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Spätes Glück, frühe Erfolgsmeldung

Der SC Bern siegt in Kloten 3:2. Andrew Ebbett entscheidet die Partie zwölf Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit und sichert dem Meister vorzeitig die Playoff-Teilnahme.

Frust und Freude nah beieinander: Tristan Scherwey jubelt über das entscheidende Tor von Andrew Ebbett.
Frust und Freude nah beieinander: Tristan Scherwey jubelt über das entscheidende Tor von Andrew Ebbett.
Keystone
Die Entscheidung: Andrew Ebbetts Schuss findet den Weg ins Tor.
Die Entscheidung: Andrew Ebbetts Schuss findet den Weg ins Tor.
Keystone
Luca Cunti im Zweikampf mit SCB-Captain Martin Plüss.
Luca Cunti im Zweikampf mit SCB-Captain Martin Plüss.
Keystone
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Es geht tierisch zu und her in Kloten. Reto Schürch läuft in Richtung Garderobe und sagt mit einem Schmunzeln: «Schwein gha!» Der Torhütertrainer bringt nach dem 3:2-Erfolg des SC Bern die Gefühlslage bei den Gästen auf den Punkt.

Die Klotener hingegen sind wahrhaftig auf den Hund gekommen: Sie haben in extremis zumindest einen Punkt aus den Handschuhen gegeben und nunmehr 12 der letzten 13 NLA-Partien verloren. Andrew Ebbett traf für den SCB zwölf Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit ins späte Glück. Somit gelang der Mannschaft von Kari Jalonen zum zweiten Mal in Folge in extremis der Siegtreffer: Am Samstag hatte Simon Moser gegen Biel 1,6 Sekunden vor der dritten Sirene reüssiert.

So gab es am Ende in der Swiss-Arena doch noch Emotionen. Ansonsten verlief der Vergleich zwischen Kloten und Bern unter dem Motto: «Bonjour tristesse.» In der spärlich gefüllten Halle wurde rasch offensichtlich, dass das Formtief des Heimteams den Zuschauern aufs Gemüt schlägt.

Auf den Rängen gab es kaum Stimmung, und auf dem Eis machte die Auswahl von Pekka Tirkkonen keinerlei Anstalten, den Funken zu zünden. Dem SCB reichte eine durchschnittliche Leistung zum maximalen Ertrag. Auch der Tabellenführer ist alles andere als im Hoch, was sich vor allem dadurch zeigt, dass der Zug zum Tor und das letzte Quäntchen Überzeugung nicht vorhanden sind.

Simon Bodenmann sagte: «Wir hatten viel Puckbesitz, aber nicht viele Chancen. Dort müssen wir den Hebel ansetzen.» Der Flügel ergänzte: «Der Sieg kam glückhaft zustande. Aber gestohlen ist er sicher nicht.»

Tatsächlich gewann gestern am Schluefweg die bessere Equipe. Dem Spielverlauf entsprechend gelang den Gästen in der 7. Minute das Führungstor: Eric Blum traf den Pfosten, Ramon Untersander war für den Abpraller zur Stelle. Ansonsten war das Startdrittel arm an Qualität und Unterhaltung. Hätte es sich um eine Aufzeichnung gehandelt, manch einer hätte zur Fernbedienung gegriffen und vorwärtsgespult.

Apropos: Kloten kam im Startabschnitt kaum vorwärts und nur zu zwei passablen Abschlüssen: Romano Lemm und Steve Kellenberger scheiterten an Leonardo Genoni. Ansonsten bestimmten die Gäste das Geschehen. Auffallend war dabei, dass die vermeintliche Paradelinie des Heimteams nicht zur Geltung kam: Luca Cunti, Denis Hollenstein und Vincent Praplan waren primär mit Defensivarbeit beschäftigt, kamen bei ihren «Shifts» kaum aus der eigenen Zone.

Physisch war Kloten generell und dessen erster Sturm speziell unterlegen. Seit dem Abgang von Tommi Santala – der Finne erlag dem Lockruf des Rubels und verabschiedete sich in Richtung KHL – fehlt den Zürcher Unterländern der Faktor Härte.

Dieses Jahr nur eine Randnotiz

Zu Beginn des Mitteldrittels aber kam die Formation um Topskorer Hollenstein für einmal vor das Berner Tor – und prompt reüssierte sie: Praplan war nach nur 30 Sekunden zur Stelle. Danach bot sich dem Heimteam gar eine ausgezeichnete Möglichkeit, in Führung zu gehen. Alain Berger hatte im gegnerischen Slot Verteidiger Lukas Stoop gegen den Kopf gecheckt; Stoop konnte weiterspielen, für Berger war die Partie vorzeitig beendet.

Doch während der fünf Minuten Überzahl kam Kloten gegen das starke SCB-Boxplay nur zu einer Chance durch Praplan – Genoni parierte gekonnt. Schliesslich war es an der vierten Berner Formation, die Gäste neuerlich in Führung zu bringen: Luca Hischier passte, Gian-Andrea Randegger traf. Das Duo hat in dieser Saison für gewöhnlich selten Grund zum Jubeln. Randegger war zuweilen überzählig gewesen, Hischier kam gestern als 13. Stürmer zum Einsatz. Doch Kloten vermochte erneut zu reagieren, glich dank Robin Leones Sonntagsschuss zum 2:2 aus. Letztlich beendete Ebbett das kurze Stimmungshoch auf den Rängen abrupt.

Dank des Erfolgs hat sich der SCB die Playoff-Teilnahme bereits elf Runden vor Schluss gesichert. Was letzte Saison das Höchste der Gefühle schien, ist ein Jahr später nicht mehr als eine Randnotiz.

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