Die SCL Tigers geraten in Zug aus der Spur

Langnau verliert in Zug 2:4 und zum ersten Mal nach vier Siegen.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Wohl dem, der so viel Zeit für einen kleines Spässchen hat. Drei Minuten sind in der Bossard-Arena noch zu spielen, der EV Zug führt gegen die SCL Tigers 4:2. Da wird auf dem Video-Würfel die Kiss-Cam eingespielt. Doch sucht der VJ für einmal nicht im Publikum nach mehr oder minder Verliebten, sondern auf der Zuger Bank. Coach Dan Tangnes bemerkt das, worauf er kurzerhand seinen Assistenten Josh Holden packt, ihm ein Küsschen auf die Stirn gibt.

Diese Szene fasst die Leichtigkeit des Seins der Zuger im Prinzip perfekt zusammen. Wie auf Schienen scheinen sie im Moment zu gleiten, immer noch in der Lage, eine Schippe nachzulegen, wenn es denn nötig ist. Das müssen auch die SCL Tigers anerkennen, die mit dem 2:4 die erste Niederlage nach zuletzt vier Siegen kassieren. «Wir haben eigentlich gut gespielt», hält Coach Heinz Ehlers fest. «Aber wir machten ein paar Fehler zu viel. Und Zug war unglaublich souverän.»

Albrechts unmögliches Tor

Seit Ehlers in Langnau das Sagen hat, wird Eishockey bekanntlich in erster Linie gearbeitet. Und das durchaus mit Erfolg, schliesslich sind die SCL Tigers als Aussenseiter nach wie vor auf Playoff-Kurs. Gleichwohl ist Ehlers dem schönen Spiel nicht abgeneigt. So hatte er den EV Zug bereits im Vorfeld in den höchsten Tönen gelobt und gesagt, es bereite ihm Freude, den Zugern zuzuschauen.

Gewiss setzte der Tigers-Coach alles daran, dass sein Team den Zugern so wenig Freude wie möglich bereitet. Bloss ist das alles andere als einfach. Weil der EVZ seit Monaten auf einem relativ hohen Niveau spielt, selbst durch diverse Ausfälle nicht aus dem Konzept gerät. Und so gelingen einem manchmal Tore, die eigentlich gar nicht möglich sind. Beim 1:0 also schob Yannick-Lennart Albrecht beim Bully die Scheibe unter den Beinen seines ehemaligen Teamkollegen Pascal Berger hindurch und erwischte damit auch noch Damiano Ciaccio.

Zwar vermochte Andrea Glauser das Skore in Überzahl auszugleichen, doch dann liessen sich die Gäste wiederum nach einem Bully in der eigenen Zone erwischen. Rapahel Diaz konnte unbehelligt vors Tor marschieren und den Puck unter die Latte knallen. Nun wurde die Gangart etwas ruppiger, mehrfach gerieten sich Langnauer und Zuger in die Wolle. Doch behielten Letztere einen kühlen Kopf. Selbiges konnte man von Chris DiDomenico nicht behaupten. Nach einem Rencontre mit Thomas Thiry echauffierte sich der Tigers-Topskorer dermassen, dass er für zehn Minuten in die Kühlbox gestellt wurde.

Die Langnauer liessen aber nicht locker, und als Alexei Dostoinow zehn Minuten vor Spielende zum 2:3 traf, schien sogar wieder etwas Spannung aufzukommen. Doch sollte diese nur zwei Minuten dauern: Lino Martschini entwischte und traf sehenswert zum Schlussstand.

Saisonende für Johansson

Am Samstag werden die Langnauer auf einen Gegner von ganz anderem Format treffen. Ambri-Piotta ist zwar nicht so souverän wie der EVZ, doch nach dem Derby-Sieg über Lugano dürften die Leventiner mit viel Moral ins Emmental reisen. Das Duell der beiden Überraschungsteams verspricht also viel Spannung.

Definitiv keinen Einsatz mehr für die SCL Tigers wird übrigens Mikael Johansson bestreiten. Der Schwede muss sich an der Hüfte operieren lassen. Mit Stefano Giliati haben die Emmentaler bekanntlich einen Ersatz verpflichtet. Vorerst will Ehlers die Dienste des Italo-Kanadiers aber nicht in Anspruch nehmen.

Berner Zeitung

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