Zu müde zum Reden

Pierrick Pivron hat in der laufenden Spielzeit nur gerade vier Meisterschaftsspiele für Langenthal absolviert. In Visp könnte nach fast viermonatiger Verletzungspause der fünfte Auftritt folgen.

Wieder einsatzbereit: Pierrick Pivron kann endlich wieder Eishockey spielen.

Wieder einsatzbereit: Pierrick Pivron kann endlich wieder Eishockey spielen. Bild: Marcel Bieri

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Zwei Monate lang war Pierrick Pivron zu Hause und hat sich stillgehalten. «Ich habe eigentlich gar nichts gemacht. Höchstens für wenige Minuten ging ich mal nach draussen, meist war ich am Schlafen», sagt der 27-Jährige. Der Grund dafür war eine Hirnerschütterung, die er sich am 30. September während des Auswärtsspiels bei den Ticino Rockets zugezogen hatte.

Für Pivron war es bereits die dritte Verletzung dieser Art, und dieses Mal hatte es ihn richtig hart getroffen. Oft hatte er Kopfschmerzen, war müde und lustlos, mit Licht hatte er Mühe, und Aufstehen bereitete ihm Schwindel. «Manchmal hat meine Freundin mit mir gesprochen und ich habe fünf Minuten später geantwortet. Ich war zu müde zum Überlegen, zu müde zum Reden», erinnert er sich.

An Eishockey habe er in dieser Zeit kaum denken können Und trotzdem: Angst vor einem verfrühten Rücktritt habe er nie gehabt, irgendwie war für ihn immer klar, dass er irgendwann zurückkehren wird.

Physischer Rückstand

Dieses Comeback könnte in Visp stattfinden. Seit ein paar Wochen trainiert der Franzose mit Schweizer Lizenz wieder mit der Mannschaft, der heutige Dienstag wurde deshalb vor kurzer Zeit als mögliches Comebackdatum auserkoren «Manchmal stimmt noch nicht alles überein. Wenn ich mich bewege und schiesse, passt das manchmal noch nicht so ganz», erklärte er noch vor ein paar Wochen, mittlerweile hat sich die Situation aber weiter verbessert.

Nicht selten sind aber auch physische Faktoren für seine Schwierigkeiten verantwortlich, ist er doch nach zwei trainingslosen Monaten deutlich in Rückstand geraten. «Nach dem ersten etwas härteren Training habe ich im Physioraum während der Behandlung zehn Minuten geschlafen. Ich war total am Ende», erinnert er sich.

Unzufrieden mit Verband

Dem Verursacher der Hirnerschütterung von den Ticino Rockets ist er derweil weniger böse als dem Verband. «Man will weniger Hirnerschütterungen und verlangt nach anderen Banden in den Stadien. Mir hätte das aber rein gar nichts geholfen», moniert der Angreifer. Pivron wurde auf offenem Eis gefoult, die Scheibe war zum Zeitpunkt des Checks gegen den Kopf, den er nicht kommen sah, weit entfernt. Bestraft wurde dafür aber niemand. «Man büsst Spieler für Schwalben hart, solche Situationen werden aber überhaupt nicht sanktioniert», ist Pivron sauer.

Noch kein Vertrag

Dennoch will er nun nach vorne blicken und die schwierige Phase endgültig abhacken. «Es hat lange gedauert. Ich habe die Kälte auf dem Eis mit der Zeit sehr vermisst», sagt er und lächelt erstmals während des Interviews, als seine Zukunft angesprochen wird. Einfach ist seine Situation aber weiterhin nicht. Für nächste Saison besitzt er noch keinen Vertrag, empfehlen konnte er sich wegen seiner Verletzung logischerweise noch nicht.

Es ist zu hoffen, dass er jetzt an seine letzte Saison anknüpfen kann. Denn eigentlich ist Pierrick Pivron als Meisterschütze bekannt. Beim 5:4-Sieg gegen Rapperswil-Jona im Playoff-Final 2016/2017 erzielte er den entscheidenden Treffer. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 12.02.2018, 22:39 Uhr

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