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Und dann kommt Moser

Der SC Bern bezwingt Leader EV Zug nach 0:1-Rückstand mit 2:1, bleibt aber unter dem Strich auf Platz 9.

Adrian Ruch
Am Schluss hats für einen Sieg gereicht: Die Freude beim Meister ist gross.
Am Schluss hats für einen Sieg gereicht: Die Freude beim Meister ist gross.
Raphael Moser
...traf zum 2:1 für die Mutzen.
...traf zum 2:1 für die Mutzen.
Raphael Moser
Tristan Scherwey und Inti Pestoni zeigten sich gefährlich vor Torhüter Zugs Torhüter Leonardo Genoni.
Tristan Scherwey und Inti Pestoni zeigten sich gefährlich vor Torhüter Zugs Torhüter Leonardo Genoni.
Raphael Moser
Simon Moser gelang der Ausgleichstreffer.
Simon Moser gelang der Ausgleichstreffer.
Raphael Moser
Gerangel vor Genonis Tor.
Gerangel vor Genonis Tor.
Raphael Moser
Kampf um den Puck: Thomas Rüfenacht vor Oscar Lindberg.
Kampf um den Puck: Thomas Rüfenacht vor Oscar Lindberg.
Raphael Moser
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Die Hoffnung lebt. Der SC Bern schlägt Leader EV Zug dank einem leidenschaftlichen Auftritt mit 2:1 und wahrt die Chance auf die Playoff-Qualifikation. Die Anhänger sind vom Gebotenen für einmal begeistert.

Nach der Ehrung der besten Spieler, mit Tomi Karhunen und Leonardo Genoni werden nicht unverdient die Goalies ausgezeichnet, skandieren einige Übermütige auf der Stehrampe sogar «Meischter, Schwizer Meischter».

Der Sieg ist Balsam auf die Wunden der aus den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Fans. Und diese Wunden sind nach 25 Meisterschaftsniederlagen und einer mehr als ungemütlichen Tabellensituation tief.

Auch bei den Spielern und den Trainern macht sich Erleichterung breit, nachdem sie die rund vierminütige Schlussoffensive der Innerschweizer unbeschadet überstanden haben. «So ein Sieg, den wir erkämpft und erlitten haben, tut uns gut», sagt Hans Kossmann. Der Coach erzählt, er habe Fortschritte gesehen, vor allem die Verteidiger seien mit der Scheibe besser umgegangen.

Zuerst Pech, dann Glück

Im ersten Drittel lief es für den SCB wie so oft in dieser Saison – verschi… Er betrieb viel Aufwand, kam auch zu einigen guten Chancen, doch in Führung ging der Gegner. Andreas Martinsen schlug die Scheibe nach einem Abpraller mit grossem Einsatz um SCB-Keeper Tomi Karhunen herum vor das Tor, und dort lenkte sie Justin Krueger mit dem Schlittschuh unglücklich ins eigene Gehäuse ab.

Danach wirkten die Mutzen eine gewisse Zeit verunsichert. Nach dem Seitenwechsel kam Zug zu ein paar guten Chancen, die beste hatte Dario Simion, der im Powerplay den Pfosten traf. In dieser Phase wankte der Meister.

Am 1. Februar hatte Coach Kossmann gesagt: «Simon Moser trägt diese Mannschaft auf dem Rücken, aber er braucht Hilfe.» In der 32. Minute war es wieder mal der Captain, der den entscheidenden Akzent setzte. In der eigenen Zone beförderte der knapp 100 kg wiegende Hüne per Check zwei Zuger aufs Eis, als wären sie Novizen, und traf dann wenige Sekunden später zum 1:1.

«Das ist eben unser Captain, deshalb hat er all seine Erfolge gefeiert», sagt Andrew Ebbett. Moser rede in der Garderobe nicht allzu viel, «aber er geht immer mit gutem Beispiel voran», lobt der Kanadier. Hilfe bekam Moser bei dieser Aktion von Jan Mursak, der Carl Klingberg den Puck abluchste und dann perfekt auflegte.

Tor und Mühe im Powerplay

Dieses Erfolgserlebnis verlieh den Gastgebern Energie, plötzlich waren sie tonangebend. Ebbett sorgte in Überzahl noch vor der zweiten Pause für den Führungstreffer. «Mit Lars Leuenberger haben wir das Powerplay vereinfacht. Ich spürte, dass der Puck vors Tor kommen würde», sagt Ebbett.

Im Schlussabschnitt bekam Kossmanns Team die Möglichkeit, 83 Sekunden lang mit zwei Mann mehr zu agieren. Allerdings verlor es in diesem Moment Moser, der von Oscar Lindberg mit dem Stock am Mund getroffen wurde und heftig blutete. Dadurch mussten die Powerplay-Formationen umgestellt werden, was sich bemerkbar machte.

Als der Vorarbeiter, in der Zwischenzeit verarztet (nötig waren einige Stiche) und mit einem neuen Trikot ausgestattet, knapp zehn effektive Spielminuten später zurückkehrte, war der Spielstand unverändert. Seine Teamkollegen hatten insgesamt sechs Minuten in Überzahl ungenutzt verstreichen lassen. Doch am Ende war das egal.

Weil auch Gottéron gewann, verblieb der Meister unter dem Strich. Heute treffen die Mutzen auswärts auf das am Freitag spielfreie Biel. Haben sie noch genügend Energie? «Wir haben keine Wahl», sagt Ebbett, «wir müssen auch diesen Match gewinnen.»

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