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Kloten und Zug wollen Traumfinal verhindern

In die heute beginnenden Halbfinalserien der Eishockey-Playoffs starten Qualifikationssieger Davos (gegen Zug) und Vorjahresmeister Bern (gegen Kloten) aus der Favoritenrolle.

Nicht alles spricht aber für den Traumfinal: Die Kloten Flyers steigen mit dem Heimvorteil im Rücken in die Serie gegen Bern. Sie gewannen in der Qualifikation drei von vier Direktbegegnungen gegen den noch amtierenden Meister SC Bern. Aber vor einem Jahr gingen die Flyers in der Halbfinalserie gegen Bern gleich mit 0:4 unter. Und der EV Zug möchte nur zu gerne erstmals seit dem einzigen Titelgewinn von 1998 wieder in den Final einziehen. Aber der HC Davos hat der Saison bislang in jeder Beziehung den Stempel aufgedrückt und in den Viertelfinals auch den weitaus stärkeren Eindruck hinterlassen als der EV Zug.

Wenn also der HC Davos und der SC Bern ihrer Favoritenrolle in den Halbfinals gerecht werden, erhält das Schweizer Eishockey zum zweiten Mal nach 2007 seinen Traumfinal. Denn keine andere Paarung vermag ähnlich viele Leute in ihren Bann zu ziehen. Die Mannschaft aus der Hauptstadt und der Traditionsklub aus dem Bündnerland lieferten sich vor vier Jahren die womöglich hochstehendste Finalserie aller Zeiten in der Schweiz. Davos holte sich damals dank eines späten Tores mit 1:0 in Spiel 7 den Titel; bloss einer der sechs Finals wurde mit mehr als zwei Toren Unterschied entschieden.

Zündstoff ist vor allem in der Serie Davos gegen Zug reichlich vorhanden. Das begann schon während der Vorbereitung. Als der EV Zug im August seine neue Eishalle eröffnete, randalierten im Gästesektor Fans des HC Davos. Beim ersten Meisterschaftsspiel gerieten Josh Holden (Zug) und Petr Taticek (Davos) aneinander, was dem Tschechen später acht Spielsperren eintrug. In Spiel 2 erhitzte ein Check von Allan Tallarini (Davos) gegen Yannick Blaser (Zug) die Gemüter, worauf der eine Trainer (Shedden) den anderen (Del Curto) als "Arschloch" beschimpfte.

Auf die Halbfinals melden sich diverse Spieler zurück. Der torgefährliche Petr Sykora kehrt ins Team des HC Davos zurück, nachdem er während der Viertelfinals gegen Fribourg wegen einer Verletzung pausiert hatte. Damit können sowohl Davos wie Zug nahezu in Bestbesetzung in den Halbfinal starten. Beim SC Bern sind Back Travis Roche und Defensivcenter Brett McLean wieder einsatzfähig. Nur den Kloten Flyers ergehts schmutzig: Micki DuPont, ihr Spielgestalter an der blauen Linie, fällt wegen einer Sprunggelenkverletzung womöglich für die ganze Halbfinalserie aus. Immerhin verfügt Kloten über Ersatz: Kimmo Rintanen, der in den Viertelfinals mehr als einmal auf die Tribüne verbannt worden ist, wird zum Einsatz kommen.

Der SC Bern und Kloten schieben sich vor Spiel 1 gegenseitig die Favoritenrolle zu. Die Stadtberner erachten Kloten als Favorit, weil die Flyers in der Qualifikation 15 Punkte mehr gewannen als der SCB. Und in Kloten sehen sie sich in der Aussenseiterrolle, weil der SC Bern vor einem Jahr die Halbfinalserie nach Belieben dominierte (4:0 Siege). Klar ist: Kloten ist stärker als vor einem Jahr. Jungen Akteuren wie Simon Bodenmann, Denis Hollenstein und Steve Kellenberger gelangen beachtliche Fortschritte. Eine Tatsache ist aber auch, dass der SC Bern zuletzt äusserst stark spielte. Die Berner gewannen die letzten acht und elf der letzten zwölf Spiele. Während dieser Siegesserie vermochte auch Kloten den SCB nicht zu stoppen (1:6 Niederlage am 5. Februar in Bern).

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