Mit Captain Berger auf den Gipfel

Das Schlüsselbein des Schlüsselspielers ist wieder intakt: Langnaus Captain Pascal Berger, der sich im Eröffnungsspiel verletzte, kehrt gegen Davos ins Team zurück. Die Erwartungen an den einstigen SCB-Stürmer sind riesig.

Die rechte Hand des Trainers: Pascal Berger steht bei Heinz Ehlers hoch im Kurs.

Die rechte Hand des Trainers: Pascal Berger steht bei Heinz Ehlers hoch im Kurs. Bild: Andreas Blatter

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Sogar Langnaus Trainer hinkt. Vor wenigen Tagen musste sich Heinz Ehlers operieren lassen, der 51-Jährige spricht gequält lächelnd von einer «Renovierung seines Knies». Schmerzen hatte bei den SCL Tigers zuletzt auch manch anderer. Neun Verletzte hatte der Klub zwischenzeitlich zu beklagen, das Matchblatt wies in gewissen Partien leere Stellen auf.

Wieder besser geht es Philippe Seydoux; vor der Nationalmannschaftspause hatte ein gegnerischer Stock das Gesicht respektive die Zähne des Verteidigers verunstaltet, heute Dienstag (19.45 Uhr, Ilfishalle) gegen Davos wird er mit Spezialschiene im Mund spielen. Auch Lukas Haas dürfte einsatzfähig sein. Vor allem aber ist der Captain wieder an Bord.

Leader, Sprachrohr, Liebling

Es geschah am 8. September, in der ersten Qualifikationspartie gegen die ZSC Lions. Zu Beginn des zweiten Drittels lag eine Scheibe frei in der neutralen Zone. Langnaus Pascal Berger wollte sie, Zürichs Christian Marti wollte sie. Die beiden fuhren aufeinander zu und knallten ineinander, «leider gab die schwächste Stelle nach», hält Berger fest. Er spricht von seinem Schlüsselbein, welches in die Brüche ging. Nach dem Rencontre gaben die Tigers im Auftaktspiel einen Dreitorevorsprung preis, Coach Ehlers sprach im Zusammenhang mit Bergers Verletzung im Anschluss von «einem Desaster».

Dass Langnaus Verantwortliche damals kurz vor Mitternacht auf die Schnelle eine Medienmitteilung mit Details zu Bergers Blessur verschickten, verdeutlichte die Tragweite des Ausfalls – Vergleichbares war bei den Emmentalern in den vergangenen zehn Jahren nie vorgekommen.

Von sechs Wochen Pause war der Klub vorschnell ausgegangen, es sind deren acht geworden. Der Stürmer will von Rückschlägen im Rehabilitationsprozess aber nichts wissen, im Gegenteil. «Die Prognose war unrealistisch. Der ursprüngliche Plan der Ärzte sah die Rückkehr ins Teamtraining erst in dieser und nicht schon in der letzten Woche vor.»

Wie auch immer: Berger wurde in Langnau vermisst. Der 28-jährige Burgdorfer, welcher bis 2021 unter Vertrag steht, ist der wichtigste Schweizer Spieler, Sprachrohr, Trainerliebling. Mit seiner Rückkehr werden hohe Erwartungen verbunden. Er spüre den Druck, sagt der dreifache Meister und Cupsieger mit dem SC Bern, «es wird vielleicht auch bald einmal Kritik geben. Aber ich weiss, was ich kann und werde dem Team helfen können. Ein Leader zu sein, ist mein Anspruch.»

Motivieren, diskutieren

Mehr Verantwortung übernehmen – es war der Hauptgrund gewesen für Bergers Wechsel von der Stadt aufs Land vor rund anderthalb Jahren. In Diensten des SCB spielte er zwar keineswegs eine unwichtige Rolle, blieb aber als Eigengewächs irgendwie doch immer der «Stift». Bei den SCL Tigers hingegen ist Berger Captain; ausgerechnet seinen verletzten Copain Martin Stettler hat er abgelöst, von dessen Tochter er Götti ist.

Als die Mannschaft in der ersten Phase der Qualifikation kaum Punkte holte, seien unweigerlich unschöne Gedanken an die Vorsaison (neun Niederlagen zum Auftakt) aufgekommen, meint der Angreifer. Er versuchte von aussen Einfluss zu nehmen, motivierte, diskutierte, kritisierte auch mal sanft. Als Captain wolle und müsse er seine Ideen einbringen. «Aber ich darf mich nicht verbiegen. Sonst nimmt mich keiner mehr ernst.»

Pascal Berger war einer der lautesten, als es darum ging, die Playoff-Teilnahme als Ziel zu definieren. Nach zwei Fünfteln der Qualifikation und mit lediglich einem Zähler Rückstand auf Rang 8 sagt er zu Recht, das Team habe trotz des schwachen Starts nach wie vor alles in den eigenen Händen. «Aber wenn wir den Gipfel erreichen wollen, muss bei uns wirklich alles zusammenpassen.»

Erst am Montag hat er entschieden, gegen Davos sein Comeback zu geben. Womöglich wird der 12-fache Nationalspieler auf die Zähne beissen müssen. Diesbezüglich ist Heinz Ehlers ein gutes Vorbild. Während die Mannschaft letzte Woche ein paar freie Tage genoss, fuhr der Trainer in seiner Funktion als Assistenzcoach des dänischen Nationalteams an ein Turnier nach Innsbruck. Lädiertes Knie hin oder her. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.11.2017, 10:01 Uhr

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