder parallel auf gleicher Höhe starten lässt? Der Simulator von Liberty Media, den Rechteinhabern der Formel 1, der auch für die Konzeption des 2020 erstmals im Kalender aufgenommenen neuen Rundkurses von Hanoi verwendet wurde, offenbarte Erstaunliches.

«Wir haben uns gefragt, was passieren würde, wenn wir die Autos näher zusammenrücken oder wieder Seite an Seite starten lassen – nicht zu dritt oder zu viert wie früher, aber zu zweit», zitiert «motorsport.com» Pat Symonds, der mit Technikprojekten der Formel 1 vertraut ist. So käme es bei parallelen Starts zu 3 Prozent mehr Unfällen und 5 Prozent mehr Überholmanövern.

Mit einer Umsetzung in die Realität ist jedoch vorerst nicht zu rechnen. Vielmehr möchte man weitere Testergebnisse abwarten. «Wir wollen uns von dem Aktionismus von früher lösen und mehr auf wissenschaftliche Art handeln», so Symonds über die mögliche Regeländerung.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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