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Im Fahrstuhl nach unten

Der SC Bern ist 2017 noch nicht auf Touren gekommen. Der heutige Gegner Kloten (19.45 Uhr, Swiss-Arena) aber befindet sich gar im freien Fall.

Luca Cunti soll in Kloten die Wende zum Besseren herbeiführen.
Luca Cunti soll in Kloten die Wende zum Besseren herbeiführen.
Keystone

Krise? Der Begriff wird in Bern zur Unzeit verwendet. Drei Niederlagen aus fünf Partien im neuen Jahr haben einige Exponenten bereits dazu bewogen, von einer Krise zu sprechen. Natürlich waren die Leistungen zuletzt durchzogen bis ungenügend, Effizienz und Leichtigkeit des Meisterseins scheinen vorerst passé. Aber speziell in Bern weiss man mit Blick auf die letzte Qualifikation nur zu gut, was wirklich eine Krise ist.

Der Tabellenführer hat zuletzt vorab in der Fremde enttäuscht: 1:4 in Langnau, 1:5 in Davos. Beim dritten Trip 2017 soll, respektive muss beim SC Bern vieles besser werden. Er gastiert heute beim EHC Kloten; bei einer Mannschaft, die wahrhaftig in der Krise steckt. Ein Sieg aus den letzten zwölf Partien, seit Anfang Dezember mit nur fünf Punkten die schwächste Equipe in der Liga: Kloten erfährt gerade auf schmerzhafte Weise, wie zügig der Fahrstuhl in der ausgeglichenen NLA nach unten sausen kann, wenn ein Team über einen längeren Zeitraum nicht reüssiert.

Begeisterung ist verblasst

Der Auftakt in die Saison war den Klotenern noch vorzüglich geglückt. Der neue Patron Hans-Ulrich Lehmann führte eine ­strikte Kostenkontrolle ein. Die Spieler akzeptierten eine Lohn­reduktion, starteten mit einer ­Jetzt-erst-recht-Mentalität in die Spiel­zeit. Doch die Begeisterung vom Herbst, als Trainer Pek­ka Tirkkonen und die Spieler am Schluefweg Frühlingsgefühle weckten, sie ist nur noch eine blasse Erinnerung. Kloten befindet sich im freien Fall. Und zu allem sportlichen Übel verliess mit Tommi Santala der Erstliniencenter die Mannschaft aus heiterem Himmel und finanziellen Gründen in Richtung Russland.

Als Ersatz konnte vor Wochenfrist der beim ZSC ausser Rang und Traktanden gefallene Luca Cunti geholt werden. Cunti wusste mit drei Punkten aus zwei Begegnungen sogleich zu überzeugen, vermochte aber den Negativtrend (noch) nicht zu stoppen. «Alles geben und weiterkämpfen», sagte er nach der Niederlage in Langnau.

Cunti entnahm der sportlichen Situation auch Positives – er dürfte sich dabei an die Situation vom Frühling erinnert haben, als er mit dem Qualifikationssieger ZSC im Viertelfinal dem achtklassierten SCB unterlag: «Für uns ist jedes Spiel ist wie ein Playoff-Match. Das ist ein Vorteil, wenn du es in die Playoffs geschafft hast. Dann kennst du die Situation des Spiele-gewinnen-Müssens bereits.» Der Haken an der Sache: Klotens Rückstand auf Platz acht beträgt bereits sieben Punkte.

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