Premiere für Langnau, Pfiffe für Lausanne

Die SCL Tigers deklassieren den Favoriten 5:1 und jubeln über den ersten Sieg der Vereinsgeschichte im Playoff.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Gerade einmal die Hälfte des Spiels ist vorbei, da ­gellen bereits erste Pfiffe durch das provisorische Lausanner Stadion. Es ist ein harmloses Powerplay ihres Teams, das die Fans auf die Palme bringt. Wobei das Überzahlspiel gewissermassen das Geschehen auf dem Eis widerspiegelt. 1:3 steht es zu diesem Zeitpunkt aus Sicht des LHC, der vor allem durch Nonchalance glänzt.

Und es sollte für den Favoriten noch schlimmer kommen. Letztlich setzen sich die Tigers mit 5:1 durch. Es ist für sie ein Sieg von historischer Bedeutung: In der erst zweiten Playoff-Serie der Clubgeschichte reüssieren die Langnauer zum ersten Mal.

Nicht dass sie den Waadtländern überlegen gewesen wären, ja, zu Beginn agierten sie gar ziemlich nervös. Zweimal kassierten die SCL Tigers im ersten Abschnitt eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Doch sie fanden besser und besser in die Partie, dank viel Kampfbereitschaft – und einmal mehr einer starken Defensiv­leistung. Nach dem 1:0 durch LHC-Topskorer Jeffrey (7.) blieben die Langnauer ruhig – und sie profitierten von den Aussetzern der Gastgeber. Der Ausgleich in Überzahl durch Gagnon fiel, weil die Lausanner ungestüm nach vorn gelaufen waren und den Langnauern so in die Falle gingen. Und beim 2:1 schnappte sich Rüegsegger die Scheibe von Antonietti und schloss blitzartig ab. Bezeichnenderweise war es die vierte Langnauer Linie um Rüegsegger, Gustafsson und Nils Berger, die mit zwei Toren den Weg zum Auswärtssieg ebnete.

160 bewilligte Gästefans im Lausanner Provisorium

Ein Erfolgserlebnis konnten die Emmentaler auch abseits des Eises verbuchen. Sie einigten sich mit Lausanne – das in seinem Provisorium üblicherweise kaum Plätze für Anhänger der Gäste bereithält – darauf, dass während des Viertelfinals ein Sektor für 160 Tigers-Fans gesperrt wird. Gleichzeitig werden die Langnauer 160 Lausannern Einlass in die Ilfishalle gewähren. Damit allerdings wird der Gästesektor kaum gefüllt. Man kann diesen Entscheid der Clubleitung fragwürdig finden, weil sie damit freiwillig auf Einnahmen verzichtet – doch ist er gewiss konsequent.

SonntagsZeitung

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