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Tatort Nydeggtreppe: Der SCB im Sommertraining

Die Abwechslung kommt beim SC Bern in der Saisonvorbereitung nicht zu kurz – wie der Augenschein bei der Nydeggtreppe zeigt.

Tristan Scherwey im Element: Der Kämpfer meistert den Treppenparcours mit Bravour.
Tristan Scherwey im Element: Der Kämpfer meistert den Treppenparcours mit Bravour.
Christian Pfander
Brennende Beine bei Tristan Scherwey und Jérémie Kamerzin (hinten).
Brennende Beine bei Tristan Scherwey und Jérémie Kamerzin (hinten).
Christian Pfander
Die Kraft in den Beinen ist noch nicht ganz zurück: Gaëtan Haas, der vom EHC Biel zum Meister stiess, hatte letzte Saison einen Wadenbruch erlitten.
Die Kraft in den Beinen ist noch nicht ganz zurück: Gaëtan Haas, der vom EHC Biel zum Meister stiess, hatte letzte Saison einen Wadenbruch erlitten.
Christian Pfander
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157 Stufen, einige steinig, die meisten hölzern und abgenutzt. Die Nydeggtreppe führt von der Nydeggbrücke ins Mattequartier. Der lange Abgang ist mal düster, mal erhellt mit Blick in die Hin­terhöfe der Matte.

Eine Katze schmiegt sich ans Geländer. Ihr Fell ist orangefarben, nicht schwarz. Und doch haftet dem Ort seit je etwas Gruseliges, Schauriges an. Jedenfalls gilt die Nydeggtreppe unter Krimiautoren als äusserst beliebter Tatort für Morde. Brutal wirkt sie am Mittwochvormittag aber höchstens für die Spieler des SC Bern.

Kurz vor 11 Uhr erscheinen die Akteure des Meisters unten an der Treppe. Sie haben bereits ein Krafttraining in den Beinen – buchstäblich. Konditionstrainer Roland Fuchs hält aber ein paar weitere Beinübungen bereit.

Mit Froschsprüngen geht es die Treppe hinauf. Der Weg hinunter dient der kurzen, willkommenen Erholung. Nach der ersten Einheit stützt sich Verteidiger Eric Blum aufs Stativ einer Kamera. Stürmer Simon Bodenmann winkt in die Runde und will sich verabschieden: «Bis morn.»

Seit Mitte Mai stehen die Berner im Sommertraining. Die Ausländer sind noch nicht dabei, die Nationalspieler später dazugestossen. Beat Gerber bereitet sich auf seine nunmehr 15. SCB-Saison vor. Und doch erlebt der fünffache Meister ein Novum: Zum ersten Mal hat er bereits im Mai auch auf dem Eis trainiert. «Das scheint zum Trend zu werden», sagt Gerber.

«Es ist eine gute Abwechslung zum Krafttraining.» Die Jüngeren trainieren zweimal pro Woche in der Eishalle in Burgdorf, die Älteren wie Gerber einmal – auf Wunsch von Trainer Kari Jalonen. «Jalonen und seine Assistenten haben auf dem Eis selektiv an Technik und Taktik gearbeitet», sagt Roland Fuchs. «Ich finde das eine gute Sache.»

Von oben bahnt sich eine Frau den Weg durch die hüpfende Menge. «Gfährlech, aber luschtig», meint sie. So richtig Spass scheinen nicht alle zu haben. Fuchs schickt die Spieler je nach Stand ihrer Erholungswerte und Herzfrequenzen die Treppe rauf.

Es geht darum, Laktat zu ertragen und abzubauen. Gian-Andrea Randegger meint locker: «Die Messung funktioniert nicht. Ich fühle mich erholt und darf nicht hoch.» Fuchs sagt: «Du sprichst zu viel. Das ist dein Problem.»

Der Treppenlauf bildet quasi den Abschluss des ersten Sommertrainingsblocks. Ab Montag haben die Spieler drei Wochen lang trainingsfrei, müssen in den Ferien individuell an der Fitness arbeiten. Tristan Scherwey sagt grinsend: «Meine Form stimmt. Ich reise mit gutem Gefühl ans Meer.»

Den Parcours meistert der Kraftprotz mit Leichtigkeit. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei. Am 24. Juli werden die Berner zu den Leistungstests ­zurückerwartet.

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