Zuerst droht Biel ein Déjà-vu, jetzt lockt der Halbfinal

Der EHC Biel kommt nach einem Auf und Ab zu einem 5:3 gegen Ambri.

Biels Riat (links) und Maurer jubeln nach dem Tor zum 1:1 gegen Ambri.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Biels Riat (links) und Maurer jubeln nach dem Tor zum 1:1 gegen Ambri.

(Bild: Keystone)

Kristian Kapp@K_Krisztian_

Es lief die 45. Minute, als der sonst fast ununterbrochen ohrenbetäubende Lärm in der Bieler Arena kurz verstummte. Es war ein Gegentor, das Biel weh tat, insbesondere Jonas Hiller, weil der von Ambris Lauper und Biels Schmutz doppelt abgefälschte Puck nach Jannik Fischers Weitschuss irgendwie auch den Weg am Goalie des Heimteams vorbei fand. 3:3 stand es, und kurz dürfte in der ausverkauften Tissot-Arena manch ein Bieler Fan gedacht haben: Nicht schon wieder!

Es war vor einem Jahr zwar bereits Halb- und nicht Viertelfinal, das Drehbuch glich dennoch einem Déjà-vu. Der EHC Biel, der in der Serie mit 2:0 Siegen und 3:1 Toren (2018 gar 3:0) führt und dann plötzlich doch die Kontrolle über das Best-of-7 gegen den Tessiner Widersacher zu verlieren droht. Letzte Saison war es der HC Lugano, der Spiel und Serie noch drehte – diese ­Parallele traf am Donnerstag nicht ein. Der EHC Biel gewann gegen Ambri zumindest Spiel 3 5:3 und führt nun 3:0 – vorentscheidend?

Ambri kam zurück

Der EHC Biel wird sich hüten, sich bereits im Halbfinal zu sehen. Denn am Punkt, sich zu früh wie der Sieger zu fühlen, stand er bereits am Donnerstag. Es war die 24. Minute, es war das 3:1, nachdem ­Julian Schmutz einen Konter ­erfolgreich abgeschlossen hatte und eine sehr starke Bieler Phase krönte. Ambri wankte, Biel flog übers Eis, drei Minuten zuvor hatte bereits Toni Rajala solo den dritten Treffer verpasst. Alles schien klar.

Wäre da nicht Ambris Powerplay. Mit einem Spieler mehr auf dem Eis lief der Puck bei den Tessinern, die ersten beiden Überzahlsituationen nützten sie zu Toren, auch bei der dritten spielten sich chaotische Szenen vor Biels Goalie Hiller ab.

Doch alles der Reihe nach: Der EHC Biel steckte das frühe 0:1 gut weg, führte nach 20 Minuten verdient 2:1. Ambri half aber mit: Vor dem 1:1 Riats liess sich Fora überlaufen, das 2:1 von Fuchs liess Conz, von Riat leicht bedrängt, zwischen den Beinen passieren. Aber eben: Dieses Überzahlspiel, in dem auch die sonst blassen Ambri-Stars glänzten. Es hauchte Ambri Leben ein. In typischer Playoff-Atmosphäre war plötzlich alles anders, dominierten die Tessiner, es war der EHC Biel, der sich ins Mitteldrittel retten musste. Das 4:3 von Fuchs, eine Kopie des 3:3, brachte Biel im Schlussdrittel auf die Siegerstrasse – und mit einem Bein in den Halbfinal.

Berner Zeitung

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