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Erfolg weckt Begehrlichkeiten

Der EHC Biel geht als Leader in die Nationalmannschaftspause. Sportchef Martin Steinegger ist dennoch gefordert.

Leader Biel will Samuel Kreis (rechts) an sich binden.
Leader Biel will Samuel Kreis (rechts) an sich binden.
Keystone

17 Runden sind gespielt, und noch immer führt der EHC Biel die Tabelle der National League an. Als sich die Seeländer letztmals derart lange an der Tabellenspitze behaupten konnten, fiel gerade die Mauer in Berlin, und über zwei Drittel der aktuellen Mannschaft waren noch gar nicht geboren.

Man könnte also meinen, in Biel herrsche grenzenlose Euphorie. Oder etwa nicht? «Wir führen die Tabelle nach 17 Matchs an, darüber müssen wir happy sein, keine Frage», meinte Antti Törmänen nach der 2:3-Niederlage gegen den SCB. Er machte allerdings nicht den Eindruck, vor Glückseligkeit die ganze Welt umarmen zu können.

Törmänen hat viel mit dem Aufschwung des EHCB zu tun. Seit er das Team letzten Dezember übernommen hat, machte es Schritt um Schritt nach vorne, beendete die Qualifikation auf Rang 3 und zog in den Playoff-Halbfinal ein. Gewiss hat der Leader ein wenig an Schwung eingebüsst und fünf Niederlagen in zehn Spielen kassiert, doch er ist nach wie vor auf Kurs.

Ein Erfolgsfaktor ist zweifellos die Ausgeglichenheit. Sechs EHCB-Spieler haben über zehn Skorerpunkte, eine solche Quote kann kein anderes Team in der National League vorweisen. Zudem lässt Törmänen konsequent mit vier Sturmlinien spielen. Gegen den SCB kamen Fabian Lüthi, Jan Neuenschwander und Julian Schmutz – Biels vierte Reihe – im Schnitt auf rund 14 Minuten Eiszeit.

Ein anderer Grund für den guten Start ist Biels Spielweise: Das Ensemble Antti Törmänens praktiziert schnelles und offensives Eishockey, übt damit viel Druck auf die Gegner aus. «Ich habe die Punkteausbeute zwar nicht so erwartet, aber die Art und Weise, wie wir spielen, überrascht mich nicht», hält Martin Steinegger fest. Die jüngsten Niederlagen erklärt sich der Sportchef wie folgt: «Wir sind ein Tempoteam, hören wir auf zu laufen, kommt das nicht gut.»

Spieler im Fokus

Steinegger wird in den nächsten Tagen und Wochen ziemlich stark gefordert sein. Nicht weniger als zwölf Verträge laufen aus, darunter jene von diversen Leistungsträgern. «Grundsätzlich möchte ich alle Spieler behalten, weil ich mit allen zufrieden bin. Aber das wird nicht möglich sein», lässt er verlauten. Denn der starke Saisonstart hat die Konkurrenz auf den Plan gerufen, was die Spieler teurer macht. Die Bieler sind bereit, für Topspieler an die Schmerzgrenze zu gehen – das taten sie bei Jonas Hiller, Beat Forster und Damien Brunner. Doch als Credo gilt: Der Club gibt nicht mehr aus, als er einnimmt.

Auch Samuel Kreis möchten die Seeländer Verantwortlichen gerne halten. Der ehemalige SCB-Verteidiger hat in Biel grosse Fortschritte gemacht – doch korrespondieren seine Lohnvorstellungen gemäss dem «Bieler Tagblatt» noch nicht mit jenen des Vereins.

Zum Keyplayer auf dem Transfermarkt dürfte überdies Marc-Antoine Pouliot avancieren. Der mit einer Schweizerin verheiratete Kanadier könnte kommendes Jahr den roten Pass erhalten. Allerdings müssten dafür die Mühlen der entsprechenden Ämter schnell mahlen – und davon geht Martin Steinegger nicht aus. «Aber ich bin mit ihm sehr zufrieden und könnte mir vorstellen, ihn auch als Ausländer weiterhin unter Vertrag zu nehmen.»

In Bälde dürfte zudem die Trainerfrage geklärt sein. Die Gespräche zwischen Törmänen und Biel laufen dem Vernehmen nach gut, beide Seiten wollen die Zusammenarbeit fortführen. Der Puck liegt nun beim Finnen, der bereits eine Offerte erhalten hat.

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