Tiger aus Leidenschaft

Keijo Weibel aus Riggisberg kommt für den diesjährigen NHL-Draft infrage. Der 18-jährige Junior der SCL Tigers möchte allerdings in der Schweiz bleiben – besser gesagt bei Langnau.

Keijo Weibel sieht seine Zukunft bei den SCL Tigers.

Keijo Weibel sieht seine Zukunft bei den SCL Tigers.

(Bild: Raphael Moser)

Es war im März letzten Jahres. Die SCL Tigers spielten in der Platzierungsrunde in Ambri. Der Ligaerhalt war unlängst gesichert worden. Deshalb bekam der damals erst 17-jährige Elite-A-Junior Keijo Weibel die Möglichkeit, sich in der 1. Mannschaft zu präsentieren. Und sorgte sogleich für Aufmerksamkeit. Ein Tor und ein Assist resultierten beim 5:2-Sieg, Weibel avancierte zum Matchwinner.

Nun ist wieder März. Weibel fährt mit dem Velo zum Training. Locker gekleidet in Trainerhosen und einem Pullover trifft er vor der Ilfishalle ein – ein Hut als sein Markenzeichen darf nicht fehlen. Man könnte meinen, dass er nun mit der 1. Mannschaft trainiert. Dem ist aber nicht so – Weibel spielt nach wie vor bei den Elite-A-Junioren.

Anfang bei Schwarzenburg

Mit diesen beendete er die Qualifikationsphase auf dem 1. Platz. Nicht zuletzt dank ihm, dem Topskorer, der in 42 Spielen 57 Punkte verbuchte. Im Playoff-Viertelfinal kamen aber weder er noch seine Teamkollegen auf Touren. Sie verloren die Serie gegen Lausanne mit 2:3. «Es ist schade. Nach einer solch souveränen Saison war unser Ziel der Meistertitel», meint Weibel, der nur selten mit seinem richtigen Vornamen angesprochen wird.

Besser bekannt ist er unter dem Namen «Keke». Diesen Spitznamen erteilte ihm seine Mutter, die gebürtige Finnin ist. Weil Weibel fliessend Finnisch spricht, hat er einen guten Draht zu den Langnauer Ausländern Harri Pesonen und Eero Elo. Und mit Stefan Rüegsegger kommt für ihn eine weitere Bezugsperson aus der 1. Mannschaft dazu. Die beiden wuchsen zusammen in Riggisberg auf, es trennen sie zwei Jahre Altersunterschied.

Durch Hans Jörg Rüegsegger, den Vater von Stefan, kam er überhaupt zum Eishockey. Rüegsegger war damals Trainer beim EHC Schwarzenburg und lud Weibel mit seinen beiden Brüdern zu einem Probetraining ein. In Schwarzenburg absolvierte er die Hockeyschule, ging später zum EHC Thun und wechselte auf Mini-Top-Stufe zum SC Langnau.

Er folgte Stefan Rüegsegger, den es eine Saison zuvor ins Emmental gezogen hatte. Nun wohnt Weibel seit vier Jahren in Langnau. Mit seinen Teamkollegen David Kovacs und Jan Wigger hat er eine Wohngemeinschaft gegründet. Er absolviert die Sport-Handelsschule und ist in einem Praktikum als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. «Es ist schon streng, aber es klappt gut», meint er.

Bald bei Langenthal?

Ende Januar wurde das NHL Midterm Draft Ranking publiziert – die Liste mit den möglichen Draftkandidaten für diesen Sommer. Weibel schaffte es als Letzter auf das Ranking – und ist damit nebst Janis Jérôme Moser vom EHC Biel der einzige Berner, der für einen Draft infrage kommt. «Die NHL ist natürlich mein Traum.

Es ist schön, seinen Namen auf solch einer Liste zu sehen, aber damit hat man noch keinen Preis gewonnen. Ich mache mir nicht gross Hoffnungen, gedraftet zu werden», meint Weibel. Einst machte er sich Gedanken, in eine nordamerikanische Juniorenliga zu wechseln. «Aber ich sehe meine Zukunft in der Schweiz. Ich fühle mich wohl und bin gerne hier», sagt er. Sein nächstes Ziel ist ein Aufstieg in die Swiss League zu Langenthal, wo schon öfters Junioren der SCL Tigers eingesetzt wurden.

In ein paar Jahren möchte er in der National League eine tragende Rolle spielen. «Bis dann muss ich physisch noch zulegen. Auch die Grösse ist nicht optimal, aber das kann ich schlecht beeinflussen», sagt der 1,74 Meter grosse und 84 Kilogramm schwere Tigers-Junior. Und mit welchem Verein er in der National League spielen will, weiss er schon. «Ich bin Langnau-Fan, und es wäre cool, wenn ich bei den Tigers den Schritt in die1. Mannschaft schaffen würde.»

Berner Zeitung

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