Darum hat auch Lauda keinen Kontakt mehr zu Schumacher

Wie es dem 7-fachen Formel-1-Weltmeister wirklich geht, weiss nur seine Familie, die ihn abschottet. Nicht alle sind glücklich darüber.

Haben sich immer geschätzt: Niki Lauda und Michael Schumacher.

Haben sich immer geschätzt: Niki Lauda und Michael Schumacher.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Am 29. Dezember 2013 war der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher in den französichen Alpen beim Skifahren mit dem Kopf so massiv gegen einen Felsen geprallt, dass er ein schweres Schädelhirn- Trauma erlitt. Der Deutsche lag danach während Monaten im künstlichen Koma und erholt sich heute in seinem Anwesen im waadtländischen Gland.

Kann er stehen, kann er gehen, kann er sprechen und kann er die Leute um ihn herum überhaupt wahrnehmen? Die Wahrheit kennt nur seine Familie, Managerin Sabine Kehm und FIA-Präsident Jean Todt, der einzige Mensch, der laut Medienberichten Schumacher offenbar noch besuchen darf. Über die Abschottung sind nicht alle glücklich.

«Wir warten auf einen Strohhalm»

Wie unter anderem sein ehemaliger Manager Willi Weber, der kürzlich sagte: «Ich glaube, dass sich die Fans von Michael freuen würden, wenn es mal eine ehrliche Nachricht über seinen Gesundheitszustand gäbe. Dann könnten auch wir, die Menschen, mit denen Michael jahrelang gearbeitet hat, besser mit der Situation umgehen.»

Jetzt meldet sich auch der ehemalige Weltmeister Niki Lauda zu Wort. «Ich denke oft an ihn. Aber ich habe leider keinen Kontakt. Die Familie sagt, sie wolle ihn schützen, das verstehe ich absolut», bringt der Österreichr bei «Sky» ein gewisses Verständnis auf. Er sagt aber auch unmissverständlich: «Wir alle hoffen, hoffen, hoffen. Wir warten auf einen Strohhalm, der zugeworfen wird. Wie wird es weitergehen?»

Die Familie wird an ihrer Strategie festhalten

Lauda bezweifelt, dass die Strategie der Familie das richtige Mittel sei. «Die Frage ist, ob man nicht doch einen Mittelweg finden kann, irgendeine Art offener Kommunikation.» Sonst werde weiter wild spekuliert. «Wie es jetzt auf fürchterlichste Art in irgendwelchen komischen Zeitungen mehrfach geschehen ist. Das ist nicht gut», fügte Lauda an.

Alledings ist jedoch davon auszugehen, dass die Abschottungsstrategie der Familie Schumacher weiterhin anhält. Denn erst kürzlich hatte Managerin Sabine Kehm erneut kategorisch darauf hingewiesen, sie werde die Privatsphäre Schumachers weiterhin konsequent schützen, so wie es einst auch er selbst gehandhabt habe.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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