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Einer fürs Spektakel, einer für die Ruhe

Zwölf Neulinge stehen im Schweizer Kader. Neun hat Trainer Patrick Fischer bisher eingesetzt. Neben Tristan Scherwey vermochten Enzo Corvi und Mirco Müller Akzente zu setzen.

Neuling und Spielmacher: Im Spiel gegen Österreich brillierte Enzo Corvi mit herausragender Technik.
Neuling und Spielmacher: Im Spiel gegen Österreich brillierte Enzo Corvi mit herausragender Technik.
Keystone

Am Sonntag erzielte Tristan Scherwey gegen die Slowakei sein erstes Tor an einer Weltmeisterschaft. Gestern hatte der Stürmer erneut Grund zum Feiern: Er wurde 27 Jahre alt. Von den Mitspielern gabs ein Ständchen, von Scherwey eine Losung für das dritte Gruppenspiel heute gegen Tschechien: «Die Tschechen werden auf die Niederlage gegen Schweden reagieren. Wir müssen dagegenhalten, wieder mutig und frech spielen und ‹chrampfe›.»

Für das freche, spielerische Element könnte Enzo Corvi sorgen. Der Center hat wie Scherwey im Februar an den Olympischen Spielen zum ersten Mal an einem Grossanlass für die A-Nationalmannschaft gespielt.

Jetzt ist er als WM-Neuling einer von vielen – und trotzdem stand vor dem Turnier kein Debütant so stark im Fokus wie der 25 Jahre alte Akteur des HC Davos. Der Grund war das Wiedersehen mit NHL-Angreifer Nino Niederreiter.

Die beiden Bündner waren als Buben beste Freunde, trieben in der Freizeit allerhand Schabernack, spielten bis zur Stufe Mini beim EHC Chur in der gleichen Linie. Danach schlugen sie Wege ein, die unterschiedlicher kaum hätten sein können: Niederreiter ging früh nach Übersee, setzte sich in der NHL durch.

Corvi setzte auf die Lehre, spielte phasenweise nur noch Plauschhockey in der 2. Liga. 2012 ging er nach Davos. Unter Trainer Arno Del Curto begann der rasante Aufstieg. Und nun sind Niederreiter und Corvi im Nationalteam wieder in einer Linie vereint.

Im Spiel gegen Österreich brillierte Corvi mit herausragender Technik; er erwies sich als Leiter der Kreativabteilung, erzielte das Siegtor. Überrascht ist er nicht, dass es auf Anhieb so gut läuft. Schliesslich hat er Erfahrungswerte aus der Vergangenheit – selbst wenn diese weit zurückliegen. «Wenn Nino und ich zusammen auf dem Eis waren, wurde es immer gefährlich», sagt Corvi.

Müller für die Robustheit

Gegen die Slowakei agierte der Bündner weit weniger auffällig. Stattdessen avancierten Scherwey und Mirco Müller zu Matchwinnern. Der Verteidiger verwertete im Mitteldrittel in Unterzahl ein schönes Scherwey-Zuspiel mit einem prächtigen Handgelenkschuss. Vor allem aber überzeugte Müller in seiner Kernkompetenz: Er strahlte viel Ruhe aus, bewies Übersicht, agierte mit tiefer Fehlerquote und liess die Gegenspieler kaum einmal vor das Tor ziehen.

«Es ist WM. Wir haben viele Neu-linge. Da geht alles sehr schnell und emotional zu und her.»

NHL-Verteidiger Mirco Müller

In jüngerer Vergangenheit fehlte es den Schweizern auch an Robustheit. Nun ist die Equipe in der Summe grösser und schwerer. Müller trägt mit 191 Zentimetern und 93 Kilogramm wesentlich dazu bei.

Der 23 Jahre alte Winterthurer hat 85 NHL-Partien bestritten, sich in der weltbesten Liga aber noch nicht vollumfänglich etabliert. Zuletzt bremste ihn bei den New Jersey Devils ein Schlüsselbeinbruch.

Nervosität verspürte Müller bei seinem WM-Einstand keine. «Das NHL-Business brüht einen ab», sagt er. Wobei: Ganz unberührt liessen ihn die ersten Partien in Kopenhagen dann doch nicht. «Klar: Es ist WM. Wir haben viele Neulinge. Da geht alles sehr schnell und emotional zu und her. Umso wichtiger ist es, Ruhe zu bewahren.»

Müller weiss Bescheid.

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