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Misslungener Start für den SCL

Der SC Langenthal verliert das Spiel und den Heimvorteil. Er unterliegt zu Beginn der Playoff-Viertelfinal-Serie Kloten mit 2:3 nach Verlängerung.

Stefan Tschannen ist enttäuscht, im Hintergrund jubelt Kloten.
Stefan Tschannen ist enttäuscht, im Hintergrund jubelt Kloten.
Christian Pfander

Ein waschechter Oberaargauer war es, der am Freitagabend seinen Heimatklub aus dem Dreck gezogen hat: Der 20-Jährige Luca Wyss aus Melchnau übernahm im offensiven Drittel die Scheibe von Vincenzo Küng, legte sie sich zurecht und zog den Schuss in Richtung Tor. Die Matchuhr zeigte in diesem Moment etwas mehr als 47 Minuten und einen 2:0-Vorsprung Klotens an, als die Scheibe an Joren van Pottelberghe vorbei ins Tor segelte und der Schoren erstmals an diesem Abend einen immensen Lautstärkepegel erreichte. Als Wyss die Spielerbank erreicht hatte, war es sein Jugendfreund Robin Nyffeler, der seinen Sandkastenfreund umarmte und herzlich auf den Kopf klopfte.

Strafen bringen Gegentore

Zuvor hatten die Langenthaler immens Mühe bekundet. Statt wie zuvor überzeugend und sicher traten sie verunsichert und nervös auf, rissen im Forechecking selbst unglückliche Löcher auf und konnten schlittschuhläuferisch mit entfesselten Klotenern nicht mithalten. Weil Langenthal mehrmals zu spät kam, folgten Strafpfiffe der Schiedsrichter. Die erste Unterzahl schien schon praktisch überstanden, als Ex-Langenthaler Jeffrey Füglister den Moment doch noch ausnutzen konnte und mit einem Schlagschuss die Klotener Führung herbeischoss.

Als fast 10 Minuten später die nächste Strafe angezeigt war, konnte Langenthal Ungemach auch ein zweites Mal nicht verhindern: Topskorer Fabian Sutter war es, der im Slot die Scheibe über die Linie drücken konnte und das 2:0 erzielte. Bereit sei man gewesen, meinte Per Hånberg nach der Partie, vielleicht aber fast übermotiviert. Kloten hatte dann Chancen zuhauf, die Partie früh zu entscheiden. Mehrmals scheiterten die Gäste aber aus aussichtsreicher Position am überragenden Philip Wüthrich. Hätte dieser beim SC Langenthal nicht im Tor gestanden, so wären die 2500 Zuschauer mit einem Schützenfest im ersten Spiel konfrontiert worden. Phasenweise wusste niemand auf und neben dem Eis, wie der 21-Jährige die Scheibe noch zu fassen bekam.

Kelly gleicht aus

Damit der SC Langenthal den Tritt wiederfand, war ebendieser Erfolg von Luca Wyss nötig. Kloten hatte abgebaut und bekundete nach dem eigenen Startfurioso scheinbar konditionell Mühe. Das gab Raum für den SC Langenthal, der in der 55. Minute die mitentscheidende Strafe zugesprochen erhielt. In Überzahl hatte Pascal Pelletier die Scheibe, die er nach einem vorgetäuschten Schlagschuss an den SCL-Topskorer weiterleitete. Brent Kelly, der sein letztes Playoff startete, lenkte die Scheibe zum explosiv umjubelten Ausgleich ins Tor. Das führte dazu, dass die angespannte Lage auf den Rängen noch angespannter wurde: Um Viertel nach zehn startete im Langenthaler Schoren gleich im ersten Spiel die erste Verlängerung.

Die Oberaargauer waren in dieser besser, dominierten gar und waren näher am ersten Erfolg, letztlich jubelte aber dennoch der EHC Kloten. Nachdem Simon Sterchi im eigenen Drittel ausrutschte und die Scheibe verlor, war es letztlich Ramon Knellwolf, der aus spitzem Winkel nach einem Abpraller die Scheibe im Tor unterbrachte. «Das schmerzt doppelt, weil wir eigentlich besser waren», kommentierte der eigentliche Matchwinner Luca Wyss nach dem Spiel. Ein Fakt bleibt deshalb trotz starkem Comeback: Der Start ist dem SCL gründlich misslungen – im gestrigen Spiel und in der Serie.

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