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Siegen mit Hängen und Würgen

Der SCB gewann in Rapperswil-Jona 4:3, gab dabei aber den ersten Punkt ab. Abid erzielte den Siegestreffer in der Overtime.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass es kein Abend für Zauberer und Künstler war, so lieferte ihn Noel Guyaz in der 64. Minute: Der Rapperswiler Verteidiger brachte eine Scheibe, die er zuvor geblockt hatte, nicht weg, und Ramzi Abid bedankte sich und schob sie dem verdutzten Marco Streit zwischen den Schonern hindurch zum 4:3 ins Tor.

Das war die Entscheidung in einem Spiel, das schnell vergessen sein wird. Es war zu warm, um Eishockey zu spielen. Die Hitze allein allerdings reicht nicht als Rechtfertigung für den blassen Berner Auftritt. Es schien fast, als stünde den Spielern von Coach John Van Boxmeer der Sinn im ehemaligen Lido am nahen Obersee mehr nach Baden denn nach Eishockeyspielen. Sie spielten unkonzentriert und fahrig. Vom entschlossenen Auftritt 72 Stunden zuvor gegen die ZSC Lions waren sie weit entfernt. Meilenweit.

Drei Tore in sieben Minuten

Die Rapperswil-Jona Lakers nutzten die Berner Unzulänglichkeiten in der ersten Hälfte des Mitteldrittels zu drei Treffern innerhalb von gut sieben Minuten; sie hätten gut und gerne noch drei, vier Tore mehr erzielten können. Berns Goalie Marco Bührer aber zeigte sich immerhin meist auf der Höhe seiner Aufgabe.

Die Lakers führten 2:0 und 3:1. Dass selbst das gegen den alles andere als überzeugenden SCB nicht reichte, sagte einiges über die Verfassung des Teams aus und erklärt, warum die Rapperswiler auch nach zwölf Spielen inklusive der Vorbereitung noch auf den ersten Sieg warten. Der Vorsprung schmolz in der Hitze der Arena dahin wie das Eis in den Trinkbechern. Auch der ehemalige Berner Christian Berglund, der sich für das Spiel viel vorgenommen hatte, konnte daran nichts ändern.

Angetrieben von Christian Dubé, der als einer der wenigen Bernern Normalform zeigte und an drei der vier Toren beteiligt war, kehrte der SCB noch einmal ins Spiel zurück und hätte am Ende sogar in den üblichen 60 Minuten gewinnen müssen. Im letzten Drittel spielte nur noch er.

Der SCB bleibt damit auch nach drei Runden ungeschlagen und reist morgen Donnerstag als Leader zum Champions-League-Qualifikationsturnier nach Nürnberg. Die Leistung von gestern allerdings wird kaum reichen, um gegen den deutschen Qualifikationssieger und die Slowaken aus Kosice zu bestehen und sich für die erste Austragung des neuen Wettbewerbs zu qualifizieren.

Dass die Berner auch besser spielen können, haben sie aber unter anderem in Zürich bewiesen. Und in Nürnberg wird Coach John Van Boxmeer wahrscheinlich auch Sébastien Bordeleau wieder zur Verfügung stehen, der gestern wegen einer Grippe fehlte und durch den 17-jährigen Alain Berger ersetzt wurde. Zusammen mit den beiden kanadischen Leihausländern Lee Goren und Richard Jackman wird Van Boxmeer damit die eine oder andere zusätzliche Option besitzen. Gestern in Rapperswil reichte auch das vorhandene Kader und die durchzogene Leistung zum Sieg. Die Lakers aber können für den SCB?in dieser Saison kein Massstab sein.

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