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Red Ice Martigny muss absteigen

Kommende Saison warten auf den SC Langenthal nur noch zehn Gegner – der Konkurs von Red Ice Martigny ist endgültig. Zum neunten Mal seit dem Jahr 2000 verschwindet ein Team aus der zweithöchsten Spielklasse.

Daniel Gerber
Vergangenheit: Der SC Langenthal wird in der nächsten Saison nicht mehr gegen Martigny (in Weiss) antreten.
Vergangenheit: Der SC Langenthal wird in der nächsten Saison nicht mehr gegen Martigny (in Weiss) antreten.
Marcel Bieri

Red Ice Martigny ist endgültig in Konkurs. Nach dem Absprung der russischen Investoren hat sich ein Schuldenberg von 1,5 Millionen Schweizer Franken aufgetürmt. «Es ist sehr schade und schlecht für die Liga», sagt Gian Kämpf, Geschäftsführer des SC Langenthal. «Natürlich war Martigny ein Konkurrent, aber gleichzeitig ein Mitstreiter und ein Teil des Produkts.»

Ohne die Unterwalliser wird nun ein anderer Modus gespielt, der 46 Spiele statt 48 beinhaltet. Auf das Training der Mannschaft und die Saisonvorbereitung hat die jüngste Pleite in der zweithöchsten Spielklasse keinen grösseren Einfluss. «Der Kalender ist nicht völlig anders, aber für das Produkt ist es nicht gut», sagt Kämpf.

«Schade um das Image»

Ob es elf oder zwölf Teams sind, beeinflusst auch die EVZ Academy kaum. «Aber es ist schade um das Image der Liga», sagt Sportchef Reto Kläy, der das gleiche Amt lange Jahre beim SC Langenthal innehatte. «Sie ist wichtig und gut, wir haben Farmteams und Klubs mit Ambitionen nach oben. Nun wird ein schlechtes Licht auf die Liga geworfen, aber das ist nicht repräsentativ.»

Dennoch: Martigny ist der neunte NLB-Konkurs seit 2000 – mehr als alle zwei Jahre einer. Wie ist das zu verhindern? «Es braucht vernünftige Leute, welche die Finanzen im Griff haben», nennt Reto Kläy eine der Hauptvoraussetzungen. «Wenn Vereine über den Verhältnissen leben, geschehen diese Konkurse – es gibt nichts anderes, als gesund und solide zu wirtschaften mit dem, was einem zur Verfügung steht.»

Finanzielle Engpässe seien nicht ein alleiniges Problem der zweithöchsten Spielklasse. In der National League, so Gian Kämpf, gebe es auch Klubs mit Schwierigkeiten. Durch die grössere mediale Aufmerksamkeit sei es jedoch einfacher, eine Rettung zu erreichen. Ausserdem seien die Geschichten hinter den einzelnen NLB-Konkursen verschieden. Eines aber bleibt in jedem der Fälle, so Kämpf: «Immer leidet eine Region.»

Nur elf Teams

Schnell aufgefüllt wird die Liga nicht, auch wenn A-Ligist Ser­vette bereits Interesse angemeldet hat, ein Farmteam (Sierre?) in der neu Swiss League genannten Schweizer Spielklasse zu platzieren. Reto Kläy: «Grundsätzlich wäre ein weiteres Farmteam nicht verkehrt. Wichtig ist, dass das Team wettbewerbsfähig ist. Das Konzept muss Hand und Fuss haben, es muss nachhaltig sein und darf kein Schnellschuss sein.» Die NLB-Klubs haben entschieden, im Falle eines Konkurses die Saison 2017/2018 mit elf Teams zu bestreiten. Ein Servette-Einstieg ist erst 2018 möglich.

«Klubs, die in Konkurs gehen, sind für das Schweizer Eishockey sicherlich kein Ruhmesblatt», sagt Denis Vaucher, Direktor der National League. «Es muss aber klar festgestellt werden, dass es – wie in jeder anderen Aktiengesellschaft auch – dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung des jeweiligen Klubs obliegt, die finanzielle Sicherheit sicherzustellen.»

Grössere Eingriffe seitens des Eishockeyverbandes sind nicht geplant. «Die Lizenzkommission prüft im Rahmen der jährlichen Erteilung der Spielberechtigung jeweils unter anderem die finanzielle Situation der Klubs gemäss den reglementarischen Vorgaben», sagt Vaucher.

In schwierigen Fällen wird genauer hingesehen. «Klubs, welche beispielsweise über wenig Eigenkapital oder knappe Liquidität verfügen, müssen während der Saison monatlich rapportieren. Weitergehende Massnahmen sind zurzeit nicht geplant und in der Praxis wohl auch nicht umsetzbar.»

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