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«Das kann nicht sein!»

Selina Büchel hat an den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad am Sonntag die Goldmedaille über 800 Meter geholt. Im Interview zeigt sich die 25-jährige St. Gallerin noch immer darüber erstaunt, wie sie zum Titel kam.

Überglücklich: Nach dem Rennen konnte Selina Büchel kaum glauben, dass sie soeben Europameisterin geworden ist.
Überglücklich: Nach dem Rennen konnte Selina Büchel kaum glauben, dass sie soeben Europameisterin geworden ist.
Keystone

Was ereignete sich am Sonntag nach dem Gewinn Ihrer zweiten Hallen-EM-Goldmedaille?Selina Büchel: Zuerst galt es lange zu warten bis zur Siegerehrung – einer schlecht organisierten Siegerehrung. Es folgte der Empfang. Eine schlichte Party mit den Schweizern. Anschliessend versuchte ich, die Emotionen her­unterzufahren und zu realisieren, was geschehen war. Und immer und immer wieder habe ich mir den Lauf angeschaut. Er war so spannend . . .

Inwiefern? Das Fotofinish, das so ähnlich war wie jenes vor zwei Jahren in Prag. Ich war mir sicher, dass ich Zweite bin. Dieses Gefühl beim Warten und bei der Entscheidung spüre ich noch immer in mir. Und dann die Bekanntmachung, wie es mir durch den Kopf schoss: Das kann doch gar nicht sein! Zweimal war es so knapp, zweimal hatte ich das Glück auf meiner Seite. Auch wenn ich das Zielfoto betrachte, sehe ich mich nicht vorne. Aber meine unästhetische Vorlage wurde zum Vorteil. Die Schulter war vorn.

Welche Bedeutung hat für Sie dieser Titel? Eine sehr grosse. Die Aufgabe, als Titelverteidigerin an den Start zu gehen, war schwierig, das Niveau hoch, die Konkurrenz gross. Es hätte auch anders laufen können.

Welche Unterschiede machten Sie aus im Vergleich zu 2015? Die Erfahrung. Ich konnte besser umgehen mit der Nervosität. Gleichzeitig war aber der Druck höher, vor allem von aussen, durch die Öffentlichkeit. Und selber machte ich mir auch Druck. Ich wusste: Ich kann gewinnen.

Welchen Wert hat für Sie ­persönlich der neue Schweizer ­Rekord von 2:00,38 Minuten? Die Medaille ist viel wichtiger. Ich hatte zuvor mit der WM, der EM und den Olympischen Spielen drei Grossanlässe, an denen ich knapp gescheitert war. Jetzt stehe ich für einmal auf der andern Seite. Zeitlich hätte ich gerne auch meine Hallenzeit unter zwei Minuten gesenkt. Alles in ­allem habe ich aber eine Top­leistung gezeigt.

Was versprechen Sie sich nun im Hinblick auf den Sommer? Dieser Titel gibt mir Selbstvertrauen. Er motiviert, ist der ideale Abschluss der Hallensaison und gleichzeitig die bestmögliche Einstimmung auf die Sommersaison. Ich freue mich nun auf das Aufbautraining. Ich will im Sommer beweisen, dass ich an den Weltmeisterschaften in London den Final erreichen kann.

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