«Zug? Lieber spielen als Genoni zuschauen!»

Eine der grössten Hürden, die der SC Langenthal im Playoff-Viertelfinal überspringen muss, ist Klotens Goalie Joren van Pottelberghe.

Der von Davos ausgeliehene Joren van Pottelberghe ist Klotens sicherer Rückhalt. Der Traum des Goalies bleibt aber ein Wechsel nach Nordamerika.

Der von Davos ausgeliehene Joren van Pottelberghe ist Klotens sicherer Rückhalt. Der Traum des Goalies bleibt aber ein Wechsel nach Nordamerika.

(Bild: Leo Wyden)

Langenthals Goalie Philip Wüthrich ist mit einer Fangquote von 95,52 Prozent der beste Torhüter der noch jungen Playoffs in der Swiss League. Ebenfalls noch über dem Durchschnitt liegt Kloten-Goalie Joren van Pottelberghe mit 92,45 Prozent. In der Qualifikation lagen die beiden auf den Rängen drei (van Pottelberghe) und vier (Wüthrich).

Die beiden konnten ihre Form konservieren, um nun in den Playoffs ebenfalls mit spektakulären Paraden zu überzeugen. Die Serie zwischen den beiden Clubs verläuft äusserst ausgeglichen. «Wir wussten, dass es eine enge Serie wird. Es gilt das Kurzzeitgedächtnis: Die guten Sachen mitnehmen, die Fehler verbessern und weitergehen», blickt Joren van Pottelberghe nach vorn.

Er bügelt Kloten-Fehler aus

Der EHC Kloten leistete sich den Anfängerfehler eines Absteigers: Ein Swiss-League-Team braucht vorne zwei Ausnahme-Ausländer und hinten einen felsenfesten Torhüter. Doch die Zürcher setzten auf nur einen Legionär auf dem Feld. Die zweite Ausländer-Lizenz ging an den österreichischen Keeper Bernhard Starkbaum. Mit einer Fangquote von 89,15 Prozent lag er auf Rang 19 aller eingesetzten Torhüter mit mehr als fünf Spielen.

Der Aufstiegskandidat trudelte auf Rang sechs durch die Liga. Gegen die Top-5-Teams gewann Kloten keinen Punkt: 0:21 Zähler! In den 19 ersten Runden holten die Zürcher 1,57 Punkte pro Spiel. Als der EHCK vom HC Davos Joren van Pottelberghe auslieh, erntete er in den nachfolgenden 25 Qualifikationspartien 2,12 Zähler. Hochgerechnet auf die Saison wäre Kloten mit ihm im Tor auf 93 Punkte und damit zum Sieg in der Regular Saison gekommen.

Via Dänemark nach Kloten

Joren van Pottelberghe erinnert sich an seine Ankunft bei den Zürchern: «Als ich in Kloten ankam, schaute ich nicht gross, was vorher war. Ich wollte mich rasch integrieren und gut spielen. Wir gewannen ein paar Matches, und mir fiel nicht auf gegen wen.» Der 21-jährige Keeper stammt aus dem Zuger Nachwuchs und lebt – seit der Kloten-Ausleihe – nicht mehr in Davos, sondern wieder im Kanton Zug.

In dieser Saison vorangegangen waren vier Spiele in Dänemark, da er in Davos nur noch Torhüter Nummer 3 war. «An einem Montagnachmittag kam das Okay, am nächsten Morgen bin ich mit dem Flugzeug angereist, und am Abend stand das erste Spiel auf dem Programm. Daraus lernte ich, immer bereit zu sein.» Später, wieder in Davos, verlief auch der Kloten-Deal zügig. «Ich habe mich schnell eingelebt, das hat auch mit der Erfahrung aus Dänemark zu tun.»

Van Pottelberghe will das Finale erreichen, eine Liga-Qualifikation bestreiten könnte er aber wohl nur, wenn der Gegner nicht HC Davos heissen würde. Doch vorerst wartet das Duell mit dem SC Langenthal. Und da stehen nicht einzig die SCL-Stürmer im Weg, sondern ein überragender Goalie Philip Wüthrich. «Was nächste Saison geschieht, ist noch offen.» Davos wäre möglich und auch Zug nicht auszuschliessen: «Aber ich spiele lieber, als dass ich Genoni zuschauen würde.» Der SCB-Goalie wechselt nächste Saison nach Zug. Van Pottelberghe liebäugelt jedoch mit Nordamerika, er wurde von den Detroit Red Wings gedraftet. «Die NHL ist immer noch das grosse Ziel.»

Langenthaler Tagblatt

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