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Nummernspiele in Bern

Die Klubleitung des SC Bern passt die Kriterien betreffend Legendenstatus an. Das hat unter anderem Einfluss auf die Nummern 28 und 29.

Bei einem Plauschmatch trägt der Goalie, der zwischen 1955 und 1973 über 400 Spiele für den SCB bestritten hat, die Nummer 90 - unter dem Stadiondach hängt aber die 0, für die er zu Aktivzeiten bekannt gewesen war.
Bei einem Plauschmatch trägt der Goalie, der zwischen 1955 und 1973 über 400 Spiele für den SCB bestritten hat, die Nummer 90 - unter dem Stadiondach hängt aber die 0, für die er zu Aktivzeiten bekannt gewesen war.
Hans Wüthrich
Gemeinsam mit René Kiener (vorne, 3.v.r.) wurde der Center 1959 (Bild) und 1965 Schweizer Meister mit den Bernern.
Gemeinsam mit René Kiener (vorne, 3.v.r.) wurde der Center 1959 (Bild) und 1965 Schweizer Meister mit den Bernern.
zvg
Nach der Titelverteidigung letzte Saison erhielt Martin Plüss keinen Vertrag mehr und gab kürzlich sein Karriereende offiziell bekannt. Er dürfte der Grund sein für die jüngsten Anpassungen der Kriterien, wann eine Rückennummer beim SCB gesperrt wird.
Nach der Titelverteidigung letzte Saison erhielt Martin Plüss keinen Vertrag mehr und gab kürzlich sein Karriereende offiziell bekannt. Er dürfte der Grund sein für die jüngsten Anpassungen der Kriterien, wann eine Rückennummer beim SCB gesperrt wird.
Andreas Blatter
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Beginn der Profikarriere beim SCB, zehn Jahre beim SCB, zwei Meistertitel mit dem SCB, 50 Länderspiele, Karriereende beim SCB – so lauten die fünf Kriterien. Mindestens vier von fünf erfüllt = Legendenstatus – so lautete die Gleichung. Aufgrund derer wurden in der Vergangenheit elf Spieler geehrt und deren Trikots unter das Dach der Postfinance-Arena gezogen. Die Nummern wurden zu «retired numbers» erklärt; sie werden in Bern nie mehr vergeben.

Das Thema sorgte und sorgt immer wieder für Diskussionen: Gehörten Akteure wie Andreas Beutler und Martin Steinegger nicht auch unter das Dach? Und was ist mit Patrick Howald, der auch für Lugano gespielt hatte, die Karriere bei Gottéron beendete, aber trotzdem offiziell als SCB-Legende gilt? Nur: Letztlich waren die Kriterien klipp und klar – bis gestern.

Leuenbergers Leibchen

Nun hat die Klubleitung entschieden, dass das Kriterium «Karriereende beim SCB» neu als zwingende Voraussetzung gilt. Zudem wurde eine Art Carte blanche integriert, wonach es sich der SCB vorbehält, «im Fall von besonders verdienstvollen Spielern» Ausnahmen zu gewähren – mit dem Kriterium Karriereabschluss in Bern als Basis.

Die Anpassung wirft Fragen auf. Sie gehen an Geschäftsführer Marc Lüthi: «Weshalb werden die Kriterien angepasst?» – «Weil wir uns ein paar Freiheiten herausnehmen möchten. Und weil wir aufgrund diverser Rückmeldungen zum Schluss gekommen sind, dass ein Spieler seine Karriere in Bern beenden muss, damit er für eine solche Ehre infrage kommt.» – «Weshalb erfolgt die Anpassung gerade jetzt?» – «Weil es gerade jetzt opportun ist.» – «Werden rückwirkend Spieler anhand der neuen Kriterien geehrt?» – «Nein. Und es kommt auch kein Leibchen runter, welches hochgezogen wurde . . . ausser wenn uns Sven Leuenberger nochmals einen Spieler abluchst, dann hänge ich sein Trikot persönlich ab.»

Plüss’ 28 und Furrers 29

Nicht allen ist wegen der Anpassung zum Spassen zumute. Philippe Furrer etwa wird zum Gelackmeierten. Nach 24 Saisons in Bern wurde ihm 2015 beim Wechsel zu Lugano offenbar versichert, seine Nummer 29 werde nach seinem Karriereende hochgezogen. Anhand der neuen Kriterien wird dies nicht mehr der Fall sein. Furrer hat vor kurzem einen Vertrag bei Gottéron unterschrieben, vom SCB hatte er kein Angebot erhalten. Der 32 Jahre alte Verteidiger zeigt sich sehr enttäuscht, er will sich aber nicht weiter dazu äussern. CEO Lüthi möchte zur Causa Furrer nichts sagen.

Im Gegensatz zu Furrers 29 dürfte die 28 von Martin Plüss in Bälde hoch- und zurückgezogen werden. Es ist wohl kaum dem Zufall geschuldet, haben die Berner just ein paar Tage nach Plüss’ Rücktritt die Anpassung samt Ausnahmeregelung für «besonders verdienstvolle Spieler» kommuniziert. Fix eingeplant ist derweil die Ehrung von David Jobin im Dezember.

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