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Ein Nuller im Bonus-Spiel

Beim keineswegs unwiderstehlichen Leader Zug verliert Langnau 1:2 – das Berner Duell am Strich spitzt sich zu.

Frühe Entscheidung: Ivars Punnenovs kann den Schuss von Geburtstagskind Lino Martschini nicht parieren.
Frühe Entscheidung: Ivars Punnenovs kann den Schuss von Geburtstagskind Lino Martschini nicht parieren.
Andy Müller (freshfocus)

Was ein Geburtstag so alles auslösen kann. Am 21. Januar 2017 wurde Lino Martschini 24, mit einem Hattrick gegen den SCB beschenkte sich der Zuger gleich selbst. Gestern wurde der Nationalspieler 27 – und schien wieder beflügelt zu sein.

Martschini war der Wirbelwind, der er hin und wieder ist auf dem Eis, und er zeigte den 6428 Zuschauern in der Zentralschweiz, was man mit Handgelenk und Hockeystock anstellen kann. In Überzahl traf er herrlich ins hohe Eck, es war das 2:1 fürs Heimteam gegen die SCL Tigers. Und auch wenn das Tor erst bei Spielhälfte fiel, war es bereits die Entscheidung.

Kaum Torchancen

Denn: Dabei blieb es. Die Langnauer vermochten nicht mehr zu reagieren. Sie mussten sich zwar nicht dominieren lassen, vermochten das Geschehen weitgehend ausgeglichen zu gestalten. Aber ihre guten Chancen liessen sich übers ganze Spiel hinweg eben auch an den Fingern einer Hand abzählen.

Da nützte es nichts, forcierte Coach Heinz Ehlers im Schlussabschnitt seine besten Akteure aufs Äusserste. «Wir waren viel zu wenig gefährlich, konnten uns praktisch nie länger in der gegnerischen Zone festsetzen», resümierte Angreifer Pascal Berger. «In solchen Spielen müssen wir mit breiterer Brust auftreten.»

Dabei hatte die Partie aus Sicht der Tigers doch ziemlich gut begonnen. Im ersten Abschnitt passierte kaum Erwähnenswertes; die Zuger waren optisch leicht überlegen, sie führten die Scheibe spazieren, hier ein Pässchen, da eine Finte. Zwingend aber waren die Aktionen keineswegs, die Gäste hielten gut dagegen – und gingen gar in Führung.

Wie später die Zuger nutzten auch die Tigers das erste Powerplay aus. Der Treffer in der 18. Minute wurde Harri Pesonen gut geschrieben. Natürlich Pesonen, Langnaus Lebenselixier. Der seit Wochen glänzend aufgelegte Topskorer umspielte Zugs Goalie Leonardo Genoni, das Buebetrickli vollendete Dario Simion ungewollt mit einem Ablenker ins eigene Gehäuse.

Zu Beginn des Mitteldrittels kam Robbie Earl freistehend aus guter Position zum Abschluss, aber Earl ist eben nicht Pesonen, einmal mehr scheiterte der Amerikaner. Statt 2:0 hiess es kurz darauf nach einem Tor des Ex-Langnauers Yannick-Lennart Albrecht 1:1 (25.), und dann leistete sich Ben Maxwell jenes verhängnisvolle Foul, was zum indirekten Happy Birthday für Martschini verkam.

Ansonsten blieb Maxwell unauffällig, nach zuletzt zahlreichen starken Leistungen jedoch deuten die Zeichen beim Kanadier auf eine Vertragsverlängerung hin. In Trainer Ehlers jedenfalls hat der Center einen wichtigen Fürsprecher.

Glauser mit Comeback

Bei den Tigers blieb die Rückkehr von Verteidiger Andrea Glauser nach sechswöchiger Pause die einzig gute Nachricht. Die Emmentaler dürften doch ziemlich hadern mit der verpassten Chance. Von einem Bonus-Spiel war gesprochen worden, weil auswärts gegen den Leader kaum Punkte hatten budgetiert werden können. Nur war dieser Leader alles andere als übermächtig. «Es wäre einiges dringelegen», meinte denn auch Captain Berger.

Weil Lugano die Pflicht gegen Schlusslicht Rapperswil mit Hängen und Würgen erfüllte, fielen die Langnauer auf Rang 8 zurück – sie liegen zwei Punkte vor Bern. Berger, einst dreifacher Meister mit dem SCB, will nichts von einem innerkantonalen Kampf ums Playoff-Ticket wissen. «In diesen Kampf sind viele Teams involviert. Und er dürfte brutal hart werden.»

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