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Mit Toren aller Art den Leader gebändigt

Die SCL Tigers bestätigen den 3:1-Sieg in Lugano mit einem 5:1 gegen Zug und profitieren auch von ungewohnten Torschützen.

Mit ungewohntem Offensivdrang: Defensivverteidiger Federico Lardi erzielt sein erstes Saisontor.
Mit ungewohntem Offensivdrang: Defensivverteidiger Federico Lardi erzielt sein erstes Saisontor.
Marcel Bieri/Keystone

Der Langnauer Sieg gegen Zug, er hat viele Gründe, die meisten davon sind nichts Neues. Doch beginnen wir mit der Initialzündung, denn diese ist nicht alltäglich. Die Zuger dominieren zunächst, und als der Lohn in Form des 0:1 durch Oscar Lindberg in der 18.?Minute endlich fällt, kommt doch alles anders. Der Treffer wird annulliert, weil der Puck mit dem Handschuh ins Tor bugsiert worden war. Und 95 Sekunden später führt Langnau 2:0. «Das war der Turnaround», sagt Federico Lardi.

Der 34-jährige Abwehrspieler sorgt für das ungewohnte Element. Er, als Defensivverteidiger nun wirklich nicht der Mann für offensive Glanzlichter, schiesst das 1:0. Und wie er es schiesst: Wie ein Flügelstürmer zieht er von rechts in den Slot und hebt, von vier Zugern bedrängt, den Puck unter die Latte, als wäre das sein Daily Business. Es ist aber Lardis erstes Saisontor. Darum nimmt er den Vergleich mit Bobby Orrs berühmtem Treffer von 1970 mit Humor.

Den nicht ganz ernst gemeinten Vergleich natürlich. Schliesslich gilt Orr als bester Verteidiger der Geschichte, sein Tor, das in der Overtime den NHL-Final vor 50 Jahren für Boston entschied, ist als «The Goal» in die Historie eingegangen – und ist mit einer Statue vor dem Stadion verewigt. «Ich glaube, der hat ein paar Tore mehr geschossen als ich …», sagt Lardi lachend.

Eindrückliche Reaktion

Der Bündner, er darf guten Mutes sein, genauso wie alle anderen Langnauer. Nach zwei 1:6-Niederlagen gegen die ZSC Lions musste ein Einbruch der Emmentaler im Kampf um einen Playoff-Platz befürchtet werden. Umso erstaunlicher ist die Reaktion. Und wie die Tigers aus dem kurzen Tief gefunden haben, das ist eben unspektakulär, hat nur wenig mit spielerischen Heldentaten à la Orr zu tun, aber viel mit Eishockey als Arbeit.

Denn als gegen Zug im Startdrittel festgestellt werden muss, welch «kaputtes» Spiel die knapp 6000 Zuschauer in der Ilfishalle zu sehen bekommen, dann ist das am Ende ein Kompliment an das Heimteam. Der EVZ beginnt temporeich, ist gefühlt ständig in Puckbesitz.

Ein Vorwurf bleibt am Leader aber haften: Er will schöne Tore erzielen, zelebriert Passstafetten, lässt die Entschlossenheit im Abschluss vermissen, stirbt in Schönheit – und wird zum willkommenen Opfer des Langnauer Spiels. «Geduld haben, nichts forcieren, das gar nicht da ist», umschreibt es Trainer Heinz Ehlers. Die Geduld, sie zeigt sich auch in den wenigen, doch gefährlichen Langnauer Kontern.

Lardi wie der ganze EVZ

Es sind nämlich die Langnauer, die das Spiel zerstören, das Tempo rausnehmen. Sie tun dies nicht ohne Fehler und Puckverluste, doch sie sind stets gewillt, Missgeschicke sofort auszubügeln. Die Statistik, die heraussticht: Nach 40 Minuten hat Langnau 12 Schüsse geblockt, der EVZ bloss einen. Auch darum führen die Tigers nach zwei Dritteln 3:1, Robbie Earls Powerplaytor drei Sekunden vor Drittelsende kommt erneut zu einem perfekten Zeitpunkt.

Und apropos Blocks: Am Spielende hat Lardi mit deren vier gleich viele wie das komplette Gastteam … «Schüsse blocken, auch das gilt als Arbeit», meint der Verteidiger trocken.

Die perfekt getimten Langnauer Nadelstiche sind das eine, die Effizienz das andere. Als Harri Pesonen einen Konter zum 5:1 abschliesst, ist das der erst 16. Schuss auf Zugs Goalie Luca Hollenstein. «Ich glaube, das können wir fast nicht mehr toppen», sagt Lardi. Nebst Earl und Pesonen trifft mit Chris DiDomenico ein weiterer Ausländer, das vorentscheidende 4:1 kommt hingegen von einem ebenso unerwarteten Schützen wie das 1:0: Claudio Cadonau, auch er ein Defensivverteidiger.

Über seinen Treffer verliert Cadonau nicht viele Worte («Ich traf die Scheibe gut, sie flog ins Tor»), umso mehr über den Aufschwung der Mannschaft am Wochenende: «Schon in Lugano warfen wir uns in die Schüsse, überzeugten als Team. Das ist unser Hockey, nur so können wir Erfolg haben.»

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