SCL Tigers: Fundament steht, Feinschliff fehlt

Das Gerüst steht – doch im Langnauer Kader für die nächste Saison sind noch einige Plätze zu besetzen. Sportchef Jörg Reber hat Kontakt zu SCB-Stürmer Martin Plüss aufgenommen. Der Finne Eero Elo bleibt bei den SCL Tigers.

Jubelt dieses Trio auch künftig in Langnau? Während Eero Elo (Mitte) bleibt, ist die Zukunft von Claudio Moggi (links) und Rob Schremp ungewiss.

Jubelt dieses Trio auch künftig in Langnau? Während Eero Elo (Mitte) bleibt, ist die Zukunft von Claudio Moggi (links) und Rob Schremp ungewiss.

(Bild: Keystone)

Vieles dreht sich ums Fernsehen. Genauer gesagt um den neuen, deutlich höher dotierten TV-Vertrag. Mit geschätzten 600 000 Franken Zusatzeinnahmen pro Saison darf jeder NLA-Klub künftig rechnen.

In Langnau lautet die (noch nicht in Stein gemeisselte) Formel: 200 000 Franken für den Nachwuchs, der Rest für die 1. Mannschaft. Das Budget also wird sich erhöhen, «aber das tut es bei der Konkurrenz natürlich auch», hält Jörg Reber fest.

Seit bald drei Jahren arbeitet der einstige Verteidiger als Tigers-Sportchef. Er wird im Verein geschätzt, weil er wirtschaftlich seriös arbeitet, sich nicht über die Rahmenbedingungen beklagt.

Wenngleich die SCL Tigers zuletzt stets schwarze Zahlen schrieben, gibt die Konkurrenz wohl ausnahmslos mehr Geld für Spielerlöhne aus. «Mit den meisten Klubs kann ich nicht mithalten, wenn es ums Finanzielle geht», bestätigt Reber, der jedoch darauf hinweist, dass auch die sportliche Perspektive eine Rolle spielt.

«Viele Spieler wollen eine Playoff-Garantie. Die können wir nicht bieten.» Ziel sei es, das Team in qualitativer Hinsicht Jahr für Jahr ein wenig näher ans Tabellenmittelfeld zu bringen.

Vor dem heutigen (19.45 Uhr) 38. Qualifikationsspiel in Genf gegen Servette umfasst das Langnauer Kader für die kommende Saison 20 Namen – ein Überblick:

Goalies: Alles klar

Nach Startschwierigkeiten haben sich Damiano Ciaccio und Ivars Punnenovs deutlich gesteigert. Daher erscheint es sinnvoll, setzen die Tigers weiterhin auf den Romand sowie den Letten mit Schweizer Lizenz. «Die Leistungen stimmen», sagt Reber.

«Die Strategie mit den regelmässigen Wechseln hat sich als richtig erwiesen.» Punnenovs allerdings hat den Anspruch geäussert, die Nummer 1 sein zu wollen, sagt, er werde sich nicht mehr lange mit der Zweierlösung zufriedengeben.

Verteidiger: Einige Kandidaten

Das Gerüst steht, acht Plätze sind vergeben (siehe Kasten). Von Zug wird Samuel Erni nach Langnau stossen. Manuel Gossweiler und Fabien Currit werden den Verein verlassen müssen. Auch Adrian Gerber – kein anderer Akteur in der Geschichte hat häufiger für Langnau gespielt – wird eher nicht weiterbeschäftigt, wie Reber bestätigt.

Bleibt wohl nur eine offene Position, wobei Reber festhält, dass nicht jeder unter Vertrag stehende Profi seinen Platz auf sicher hat. «Es kommt darauf an, wie sich der eine oder andere bis Ende ­Saison präsentieren wird und wie Coach Heinz Ehlers die Lage einschätzt.»

Mit starken Leistungen kann sich Dan Weisskopf aufdrängen. Gespräche führen die Tigers mit Federico Lardi, doch die Verhandlungen mit Lausanne verlaufen zäh. Ebenfalls zum Thema werden könnten Cédric Hächler (ZSC Lions) und Anthony Huguenin (von Biel an La Chaux-de-Fonds verliehen). Auch der ge­bürtige Langnauer Simon Lüthi befindet sich auf dem Markt.

Stürmer: Wohl ohne Moggi

Die Transfers von Center Emanuel Peter (von Zug) sowie Flügel Benjamin Neukom (Gottéron) sind abgewickelt. Zehn Positionen sind besetzt, wohl deren vier oder fünf noch frei. Die Kontrakte von nicht weniger als zehn Angreifern laufen aus, wobei jene von Jordy Murray, Tom Gerber und Silvan Wyss nicht erneuert werden. Auf die Frage, ob Claudio Moggi und Sven Lindemann eine Tigers-Zukunft haben werden, antwortet Reber mit «eher nein».

Vieles aber hänge vom weiteren Saisonverlauf ab. Gute Chancen ausrechnen darf sich Nils Berger, Eigengewächs und Juniorennationalspieler Stefan Rüegsegger (18) könnte einen Rookie-Vertrag erhalten. Dem Vernehmen nach ist Gaëtan Augsburger (Lausanne) ein Transferkandidat, Reber bestätigt derweil das Interesse an Sandro Zangger, hat sich allerdings noch nicht mit dem Zuger unterhalten.

Mit dem immer noch starken Routinier Martin Plüss, dessen Vertrag in Bern bis anhin nicht verlängert worden ist, hat der Sportchef gesprochen, ohne aber zu verhandeln. «Es dürfte sehr schwierig werden, ihn nach Langnau zu locken.»

Ausländer: Drei sind fix

Ville Koistinen und Chris DiDomenico sind bis 2018 an die Tigers gebunden. Letzterer möchte seinen Vertrag vorzeitig verlängern, bei den Vereinsverantwortlichen besteht diesbezüglich keine Eile. Nach Gerüchten hat Angreifer ­Eero Elo für die neue Spielzeit unterschrieben, der Finne erweist sich als verlässlicher Torschütze. Noch offen ist, wie es mit Top­skorer Rob Schremp weitergehen wird.

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