Der Sparkurs ärgert Mercedes und Ferrari

Binnen drei Jahren möchten die Besitzer der Königsklasse eine Budgetgrenze einführen und somit für Chancengleichheit sorgen. Die besten Teams drohen mit Widerstand.

Sebastian Vettel führt das Feld beim GP von Australien an. Könnte ein Sparkurs für andere Verhältnisse sorgen?

Sebastian Vettel führt das Feld beim GP von Australien an. Könnte ein Sparkurs für andere Verhältnisse sorgen?

(Bild: Keystone Joe Castro)

Die Formel 1 soll von 2021 an einen Sparkurs fahren. Mit einem Kostendeckel und vereinfachter Technik wollen die Chefs die Rennserie fit für die Zukunft machen und für mehr Chancengleichheit sorgen. Mit den Plänen für eine Budgetgrenze von 2021 an gehen die Formel-1-Besitzer auf Crashkurs mit den Branchenriesen Ferrari und Mercedes.

Die Reformpläne, die Geschäftsführer Chase Carey den Teamspitzen am Freitag vor dem Grossen Preis von Bahrain vorstellte, zielen auf mehr Chancengleichheit und umfassende Einsparungen in der Rennserie. Damit soll der Start für kleinere Teams wie Alfa Romeo Sauber wieder bezahlbarer und sportlich attraktiver werden. Zudem hoffen die Formel-1-Chefs, neue Hersteller wie Porsche anlocken zu können. «Wir sind getrieben von einem Wunsch: die führende Sportmarke der Welt zu erschaffen», wird Carey in einer Mitteilung zitiert.

Obergrenze: 150 Millionen Dollar

Bis 2020 haben die Formel-1-Eigentümer durch den Grundlagenvertrag (Concorde Agreement) mit den Teams nur wenig Spielraum für grössere Reformen. Danach aber wollen die US-Besitzer von Liberty Media die aktuellen Probleme beheben. Kernpunkt dabei ist der Ausgabendeckel. Nach Informationen des Fachmagazins «Auto, Motor und Sport» soll die Kostengrenze bei 150 Millionen Dollar liegen, die Fahrergehälter sind allerdings davon ausgenommen.

Abspecken müssten vor allem Ferrari, Mercedes und Red Bull. Auch Renault und McLaren liegen derzeit mit ihren Ausgaben noch über der geplanten Grenze. Während Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz schon länger einen Sparkurs fordert, fürchten Mercedes und vor allem Ferrari um ihren Vorteil. Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte vorab sogar mit einem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht, sollten die Eigentümer der Rennserie wie geplant auch die Einnahmen anders verteilen und weniger Geld an die Top-Teams ausschütten.

Auch die Pläne für einen vereinfachten Motor und mehr Standard-Bauteile für die Autos missfallen den Herstellern. Die Formel-1-Chefs versichern zwar, dass die Ingenieurskunst weiter ein wichtiger Faktor bleiben soll, der Fahrer aber künftig die wichtigste Rolle für die Leistung des Autos spielen werde. «Die Formel 1 ist ein Sport mit einer reichen Geschichte. Wir wollen diese Geschichte erhalten, schützen und erweitern, indem wir das Potenzial der Formel 1 entfesseln», erklärte Carey das Ziel der Reformen.

sda

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