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Tigers: «Entscheid mit Weitblick»

Die Trennung von Tigers-Trainer Bengt-Ake Gustafsson ist ein Entscheid mit Weitblick. Ein Kommentar von Stephan Dietrich.

Hier war die Welt noch in Ordnung: Die Fans feierten letzte Woche in der Ilfishalle mit ihren Stars den Aufstieg in die NLA.
Hier war die Welt noch in Ordnung: Die Fans feierten letzte Woche in der Ilfishalle mit ihren Stars den Aufstieg in die NLA.
Hans Wüthrich

Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Bengt-Ake Gustafsson verlässt Langnau als Erfolgstrainer. Der Schwede hat die von der Vereinsleitung gestellten sportlichen Anforderungen allesamt mit Bravour erfüllt. Bereits nach zwei NLB-Jahren ist der mittelfristig angestrebte Wiederaufstieg in die höchste nationale Liga vollzogen. Dafür verdient der 57-jährige Trainer grosser Lob.

Überrascht darf Gustafsson dennoch nicht sein, die Zeichen deuteten schon länger auf eine Trennung hin. Wäre man mit ihm im Emmental uneingeschränkt zufrieden gewesen, hätte man den Kontrakt längst erneuert. Gustafsson glaubte, er werde ausschliesslich nach sportlichen Kriterien bewertet. Das war eine Fehleinschätzung.

Der Grund für die Trennung ist strategischer Art. Die Entscheidungsträger der Tigers – allen voran Sportchef Jörg Reber – trauen Gustafsson nicht zu, dass dessen auf Eigenverantwortung basierender Coachingstil auch in der NLA zum Erfolg führt. Schon länger wurden die Missstände im Verein angetönt – Gustafsson wurde mehr und mehr zum Einzelkämpfer. Um im Oberhaus bestehen zu können, wird eine Persönlichkeit gesucht, die das Kader taktisch schult, fordert und weiterentwickelt. Man darf festhalten, dass hier mit Weitblick entschieden wurde. Fehlender Mut kann man der Langnauer Führungsriege nicht vorwerfen. Gleichzeitig lädt Sportchef Reber viel Druck auf seine Schultern. Er ist nun verpflichtet, einen Nachfolger zu präsentieren, der die SCL Tigers weiterbringt. Eine Herkulesaufgabe wenn man bedenkt, dass die Equipe in der nächsten Saison höchstwahrscheinlich öfters verlieren als gewinnen wird.

Einen Fehlgriff darf sich Reber nicht leisten, der neue Trainer muss einschlagen; ohne Wenn und Aber. Im Moment hat Reber vom Verwaltungsrat die volle Rückendeckung. Ob dies auch so sein wird, sollte im kommenden Championnat der sportliche Erfolg ausbleiben, ist eine andere Frage. Der Sportchef hat gestern mit seinem mutigen, weitsichtigen Entscheid womöglich gerade an seinem eigenen Ast gesägt.

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