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Der SCB feiert schon vor Weihnachten

Der SC Bern sorgte am Sonntag in der ausverkauften Postfinance-Arena für einen versöhnlichen Jahresabschluss. Beim 3:0 gegen Lausanne unterhalten die Mutzen das Publikum ausgezeichnet.

Adrian Ruch
Kurz vor Weihnachten duellierten sich der SC Bern und der HC Lausanne, hier mit Cory Emmerton (links) gegen Eric Blum.
Kurz vor Weihnachten duellierten sich der SC Bern und der HC Lausanne, hier mit Cory Emmerton (links) gegen Eric Blum.
Urs Lindt/freshfocus
Tristan Scherwey (rechts) jubelt nach dem Tor zum 1:0 mit Matthias Bieber.
Tristan Scherwey (rechts) jubelt nach dem Tor zum 1:0 mit Matthias Bieber.
Urs Lindt/freshfocus
Berns Gaetan Haas im Kampf mit Lausannes Petteri Lindbohm.
Berns Gaetan Haas im Kampf mit Lausannes Petteri Lindbohm.
Peter Klaunzer, Keystone
Gregory Sciaroni überläuft Lausannes Dario Trutmann.
Gregory Sciaroni überläuft Lausannes Dario Trutmann.
Urs Lindt/freshfocus
Berns Justin Krueger prüegelt sich mit Lausannes Tim Traber.
Berns Justin Krueger prüegelt sich mit Lausannes Tim Traber.
Peter Klaunzer, Keystone
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Eric Blum ist um ein Bonmot selten verlegen. «Offenbar sind wir uns bewusst, dass der Weihnachtsbraten nach einem Erfolg noch etwas besser schmeckt», sagt der Verteidiger des SC Bern nach dem 3:0 gegen Lausanne. Seit 2013 hat der SCB am Tag vor Heiligabend stets ein Heimspiel aus- und jedes Mal den Sieg davongetragen – und erst noch für gute Unterhaltung gesorgt.

Das ist am 23. Dezember 2018 nicht anders. Die Mutzen geben nach dem ersten Puckeinwurf Vollgas. Schon nach 14 Sekunden kann LHC-Goalie Sandro Zurkirchen einen Gegentreffer nach einem Schuss Adam Almquists nur mit einer Glanzparade verhindern. Doch Lausanne ist längst kein limitierter Aussenseiter mehr, bezüglich Talent misst sich die Gästemannschaft aufgrund der grossen Investitionen in den letzten Jahren mit der Equipe des SCB auf Augenhöhe.

Etienne Froidevaux, ein Mann mit WM-Erfahrung, führt derzeit als Center die vierte Sturmlinie an. So überrascht es nicht, kommen im packenden Startdrittel auch die Besucher zu guten Chancen. Doch nach 20 Minuten führt der SCB 2:0, und das ist durchaus verdient. Beim 1:0 profitierte Tristan Scherwey auf magistrale Weise von einem Fehlpass, den zweiten Treffer schoss Gaëtan Haas, nachdem sich Simon Moser in der Offensivzone die Scheibe erkämpft hatte.

Gerbers Leidensfähigkeit

Beide Tore sind also die Folge eines konsequenten Forecheckings, wie es die Berner nur selten praktizieren. «Die Lausanner haben genau das gleiche System wie wir, also wissen wir auch über die Schwächen Bescheid», sagt Beat Gerber schmunzelnd. Und André Heim meint: «Wir wollten auf die Verteidiger Druck ausüben, ihnen keine Zeit lassen, sie zu Fehlern zwingen.» Sie hätten sich vorgenommen, mit Herz ans Werk zu gehen, fügt der Mittelstürmer an. Es ging schliesslich darum, nach der 1:4-Niederlage am Vorabend eine Reaktion zu zeigen.

Ambri-Piotta habe nach dem frühen Führungstreffer clever agiert, hält Gerber fest, verschweigt aber nicht, «dass wir zu passiv gewesen sind». Tags darauf ist das ganz anders. Und der Verteidigerhaudegen steht sinnbildlich für die Leidenschaft und Leidensfähigkeit der Mutzen. Um das eine Bein ist nach dem Match ein grosser Eisbeutel gebunden. Gekühlt wird eine grosse Schnittwunde aus dem Training vom letzten Dienstag.

Sekundenbruchteile vor der zweiten Sirene nagten Haas mit seinem Schuss und Matthias Bieber mit seinem Ablenker dann endgültig am Selbstvertrauen der Besucher, welche in den Zweikämpfen meist das Nachsehen hatten. HCL-Bösewicht Tim Traber zog sich im Schlussabschnitt bei einer Keilerei mit Justin Krueger sogar eine blutige Nase zu.

Was die beiden aufführten, war kein Akt der Nächstenliebe, doch der Mehrheit der Besucher gefiels. Jedenfalls wurde Krueger, der wie Traber ausgeschlossen wurde, verabschiedet, indem viele Fans seinen Namen skandierten.

Genonis sechster Shutout

Eine weitere Szene erhitzte die Gemüter: Der ehemalige SCB-Stürmer Christoph Bertschy sprang vier Minuten vor Schluss SCB-Keeper Leonardo Genoni an. Während Thomas Rüfenacht Bertschy zur Rechenschaft zog, traf Joël Genazzi ins Netz. Doch dem Treffer wurde richtigerweise die Anerkennung versagt. So feiert Genoni am Ende seinen sechsten Shutout in der laufenden Saison und der SCB-Anhang seine Lieblinge.

«Wir haben alles in die Waagschale geworfen», stellt Eric Blum zufrieden fest. Nach einem Sieg schmeckt nicht nur der Weihnachtsbraten besser, die Gesamtsitutation erscheint gleich in einem anderen Licht.

Beat Gerber beurteilt die erste Saisonhälfte trotz des Ausscheidens im Cup («Das Spiel gegen Zug hätte auch anders ausgehen können.») und in der Champions League («Leider spielten wir in Malmö zehn Minuten schlecht.») als «im Grossen und Ganzen nicht schlecht». Auch André Heim zieht eine positive Zwischenbilanz: «Wir sind als Team gewachsen, unser System funktioniert.»

Die SCB-Protagonisten dürfen sich wie in den letzten Jahren auf ihre Geschenke freuen.

Telegramm:

Bern - Lausanne 3:0 (2:0, 1:0, 0:0) 17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebeisen/Urban, Kaderli/Wolf. - Tore: 10. Scherwey 1:0. 13. Haas (Moser) 2:0. 40. (39:59) Bieber (Haas, Andersson) 3:0. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Krueger) plus Spieldauer (Krueger) gegen Bern, 3mal 2 plus 5 (Traber) plus 10 Minuten (Trutmann) plus Spieldauer (Traber) gegen Lausanne.– PostFinance-Topskorer: Arcobello; Jeffrey. Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin; Boychuk, Arcobello, Moser; Ruefenacht, Ebbett, Kämpf; Bieber, Haas, Scherwey; Sciaroni, Heim, Berger; Grassi. Lausanne: Zurkirchen; Trutmann, Grossmann; Lindbohm, Frick; Borlat, Genazzi; Schelling; Vermin, Jeffrey, Leone; Moy, Emmerton, Kenins; Antonietti, Mitchell, Bertschy; Zangger, Froidevaux, In-Albon; Traber. Bemerkungen: Bern ohne Mursak (verletzt) und Untersander (krank), Lausanne ohne Herren, Simic, Boltshauser, Junland (alle verletzt), Roberts (überzähliger Ausländer) und Nodari (krank). - Lattenschuss Krueger (27.).

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