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Zeigt sich der SCB trotz Müdigkeit effizient?

Der SC Bern empfängt am Dienstag in der PostFinance-Arena den EHC Biel. Für die Berner Nationalspieler folgt nach dem Deutschland-Cup sogleich der nächste Ernstkampf – nicht zur Freude der Beteiligten.

Ohne Rast gegen Biel: SCB-Stürmer Martin Plüss (rechts, im Zweikampf mit dem Bieler Gianni Ehrensperger).
Ohne Rast gegen Biel: SCB-Stürmer Martin Plüss (rechts, im Zweikampf mit dem Bieler Gianni Ehrensperger).
Andreas Blatter

Am Sonntagnachmittag hat Martin Plüss für das Schweizer Nationalteam beim Deutschland-Cup in der Münchner Olympiahalle gegen den Gastgeber das einzige Schweizer Tor erzielt (1:5) – knapp 20 Stunden später trainiert der 32-jährige Stürmer bereits wieder mit dem SC Bern in der PostFinance-Arena. Von der Laufeinheit zum Abschluss des montäglichen Eistrainings wird Plüss durch Trainer Larry Huras dispensiert. «Die Nationalspieler müssen sich erholen», wird Huras nach Trainingsende sagen.

Die fehlende Pause

«Natürlich bemerkt man eine gewisse Müdigkeit. In einer Woche dürfte diese aber noch stärker spürbar sein», sagt Martin Plüss. Neben dem SCB-Captain hatten mit Marc Reichert und Ivo Rüthemann zwei weitere Berner Akteure den kompletten reichhaltigen «Viergänger» auf Nationalmannschaftsstufe mit vier Länderspielen innert 93 Stunden bestritten. Huras lässt das Trio deshalb am Montag verkürzt trainieren und deklariert die Teilnahme am heutigen Aufwärmtraining vor der Partie gegen Biel für die Nationalspieler als freiwillig. «Der schnelle Wechsel vom Nationalteam zum Klub ist schwierig, wobei er nicht nur in körperlicher, sondern fast stärker noch in mentaler Hinsicht eine Herausforderung darstellt», meint Huras. Was der Trainer nicht direkt ausspricht, sagt dafür Sportchef Sven Leuenberger: «Es ist fragwürdig, dass wir zwei Tage nach Abschluss der Länderspiele bereits wieder eine Meisterschaftspartie bestreiten müssen.» Leuenberger verfolgt das Trainingstreiben auf dem Eis, beobachtet, wie Huras Powerplay-Situationen kreieren und trainieren lässt. Der Sportchef ergänzt lakonisch: «Ein Tag Pause wäre für die Nationalspieler sicher nicht kontraproduktiv gewesen.» Auch Martin Plüss erachtet die Spielansetzung nicht als sinnvoll: «Für die Nationalspieler ist es sicher ein Nachteil und somit auch für jene Teams, die viele Nationalspieler stellen.»

Ohne Gerber, mit Meier

Mit den verbliebenen Akteuren liess Larry Huras vergangene Woche konditionelle und taktische Elemente trainieren. «Wir haben an der Kondition gearbeitet und auch das Zweikampfverhalten geübt», sagt Huras. Der Kanadier hat in den letzten Spielen regelmässig die geringe Effizienz im Abschluss bemängelt und lässt seine Spieler am Montag Torsituationen en masse trainieren: «Die Spieler sollen in den Trainings möglichst viele Tormöglichkeiten erhalten. Wer im Training oft trifft, nimmt dieses Selbstvertrauen hoffentlich auch ins Spiel mit.»

Huras wünscht sich, dass offensiver Aufwand und Ertrag beim SCB heute gegen Biel in Einklang stehen. Auf die Mittelstürmer Christian Dubé und Etienne Froidevaux muss der Trainer weiterhin verzichten, zudem fällt Beat Gerber aus. Der Verteidiger zog sich im Länderspiel gegen die Slowakei nach einem Zusammenprall mit dem ehemaligen ZSC-Spieler Milan Bartovic eine Hirnerschütterung zu. Dafür wird Dominic Meier nach ausgeheilter Meniskusverletzung gegen Biel sein Saisondebüt bestreiten.

Im letzten Vergleich waren die Berner in Biel mit 4:8 unterlegen – «unser schlechtestes Saisonspiel», sagt Huras in der Retrospektive. Dann preist er den heutigen SCB-Gegner ausführlich, sinniert über das Gesagte («Das klingt nun fast wie ein Werbespot für Biel») und ergänzt mit einem Schmunzeln: «Aber wir wissen schon, was zu tun ist.»

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