Interne Lösung mit etwas Risiko

Der SC Langenthal hat einen neuen Headcoach. Ex-SCL-Center Jeff Campbell wird Nachfolger von Per Hanberg.

Jeff Campbell wird neuer Headcoach beim SC Langenthal. Das Bild zeigt in der Meisternacht am 3. April 2019

Jeff Campbell wird neuer Headcoach beim SC Langenthal. Das Bild zeigt in der Meisternacht am 3. April 2019

(Bild: Béatrice Beyeler)

Reto Pfister

Noch in der letzten Saison war Jeff Campbell beim SC Langenthal als Stürmer im Kader aufgeführt, er sollte ein neuntes Jahr als Teil der ersten Angriffsreihe mit Brent Kelly und Stefan Tschannen auf Torejagd gehen. Dazu kam es verletzungsbedingt nicht mehr.

Der Kanadier übernahm stattdessen im Herbst die durch den Abgang von Noel Guyaz verwaiste Position des Assistenztrainers und besass für diese Funktion auch einen weiterlaufenden Vertrag. Mit seiner Arbeit war man zufrieden, so zufrieden, dass die Verantwortlichen den 38-Jährigen beförderten. Campbell ist ab sofort Headcoach, sein Arbeitspapier läuft über zwei Jahre.

«Einmal ist das erste Mal»

Mit Campbells Verpflichtung geht Langenthal das Risiko ein, dass ein Mann die Mannschaft führt, der erst am Anfang seiner Trainerlaufbahn steht und noch nie für eine Equipe in der Verantwortung stand. Sportchef Kevin Schläpfer ist dennoch überzeugt davon, die richtige Wahl getroffen zu haben.

«Einmal ist das erste Mal», sagt er. «Jeff war schon als Aktiver ein Leadertyp, die Spieler respektieren ihn als Führungsfigur», nennt Schläpfer Gründe für die Ernennung Campbells zum Cheftrainer.

Und er kenne und lebe die Vereinskultur. Dies sei ein wichtiger Faktor beim Neuaufbau, der auf lange Frist angelegt ist. Das Team der Oberaargauer ist günstiger, wurde verjüngt; aufsteigen darf der SC Langenthal nach dem Verzicht auf die Ligaqualifikation vor anderthalb Monaten während der nächsten drei Saisons ohnehin nicht. Kolportiert wird, dass es sich bei Campbell um eine Billiglösung handeln soll.

«Wir können sicher einem Headcoach keine 300'000 oder 400'000 Franken pro Saison zahlen», sagt Schläpfer dazu. «Wenn wir jedoch wirklich nur auf das Finanzielle hätten achten wollen, dann hätten wir einen Coach aus einer unteren Liga in Kanada oder den USA engagieren müssen. Dieser wäre für ein Butterbrot gekommen. Jeff erhält bei uns einen anständigen Lohn.» Noch nicht bekannt ist, wer den Kanadier assistieren wird; es dürfte sich um eine vereinsexterne Person handeln.

Erst für einen Witz gehalten

Campbell fühlt sich der Aufgabe gewachsen. «Ich freue mich darauf, diese Herausforderung anzunehmen», sagt der ehemalige SCL-Angreifer. «Ich bin bereit dafür.» Damit gerechnet, jetzt schon zum Headcoach ernannt zu werden, habe er allerdings nicht. «Als Kevin Schläpfer mich erstmals anfragte, dachte ich zuerst an einen Witz», sagt Campbell.

«Dann machte er mir jedoch rasch klar, dass er es seriös meint.» Dass er in Langenthal seinen ersten Job als Cheftrainer antreten könne, sei ein grosser Vorteil. «An einem anderen Ort hätte ich kaum jemanden gekannt, dann wäre es vielleicht schwieriger geworden.»

Campbell will ein schnelles und hartes Eishockey spielen lassen, das auf einer guten Defensive basiert. Das Kader, das ihm zur Verfügung steht, ist mehr oder weniger bekannt. Gesucht wird neben dem US-Amerikaner Joey Benik noch ein zweiter ausländischer Stürmer, dazu ein bis zwei Verteidiger und ein zweiter Torhüter. «Dazu könnten noch Spieler von Bern, Biel oder den SCL Tigers kommen, die dort den Sprung nicht schaffen», sagt Sportchef Schläpfer.

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