Letztmals Schmetterlinge im Bauch

Für Brent Kelly läuft derzeit das letzte Playoff seiner Profikarriere. Der 37-jährige Kanadier will zum Ende dieser Saison in seine Heimat zurückkehren, vorher aber will er ein letztes Mal den Pokal mit dem SC Langenthal in die Höhe stemmen.

<b>Bevor Brent Kelly den SC Langenthal</b> nach neun Jahren verlassen wird, hat der 37-jährige kanadische Stürmer mit den Oberaargauern noch Grosses vor.

Bevor Brent Kelly den SC Langenthal nach neun Jahren verlassen wird, hat der 37-jährige kanadische Stürmer mit den Oberaargauern noch Grosses vor.

(Bild: Raphael Moser)

Brent Kelly hat in dieser Saison für einmal nicht nur Höhen erlebt. Jahrelang war der mittlerweile 37-Jährige nicht nur neben Jeff Campbell einer der zwei besten Skorer des SC Langenthal, sondern ligaweit als einer der bekanntesten Torschützen und Assistgeber gefürchtet.

Im vergangenen Herbst aber misslang der Start. Neben Kim Karlsson kam Kelly nie richtig auf Touren, dass auch Stefan Tschannen unter seinem Können agierte, bereitete ihm zusätzlich Mühe. Zwischenzeitlich ist es dem Flügel aber gelungen, wieder mehr Einfluss aufs Spiel zu nehmen.

Sei es mit Pascal Pelletier oder auch Dario Kummer – gerade zuletzt hat Brent Kelly dem Spiel mehrmals seinen Stempel aufgedrückt. Vielleicht auch, weil er nun sein endgültiges Karriereende nahen sieht.

Der Traum vom letzten Titel

Der zweifache Familienvater verneint dies. Dass es dem Team zurzeit gut laufe, helfe auch ihm. Natürlich könnte der Umstand aber dennoch auch ihm Flügel verleihen. «Wenn ich sehe, dass es dem Ende entgegengeht, kann ich vielleicht noch einmal mehr herausholen», sagt er.

Schliesslich wolle er sich nur zu gerne mit einem dritten und letzten Meistertitel aus Langenthal verabschieden, dafür lohnt es sich zu kämpfen. «Das wäre wirklich ein Traum», sagt Kelly. Dafür hat er in den letzten Spielen teilweise sogar Checks ausgeteilt, die er sonst höchstens für Derbys aufspart.

Oft nahm er die Partie selbst in die Hand und nahm mit wichtigen Toren und Assists Einfluss. Zweifellos ist es ein gutes Vorangehen, das auch mit bisher sechs Punkten, davon zwei Torerfolgen, in den fünf Viertelfinalspielen gegen Kloten belohnt wurde.

Dass Langenthal am Sonntag gegen Olten in die Playoff-Halbfinals startet, bringt das Ende der Saison und somit auch sein Karriereende unweigerlich näher. Über sich selbst sagt Brent Kelly, dass er kein emotionaler Typ sei. Im Playoff seien Schmetterlinge im Bauch normal, auch bei ihm. Weil es die letzte entscheidende Phase seiner Karriere ist, sei das Empfinden aber nicht anders.

«Ich denke nicht speziell daran, dass meine Karriere bald endet. Wenn es denn wirklich so weit kommt, dann ist das vielleicht anders. Aber emotional werde ich wohl höchstens, wenn das letzte Spiel abgepfiffen ist», sagt Brent Kelly.

Vermissen werde er denn auch nicht unbedingt das Spiel selbst, sondern viel eher die Kameradschaft, das Zusammensein in der Garderobe und seine Schweizer Freunde, die er für seine Familie in Kanada hinter sich lassen wird.

Rührend hat er sich deshalb schon vor dem Start ins Playoff in einem vom SCL verbreiteten Statement für die Gastfreundschaft und die Liebe bedankt, die Langenthal ihm und seiner Familie entgegengebracht hat.

Der langsame Abschied sei nun zwar eingeleitet, zuerst aber steht ein anderer Programmpunkt an: «The time is now», schreibt die Kelly-Family getreu dem SCL-Playoff-Motto. Und wieso sollte die Zeit nicht genau jetzt für den dritten NLB-Titel reif sein? Mit einem wiedererstarkten dreifachen Meister Brent Kelly?

Langenthaler Tagblatt

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