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Neuer Stürmer Bednar trainiert nun

Jaroslav Bednar hat am Mittwoch erstmals mit dem SCB trainiert. Der Stürmer könnte trotz fortgeschrittenen Alters (36) zur Attraktion werden – auch wegen seiner Freundin Lucie Hadasova, der Miss Tschechien von 2007.

Bednar ziehts zurück nach Prag: Am Dienstag verkündete Slavia Prag auf der Klubwebsite den Zuzug des Tschechen.
Bednar ziehts zurück nach Prag: Am Dienstag verkündete Slavia Prag auf der Klubwebsite den Zuzug des Tschechen.
Max Füri
Bednars Debüt: Der 36-jährige Tscheche bestritt im Januar sein erstes Eistraining für den SC Bern. Mit der Nummer 21 feierte er den Titelgewinn.
Bednars Debüt: Der 36-jährige Tscheche bestritt im Januar sein erstes Eistraining für den SC Bern. Mit der Nummer 21 feierte er den Titelgewinn.
Max Füri
Lucie Hadasova, die offizielle Miss Tschechien von 2007, begleitete den Stürmer nach Bern.
Lucie Hadasova, die offizielle Miss Tschechien von 2007, begleitete den Stürmer nach Bern.
Keystone
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Das Seilziehen um Jaroslav Bednar war kurz, aber heftig. Nach dessen Vertragsauflösung mit Lugano zeigte Ambri Interesse, Langnau verhandelte mit dem Agenten des Tschechen, Davos wollte den Stürmer zur Rückkehr bewegen, ein KHL-Klub lockte mit russischen Rubel – letztlich entschied sich Bednar, seine Karriere beim SC Bern fortzusetzen.

Am 29.Dezember hatte er erstmals mit Sportchef Sven Leuenberger telefoniert, unmittelbar nach dem Jahreswechsel wurde der Wechsel publik. Spätestens am 15.Februar sollte er das Team Antti Törmänens verstärken; weil der Lockout in Nordamerika vor Wochenfrist geendet hatte, traf Bednar bereits am Dienstag in Bern ein und trainierte gestern erstmals mit der Mannschaft.

Bremsen für Bednar

«‹Jaro›, wie läufts?», will Leuenberger von Bednar nach der ersten Einheit wissen. «Besser als erwartet», antwortet der Tscheche und schmunzelt. Der Berner Sportchef bezeichnet den Zuzug als «Künstler». Er sei spielerisch stark, «und er weiss, wo das Tor steht». Sein früherer Trainer Arno Del Curto sagt, Bednars Stocktechnik sei «etwas vom Besten auf Schweizer Eis». Der 36-Jährige wird vorerst anstelle von John Tavares die erste Sturmlinie mit Byron Ritchie und Joël Vermin ergänzen. «Ich bin hungrig auf Eishockey und werde mein Bestes geben», sagt Bednar.

Mit Ritchie spielte er 2003 bei Florida in der NHL, «und Vermin ist talentiert und sehr schnell – ich hoffe, er wird dann jeweils an der blauen Linie abbremsen und auf mich warten», sagt der 36-Jährige lachend und belegt sogleich, weshalb ihn Trainer Antti Törmänen als lustigen Typ bezeichnet. «Keine Angst», sagt Törmänen, «Bednar ist schnell genug.»

Der Bruch mit Huras

Bednar startete seine Karriere in seiner Heimatstadt bei Slavia Prag, wurde später in Finnland bei Helsinki Torschützenkönig, worauf die Los Angeles Kings den damals 24-Jährigen 2001 überraschend in der zweiten Runde drafteten. Für die Kings hatte er 37 Partien (4 Tore, 11 Assists) bestritten, ehe er zu Florida transferiert wurde. Dort spielte er unter anderen mit den späteren SCB-Ausländern Ritchie, Christian Berglund (Sd) und Lee Goren (Ka). Eher zufällig führte ihn der Weg 2010 in die Schweiz.

Wegen der Verletzung des Slowaken Peter Sejna suchte Davos einen Ersatzausländer, und weil Bednars Klub Poprad den Spielbetrieb in der russischen KHL nicht aufnehmen konnte, reiste der Stürmer als Notnagel ins Bündnerland und schlug prompt ein. Er erzielte 66 Skorerpunkte, war massgeblich am Davoser Titelgewinn beteiligt, konnte sich mit dem Klub aber nicht über einen neuen Vertrag einigen. Lugano akzeptierte schliesslich die Salärwünsche des Stürmers, nach einer guten ersten Spielzeit (51 Partien, 52 Punkte) kam es indes zum Bruch mit Larry Huras. «Er teilte mir mit, dass ich in seiner Zukunftsplanung keine Rolle spiele», sagt Bednar. Dem früheren SCB-Trainer missfiel, dass Bednar zuweilen seine defensiven Pflichten vernachlässigte. «War Bednars Vorgänger in defensiver Hinsicht top? Je besser du deinen Job als Stürmer in der neutralen und offensiven Zone machst, desto weniger fällt es ins Gewicht, wenn du defensiv nicht der Beste bist», sagt Törmänen.

Der Metzger und das Model

Bednar freut sich auf seine neue Herausforderung, er will «sofort helfen und mit Bern den Titel holen». Dass er in Form ist, zeigen die Skorerwerte seiner Auftritte bei Slavia Prag (13 Spiele, 12 Tore), wo er nach seinem Abgang aus Lugano aushalf. Bednars Verpflichtung könnte in der Postfinance-Arena das Attraktionspotenzial auf und neben dem Eis verstärken; seine Freundin Lucie Hadasova, die offizielle Miss Tschechien von 2007, begleitet den Stürmer nach Bern. «Die Journalisten werden auch an diesem Transfer Freude haben», sagt Leuenberger und lacht. Gewiss: Die Augen des Sportchefs dürften in den kommenden Wochen ausschliesslich auf den gelernten Metzger aus Prag und nicht auf dessen Model gerichtet sein – bis zum 17. März müssen sich die Verantwortlichen entscheiden, ob sie von ihrer Option Gebrauch machen und den Vertrag mit Bednar bis 2014 verlängern werden.

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