Die Tigers drängen weiter voran

Dass die besten Emmentaler Nachwuchsspieler künftig für den Nati-A-Club kämpfen, ist seit gestern vertraglich gesichert.

Matthias Sempach und Peter Jakob präsentieren das neue Trikot, in dem die SCL Tigers die bevorstehende Saison bestreiten werden.

Matthias Sempach und Peter Jakob präsentieren das neue Trikot, in dem die SCL Tigers die bevorstehende Saison bestreiten werden. Bild: Keystone

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Gestern sind die Verantwortlichen der SCL Tigers AG mit grobem Geschütz aufgefahren. Rund hundert Personen, Sponsoren und Medienschaffende, haben sie nach Affoltern in die Emmen­taler Schaukäserei eingeladen. Dort gaben sie zur Eröffnung der neuen Eishockeysaison eine ganze Batterie von Neuerungen bekannt.

Seit der Sanierung und Erweiterung des Ilfisstadions hat sich das Unternehmen SCL Tigers etabliert. Die Bodenhaftung hat es aber nicht verloren. Das zeigt sich auch am Saisonziel. Der neue Sportchef Marco Bayer nannte keine Position in der Rangliste als Ziel, sondern «dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln». So wie der Verein in den vergangenen drei Saisons Platz um Platz nach vorn gerutscht sei, solle es weitergehen.

Gerade weil die SCL Tigers wohl mit dem tiefsten Budget in ihrer Liga auskommen müssten, «wollen wir gegen aussen auf dem Boden bleiben», sagte Bayer. Aber intern seien klare Ziele definiert worden. «Denn nur wenn wir sportlich erfolgreich sind, haben wir Geld zur Verfügung.»

Alle unter einem Dach

Auch die Geschäftsstelle habe ein hartes Training durchgemacht, versicherte Geschäftsführer Peter Müller. Die SCL Tigers hätten sich «unternehmerisch fitgetrimmt». Das soll nun auch sichtbar werden. Die verschiedenen Bereiche, die heute das Langnauer Eishockeyunternehmen ausmachen, treten unter einer Dachmarke auf: Eis-stark nennt sie sich. Unter Eis-Talente figurieren die SCL Young Tigers, unter Eis-Erlebnis die Ilfishalle und unter Eis-Genuss das Bistro 46.

Mit Genugtuung erfüllte Peter Müller, dass das oft als rückständig bezeichnete Emmental im ­nationalen Eishockey in Sachen Fankultur etwas bewegen konnte: Die Kampagne «Respect faire Fans» werde ab Dezember in allen Clubs der A- und B-Ligen gestartet.

Auch Langnau werde die Kampagne weiterführen. Müller war wichtig, zu betonen, dass nicht Probleme mit den eigenen Fans der Auslöser für das Projekt gewesen seien, im Gegenteil: «Damit wollten wir ihnen zeigen, dass sie das wichtigste Fundament unseres Unternehmens sind.» Auf die Stimmung und die Emotionen, welche die Anhänger in ein Stadion brächten, könne dieser Sport nicht verzichten.

Zweites Tatzenderby

Eine besondere Stimmung erhoffen sich die Verantwortlichen von einem Eishockeyspiel, das am 2. Januar 2019 ausgetragen wird. Unter freiem Himmel soll im Stade de Suisse, wo normalerweise der Fussball rollt, wieder ein Tatzenderby stattfinden. Vor zwölf Jahren sind die SCL Tigers und der SC Bern bereits vor dieser Kulisse, die 26 000 Zuschauer aufnehmen kann, gegeneinander angetreten. Der Vorverkauf startet am 1. Oktober, wenn auch das Rahmenprogramm bekannt wird.

Kritische Töne schlug Tigers-Verwaltungsratspräsident Peter Jakob an. Ihn stört die Lohnentwicklung in diesem Sport. «Damit tun wir dem Schweizer Eishockey keinen Gefallen», sagte er. Die in seinen Augen zu hohen Löhne thematisiere er denn auch an jedem Treffen mit den anderen Clubpräsidenten. Obwohl er dafür jeweils bloss «müde belächelt» werde, «werde ich nicht aufgeben». Auch dass die Kosten für die Sicherheit laufend zunehmen, gefällt dem Präsidenten nicht.

Seine Geldsorgen

Für Jakob ist wichtig, dass die SCL Tigers auf junge Spieler setzen können. «Die besten aus der Region müssen nach Langnau kommen.» Dass dies geschieht, regelt ein gestern unterzeichneter Kooperationsvertrag zwischen den SCL Young Tigers, den Brandis-Junioren, dem HC Huskys Region Schallenberg und dem EHC Burgdorf.

«Das zweite Eisfeld wird nur finanziert, wenn die Jakob AG als Bauherrin und Schuldnerin auftritt.»

Peter Jakob, Präsident
Verwaltungsrat SCL Tigers AG

Doch für eine ­bessere Nachwuchsförderung sind die SCL Tigers auf ein zweites Eisfeld angewiesen. Die eine grosse Hürde auf dem Weg dahin ist so gut wie überwunden. Sobald die neue Markthalle in Schüpbach bezugsbereit ist, werden die Betreiber dem Abbruch der heutigen Halle neben dem Ilfisstadion zustimmen. Das dürfte nächsten Frühling so weit sein (wir berichteten).

Nun steht Peter Jakob vor der zweiten grossen Hürde, jener der Finanzierung. Keine Bank investiere in ein Sportunternehmen. Der Bau sei nur möglich, wenn seine Drahtseilfirma Jakob AG als Bauherrin und Schuldnerin auftrete. «Das wollte ich nie, aber jetzt sind wir an diesem Punkt», sagte er. 17 bis 18 Millionen Franken wird das zweite Eisfeld kosten. Immerhin hätten ihm KMU und Privatpersonen inzwischen mündliche Darlehen in Höhe von 6 bis 7 Millionen zugesichert – Gelder also, die Jakob mittel- bis langfristig zurückzahlen muss.

Im besten Fall ist mit einem Baubeginn nach Saisonende im Frühling 2020 zu rechnen. In Betrieb genommen würde das ­zweite Eisfeld ab der Saison 2021/2022. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 13.09.2018, 19:34 Uhr

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