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Langnau hat den Dreh raus

Die SCL Tigers bezwingen den SC Bern bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Die Emmentaler siegen 3:2 nach Verlängerung.

Die Entscheidung: Overtime-Torschütze Eero Elo wird von Harri Pesonen, Samuel Erni und Andrea Glauser gefeiert.
Die Entscheidung: Overtime-Torschütze Eero Elo wird von Harri Pesonen, Samuel Erni und Andrea Glauser gefeiert.
Raphael Moser
Doppeltorschütze: Derbyspezialist Harri Pesonen bejubelt den Ausgleich zum 2:2 und sein fünftes Tor im fünften Derby.
Doppeltorschütze: Derbyspezialist Harri Pesonen bejubelt den Ausgleich zum 2:2 und sein fünftes Tor im fünften Derby.
Raphael Moser
Nicht von der Scheibe zu trennen: Alexei Dostoinov.(rechts) gegen Adam Almquist.
Nicht von der Scheibe zu trennen: Alexei Dostoinov.(rechts) gegen Adam Almquist.
Freshfocus
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Die Nordamerikaner haben diesen wunderbaren Ausdruck für einen Verteidiger, der äusserst defensiv orientiert ist. Der bei Angriffen des eigenen Teams selten bis nie in die gegnerische Zone nachrückt. Der lieber vor dem eigenen Tor absichert. Beat Gerber ist einer dieser «Stay-at-home»-Verteidiger. Der 36 Jahre alte Abwehrspieler hatte gestern im Derby gegen die SCL Tigers in der 36. Minute seinen Auftritt. Er verliess ausnahmsweise sein Zuhause, rückte ins Gästedrittel und verwertete das Zuspiel von Tristan Scherwey.

Tore von Gerber sind äusserst selten und werden entsprechend gefeiert. Und so hätte der Berner Verteidiger mit Vergangenheit in Langnau zur grossen Figur des Abends werden können. Aber es war eben so ein Abend in der Postfinance-Arena, bei dem sich der eine oder andere SCB-Anhänger gedacht haben dürfte: Ach, wäre ich doch besser zuhause geblieben. Das Heimteam spielte ohne Ideen, ohne Emotionen, ohne Power. Zwei lichte Momente gegen Ende des Mitteldrittels – Gerber und Zach Boychuk machten aus dem 0:1 ein 2:1 – genügten nicht. Langnau siegte 3:2 nach Verlängerung und feierte bereits den dritten Saisonsieg über den Rivalen.

Arcobellos Lücke

Ja, es ist Februar, und der erste Tabellenplatz sorgt nicht eben für Dringlichkeit. Dennoch war das schlicht zu wenig, was der SCB diese Woche gegen Ambri und Langnau geboten hat. Die Spieler von Kari Jalonen erhielten dafür einen fürstlichen Lohn in Form von vier Punkten. Gestern durften sie sich bereits nach 13 Sekunden in Überzahl versuchen. Doch das Powerplay, vor einigen Wochen noch auf dem Weg zum Musterschüler, ist wie zu Saisonbeginn wieder das Sorgenkind. Die Tigers nutzten derweil den ersten Ausschluss, wobei Chris DiDomenico und Harri Pesonen die Berner Box auf simple Weise überwanden. Die Gäste führten 1:0 und hätten zu Beginn des Mitteldrittels erneut in Überzahl nachlegen können: Eero Elo verpasste zweimal aus bester Position. Zudem scheiterten DiDomenico, Benjamin Neukom und Nolan Diem.

Beim SCB fiel die Absenz Mark Arcobellos ins Gewicht. Der 30 Jahre alte Amerikaner wird bei 5 gegen 5, im Powerplay wie auch im Boxplay forciert. Er ist aus dem Berner Ensemble nicht wegzudenken. Auch deshalb nicht, weil er seit seiner Ankunft in Bern im Herbst 2016 gerade einmal vier Meisterschaftsspiele verpasst hat. Andrew Ebbett nahm Arcobellos Platz im ersten Angriff ein. Der Kanadier blieb ebenso diskret wie seine Teamkollegen. Dennoch führte der Favorit bis in die 49. Minute. Danach verloren Thomas Rüfenacht und Calle Andersson in der gegnerischen Zone die Scheibe, Harri Pesonen nutzte den Konter zum 2:2. Und in der Verlängerung sicherte Elo den Gästen den verdienten Lohn.

Langnaus Taktik

Langnau hat im Gegensatz zu manch anderer National-League-Equipe einen Weg gefunden, den SCB in Bedrängnis zu bringen. Die Tigers verstehen es ausgezeichnet, den Bernern die Kontrolle zu überlassen, ohne dabei dominiert zu werden. Sie stören aktiv, provozieren Fehler. Und sie haben mit Pesonen einen Stürmer, der wahrhaftig für die Differenz sorgen kann. Der Finne hat gegen den SCB nunmehr fünf Saisontore erzielt.

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