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Reichlich Glück und reich beschenkt

Die SCL Tigers bezwingen Lugano 3:2 – womit sie einen direkten Konkurrenten um einen Playoffplatz auf fünf Punkte distanzieren. Für den Unterschied sorgten wieder einmal die Ausländer.

Der Jubel der Matchwinner: Die omnipräsenten Harri Pesonen und Chris DiDomenico freuen sich mit Pascal Berger (rechts).
Der Jubel der Matchwinner: Die omnipräsenten Harri Pesonen und Chris DiDomenico freuen sich mit Pascal Berger (rechts).
Raphael Moser

Der Brauch will es, dass Kinder am Nikolaustag einen Stiefel vor die Türe stellen. Und wenn sie schön brav gewesen sind, wird dieser vom Samichlaus mit Nüssen, Mandarinen und natürlich auch Schoggi gefüllt. Ist das Gegenteil der Fall, gibt es bekanntlich eine Rute.

Im Emmental schlüpften am Freitagabend Harri Pesonen und Chris DiDomenico in die Rolle des Samichlaus, weil sie die Fans der SCL Tigers und ihr Team reich beschenkten. Ersterer eröffnete das Skore beim 3:2-Sieg über Lugano, Letzterer stand am Ursprung des Siegtreffers, auch wenn dieser noch leicht von Ben Maxwell abgefälscht wurde.

Zwei Punkte nur trennten Langnauer und Luganesi vor dem Rencontre. Nun sind es fünf, und diese Differenz könnte noch Gold wert sein. Langnau-Coach Heinz Ehlers jedenfalls wusste, bei wem er sich bedanken konnte. «Chris und Harri spielten gut, aber es war auch an der Zeit, dass wir wieder einmal eine solche Leistung von ihnen sahen.» Zur Erinnerung: Ihre letzten Auftritte waren eher mässig gewesen.

Starker Start

Zwei Jahre erst ist es her, da stand der HC Lugano im Playoff-Final. Derzeit scheint es, als lägen diese Zeiten Lichtjahre entfernt. Der Neuanfang, welcher im Sommer durch die Installierung von Sportchef Hnat Domenichelli und Trainer Sami Kapanen vollzogen wurde, er ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte.

Gewiss ist das Kader nicht mehr so prächtig besetzt wie zuletzt, die prominenten Abgänge Grégory Hoffmann und Elvis Merzlikins konnten nicht kompensiert werden. Nur: In seinem Selbstverständnis sieht sich der Club immer noch mindestens in der oberen Tabellenhälfte. Und in dieses Bild will ein Duell auf Augenhöhe mit den SCL Tigers nicht so recht passen.

Genau das war es in der Ilfishalle aber. Und so sah das Geschehen auf dem Eis dann auch aus. Wobei die Langnauer den weitaus besseren Start erwischten. In der 8. Minute initiierte Pesonen den Aufbau gleich selbst, den er ein paar Sekunden später zum 1:0 abschloss.

Die Reaktion der Bianconeri? Sie blieb aus. Dafür spielten die Gastgeber weiter im angeschlagenen Takt – und erhöhten auf 2:0. Stefan Rüegsegger hatte sich hinter dem gegnerischen Tor die Scheibe erkämpft und Sebastian Schilt bedient, der schnörkellos abschloss.

Beinahe wäre es für die Langnauer ein richtig gutes Drittel geworden – hätte Dominic Lammer (18.) nicht noch den Anschlusstreffer erzielt. Dieses Tor raubte den SCL Tigers den Schwung, was sich merklich auf die Attraktivität der Partie auswirkte.

Und zu allem Übel aus Emmentaler Optik wiederholte sich im zweiten Abschnitt das Szenario aus dem ersten Drittel: 51 Sekunden vor der zweiten Pause traf Benoit Jecker genau in den Winkel zum 2:2.

«Wir hatten so gut angefangen, dann brachten wir uns wieder in eine dumme Situation. Und das habe ich den Spielern in der zweiten Pause auch gesagt», hielt Ehlers fest.

Dramatisches Ende

Die Reaktion blieb nicht aus. Jedenfalls wurde es hochdramatisch. Erst lenkte Maxwell entscheidend zum 3:2 ab, dann kassierte er 2 Minuten, weil er mit einer Strafe gegen Julian Schmutz nicht einverstanden war und dies den Schiedsrichtern mit einer entsprechenden Geste mitteilte.

Und weil sich in der Kühlbox bereits Robbie Earl befand, mussten die Langnauer dann in doppelter Unterzahl spielen – welche sie mit Hängen und Würgen und etwas Glück überstanden. Denn Linus Klasen traf nur den Pfosten – es handelte sich um den fünften Metalltreffer Luganos an diesem Abend.

«Es war ein schwieriges Spiel, wir haben uns das Leben schwer gemacht, aber wir haben auch gekämpft», meinte Andrea Glauser. Heute reisen die SCL Tigers nun nach Zug. «Das wird ein einfaches Spiel», sagte Ehlers mit ironischem Unterton. Denn der EVZ hatte am Freitag Pause.

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