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«Die Zuger waren mental stärker»

Die Berner haben das Spiel und die Nerven verloren – vor allem Adam Almquist.

Zugs Yannick-Lennart Albrecht (28) bejubelt sein Tor zum 2:1. Berns Jan Mursak bleibt die Enttäuschung.
Zugs Yannick-Lennart Albrecht (28) bejubelt sein Tor zum 2:1. Berns Jan Mursak bleibt die Enttäuschung.
Keystone
Schauspieler und Torschütze: Garrett Roe.
Schauspieler und Torschütze: Garrett Roe.
Urs Lindt/Freshfocus
Die Berner waren in der 12. Minute in Führung gegangen. Jan Mursak jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Die Berner waren in der 12. Minute in Führung gegangen. Jan Mursak jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Keystone
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SCB-Coach Kari Jalonen sucht nach der 1:4-Niederlage keine Ausreden. «Wir haben zu viele Strafen genommen», sagt der Finne und präzisiert dann: «Zu viele unnötige Strafen.» Den Grund dafür nennt Jalonen auch: «Nach den zwei Gegentoren im Mitteldrittel verloren wird den Fokus.»

Dass die Berner sich aus dem Konzept bringen liessen, kam nicht von ungefähr. War die Serie gegen den EHC Biel von exemplarischer Fairness geprägt gewesen, förderte die erste Finalpartie zwischen dem SC Bern und dem EV Zug neben körperbetontem und streckenweise hochklassigem Spiel nämlich auch die hässliche Seite des Eishockey zutage.

Die Hauptdarsteller in dieser Hinsicht waren Adam Almquist und Garrett Roe. Der EVZ-Amerikaner fiel schon früh negativ auf, als er Jan Mursak bei dessen Torjubel anrempelte. «Ich habe das Gerangel nicht angefangen, und dann werden wir beide bestraft», meint Mursak, erwähnt aber auch selbstkritisch: «Wir sind von unserem Plan abgekommen.»

Die negativen Emotionen

Die Nerven verloren die Mutzen nach drei für sie ungünstig verlaufenen Aktionen in kurzer Zeit. Zuerst traf Yanik Burren den Pfosten, dann schoss Yannick-Lennart Albrecht das 1:2, und zu schlechter Letzt, wurde Beat Gerber wegen einer Schwalbe Roes bestraft, die den brasilianischen Fussballer Neymar vor Neid erblassen liesse. Jalonen nahm seine Spieler nicht in Schutz, im Gegenteil. «Ohne Emotionen kannst du nicht gut Eishockey spielen, aber in einem Playoff-Final musst du alles wegstecken, seien es Stockschläge oder Schwalben.»

Für die hässlichste Szene sorgte Adam Almquist: Der SCB-Schwede streckte den Zuger Stürmer Reto Suri mit einem Check gegen Kopf nieder und wurde ausgeschlossen. Wie konnte das passieren? «Das müssen sie ihn fragen», antwortet Jalonen und spricht in seinen Ausführungen von «dummen Fouls». Der Unmut über die Aktion des Verteidigers ist ihm anzusehen. Mursak nimmt seinen Teamkollegen in Schutz: «Er wollte ihn bestimmt nicht am Kopf treffen, denn Adam ist kein dreckiger Spieler.» EVZ-Goalie Tobias Stephan sagt derweil, er habe viel mehr Checks gesehen als in den Serien zuvor, «nur einer hat es etwas übertrieben».

EVZ-Verteidiger Santeri Alatalo sagt, im ersten Drittel habe man gemerkt, dass er und seine Teamkollegen eine Woche lang abends auf dem Sofa gesessen seien. Später, als seine Mannschaft das Tempo erhöht habe, sei dann die hohe Belastung der Berner ersichtlich gewesen. «Die Zuger waren diesmal mental stärker», bilanziert Mursak.

Sein Coach hat den Blick schon nach vorne gerichtet. «Im Playoff musst du schnell lernen», sagt Jalonen.

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