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SCL Tigers: Es klingt so simpel

Verlieren die SCL Tigers heute Dienstag (20 Uhr) in Lausanne, ist für sie die Saison vorbei. Es gibt gute Gründe für den 1:3-Rückstand – aber auch Lösungsansätze.

Kein Durchkommen: Lausanne verteidigt den Slot vor Goalie Zurkirchen resolut. Foto: Pascal Muller (Freshfocus)
Kein Durchkommen: Lausanne verteidigt den Slot vor Goalie Zurkirchen resolut. Foto: Pascal Muller (Freshfocus)

Ein Bogen hier, eine Finte dort – Alexei Dostoinov nutzt jeden Zentimeter Eis in der Ilfishalle. Platz hat er genug, seine Mitspieler sind längst in der Garderobe verschwunden. «Wenn du einen Trick auf freiem Eis beherrschst, kannst du ihn vielleicht nach hunderttausend Wiederholungen auch im Match anwenden», sagt er.

«Doch kannst du es ohne Gegner nicht, dann kannst du es im Spiel erst recht nicht.» Absolviert Dostoinov Überzeit, und das tut er oft, geht es ihm nicht zuletzt darum, sich ein gutes Gefühl für die Partie vom nächsten Tag zu holen. «Und ja», sagt der Stürmer nach getaner Arbeit lächelnd, «ich fühle mich gut.»

Dabei könnte ihm, so viel Kalauer sei erlaubt, das Lachen bald vergehen. Schliesslich sind die SCL Tigers noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt. Verlieren sie heute Dienstag (20 Uhr) in Lausanne zum vierten Mal de suite, zieht der LHC in den Halbfinal ein. «Es gibt für uns nichts zu sparen, wir werden alles auf das Eis bringen», sagt Dostoinov. «Wir haben schon gezeigt, dass wir sie schlagen können. Das wollen wir wieder tun.»

Lausanner Riegel

Es gibt gute Gründe für die 3:1-Führung der Lausanner im Viertelfinal. Da wäre einmal die Disziplin. 82 Strafminuten haben die SCL Tigers in vier Partien kassiert, nur Zug liess sich noch mehr zu Schulden kommen. Immerhin: Bei der unglücklichen 1:2-Niederlage am Samstag agierten die Langnauer weit disziplinierter als in den Spielen zuvor.

Doch liegt ihr Hauptproblem in einem anderen Bereich: Sie schiessen schlicht zu wenig Tore. Lässt man den 5:1-Auftaktsieg aussen vor, sind ihnen in drei Partien lediglich drei Treffer gelungen. Es verwundert deshalb kaum, schliesst kein anderes Team im Playoff so wenig aus dem Slot ab wie die SCL Tigers. Und keines schiesst so oft neben das Tor.

Verfügt der Gegner dann noch über ein Bollwerk wie Lausanne, das am meisten Schüsse aller Playoff-Teilnehmer blockt, wird es schwierig. Zu fünft riegeln die Waadtländer den Slot vor Goalie Sandro Zurkirchen jeweils ab, die Scheibe kommt so kaum durch. Durch die defensive Spielweise gelingt es den SCL Tigers zudem kaum, einen Angriff mit einem Mann mehr zu lancieren.

Gefährliche Techniker

Doch den LHC nur auf seine Defensive zu reduzieren, wäre falsch. Die Edeltechniker Joël Vermin, Dustin Jeffrey und Christoph Bertschy machen ihn zu einem äusserst gefährlichen Gegner.

Deshalb erwähnt Eero Elo erst einmal die Defensive, die besser werden müsse. «Und dann gilt es einen Weg zu finden, wie wir vor ihr Tor kommen», hält der Finne fest. Gerade er als «Shooter» wäre nun gefordert. Doch lediglich einmal traf Elo im Playoff, es handelt sich um ein Powerplaytor. Es sei gar nicht so einfach zu schiessen, wenn einem jedes Mal jemand im Weg stehe, sagt er.

Langnauer Ladehemmungen

Fakt ist: Im ersten Spiel ist es den Langnauern gelungen, die Lausanner aus der Reserve zu locken. «Weil wir uns Zeit liessen», sagt Dostoinov. «Wenn wir uns um ihren Slot bewegen, die Scheibe zirkulieren lassen, dann machen sie Fehler.» Eine Option sei, vermehrt in eine 1-gegen-1-Situation zu gehen.

Weil die Lausanner zu fünft zwar sehr solidarisch verteidigen würden, «einer allein aber nicht so gut ist». Das Problem ist bloss, dass Tigers-Coach Heinz Ehlers nicht über viele Spieler verfügt, die einen Gegenspieler im 1 gegen 1 überlisten können. Infrage kämen dafür primär die Stürmer der ersten beiden Linien – doch auf ihr Konto geht lediglich ein Playoff-Tor.

Die Langnauer also wüssten im Prinzip, wie sie Lausanne schlagen können. Und überhaupt: «Man kann sich auch zu viele Gedanken machen», meint Elo. Letztlich müsse das Team einfach so spielen, wie es das in der Qualifikation getan habe. Es klingt so einfach.

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