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SCB klettert mit Derby-Sieg über den Strich

Der SC Bern gewinnt in Langnau 2:1 nach Verlängerung. Der Meister brilliert im Derby keineswegs. Aber weil die SCL Tigers ihr Chancenplus nicht nutzen und Goalie Ivars Punnenovs für einmal schlecht aussieht, feiert er den fünften Sieg in Folge.

Simon Moser bejubelt mit Ramon Untersander den ersten Berner Sieg in Langnau seit fast zwei Jahren.
Simon Moser bejubelt mit Ramon Untersander den ersten Berner Sieg in Langnau seit fast zwei Jahren.
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Verlängerungen sind nichts für schwache Nerven. Doch immerhin einer bewahrt in der heissen Phase kühlen Kopf: Die SCL Tigers können in der Überzeit also in Überzahl spielen, und sie kommen dem Siegtreffer nahe – sehr nahe. Erst sieht Ben Maxwell seinen Abschluss aus bester Position geblockt, dann kommt der grosse Auftritt von Beat Gerber.

Die Scheibe prallt ab und fliegt durch die Luft, für SCB-Keeper Tomi Karhunen ist sie nicht mehr sichtbar. Aber eben: Gerber sieht den Puck und spediert ihn – im Stile eines Fussballgoalies – im letzten Moment gerade noch mit der Hand weg. «Ich sah den Puck spät, er war fast schon im Tor, es war wichtig», kommentiert der SCB-Verteidiger die Szene in seiner gewohnt nüchternen Art.

Gerbers Rettungstat jedenfalls ist der Wendepunkt in dieser Verlängerung. Weil der SCB die Unterzahl übersteht, weil Karhunen später blitzschnell reagiert und Thomas Rüfenacht bedient, der auf Simon Moser passt – und dieser erwischt Ivars Punnenovs mit einem haltbaren Schuss zwischen den Beinen. Mit dem 2:1 im Derby feiert Bern nun schon den fünften Sieg in Serie. Wobei es dabei keinesfalls glänzt.

Aber: «Das Momentum hat gewechselt, nun haben wir auch das nötige Glück, das hat man heute gesehen. Denn wir haben uns zu wenig Chancen erspielt, waren nicht kompakt», sagt Gerber. Den SCL Tigers dagegen bleibt nach dem dritten Derby in dieser Saison nur die Enttäuschung. Sein Team habe eines der besten Spiele seit langem gezeigt, meint Heinz Ehlers. Das mag sein. Nur scheiterten die Langnauer an ihrer Chancenauswertung.

Es scheppert zu Beginn

Finnische Sicherheit? Dänisches Defensivgewissen? Nun, zu Beginn dieses Derbys legten die Equipen von Kari Jalonen und Heinz Ehlers los wie die Feuerwehr – und sie prüften das Metall in Langnau ordentlich auf seine Beschaffenheit. Harri Pesonen traf die Latte (4.), Ramon Untersander den Pfosten (8.) und Calle Andersson scheiterte alleine vor Tigers-Keeper Punnenovs, wobei dieser auch ein wenig Glück benötigte, die Scheibe gerade noch auf der Linie stehen blieb. Beide Teams hätten nach 20 Minuten führen können, die Langnauer aber hatten etwas mehr vom Spiel.

Und sie blieben auffälliger – nicht zuletzt, weil sie gleich zu Beginn des Mitteldrittels zweimal in Überzahl agieren konnten. Aber das Powerplay ist bekanntlich eine Sorgendisziplin der Emmentaler, weshalb sie nun Eero Elo aus Rauma zurückholen. Immerhin kamen sie zu Chancen, doch vergab gerade Maxwell mehrfach aus bester Position.

Nur einmal blieb der Kanadier kaltblütig – als er in der 50. Minute im Powerplay den Führungstreffer erzielte. Die Langnauer hätten in der Folge noch erhöhen können. Doch sie sündigten vor Karhunen, und im Gegenzug nützte der SCB eine streng gepfiffene Strafe gegen Harri Pesonen aus und egalisierte das Skore.

Bern wieder über dem Strich

Für die Stadtberner handelt es sich um den ersten Sieg in der Ilfishalle seit fast zwei Jahren und zuletzt drei Niederlagen. Und der Erfolg hat für die Equipe von Kari Jalonen noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Sie ist nun punktgleich mit den SCL Tigers über dem Strich klassiert. Und sie könnte heute Samstag zuhause gegen Ambri ihre Serie weiter ausbauen. Die Krise jedenfalls ist weit weg.

Für die SCL Tigers derweil hält die Derby-Phase noch etwas an. Sie reisen zum EHC Biel. Und die Gelegenheit ist günstiger als auch schon, im Seeland zu reüssieren. Weil die Bieler nach fulminantem Saisonstart ins Stocken geraten sind. Nach Out in Champions Hockey League und Cup verloren sie gestern in der Meisterschaft (3:6 in Lugano) zum dritten Mal de suite. «Aber», warnt Ehlers, «wir haben in dieser Saison schon oft Teams aufgebaut, die im Tief waren.»

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