Die Künstler sorgen für die Differenz

Die SCL Tigers unterliegen auswärts einem starken Lausanne 2:5 und liegen nun in der Viertelfinal-Serie erstmals zurück.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Knapp drei Minuten sind noch zu spielen, doch im Lausanner Provisorium hält es kaum jemanden mehr auf seinem Sitz. Die Waadtländer Fans singen, stampfen und klatschen ihr Team richtiggehend nach vorne. Und dieses lässt nichts mehr anbrennen. Obwohl die SCL Tigers alles versuchen, mit einem sechsten Feldspieler agieren, können sie die Niederlage nicht abwenden. Im Gegenteil: 28 Sekunden vor dem Ende sorgt Christoph Bertschy mit dem Empty-Netter für den 5:2-Schlussstand.

Die SCL Tigers spielten lange auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Doch diverse Strafen – und die individuelle Klasse Lausannes – sorgten für die Differenz.

Das Powerplay als Plus

«Special Teams» heissen die Unter- und Überzahlformationen im Eishockey. Weil sie eben den Unterschied ausmachen können. Und das beweisen die beiden Teams im Startabschnitt eindrücklich: Drei der vier Tore fallen im Powerplay. Erst benötigt Dustin Jeffrey lediglich neun Sekunden im ersten Waadtländer Überzahlspiel, um das Führungstor Federico Lardis auszugleichen. Wobei der Topskorer von einem formidablen Zuspiel des starken Jonas Junland profitiert. Aber auch die SCL Tigers wissen ihr «Special Team» in Szene zu setzen. 20 Sekunden nur sitzt Dario Trutmann auf der Strafbank, da umkurvt Eero Elo zuerst zwei Lausanner und trifft dann präzise zum 2:1. Doch die Antwort der Gastgeber lässt nicht lange auf sich warten: Joël Vermin läuft im Powerplay mit viel Tempo in die Zone der Emmentaler, behauptet die Scheibe mit Können und etwas Glück und trifft zum 2:2.

5:1 hatten die SCL Tigers die Auftaktpartie am letzten Samstag gewonnen, wobei Lausanne keinen guten Eindruck machte. 3:0 siegten die Waadtländer am Dienstag – gegen schwache Langnauer. In Akt Nummer 3 sind beide Teams auf der Höhe, entsprechend liefern sie sich einen attraktiven Schlagabtausch. Wobei mit Schlägen nicht gegeizt wird: Chris DiDomenico läuft abermals hochtourig, und er findet in Robin Grossmann einen Konterpart. Der Verteidiger spielt für seine Teamkollegen jeweils mit einem Lächeln im Gesicht den Rächer. Im Falle DiDomenico allerdings sind diese Mätzchen eher kontraproduktiv. Zu sehr scheint er sich vom Drum und Dran ablenken zu lassen, als dass er für sein Team mit seiner spielerischen Qualität den Unterschied ausmachen könnte.

Disziplin ist gefragt

Selbiges kann man von der erste Lausanner Sturmformation um Jeffrey, Vermin und Bertschy nicht behaupten, öfters stellt sie die SCL Tigers vor Probleme. So überrascht es kaum, stehen sie am Ursprung des vierten Treffers (49.), der den Langnauern endgültig den Wind aus den Segeln nimmt. Nach einer sehenswerten Kombination kann Ciaccio den Abschluss Vermins zwar noch parieren, doch prallt der Puck danach an das Bein von Anthony Huguenin und von dort ins Tor.

Nun also liegen die SCL Tigers im Viertelfinal erstmals zurück. Das ist nach der Papierform gewiss keine Überraschung und an sich kein Grund zur Beunruhigung. Am Samstag schon bietet sich den Emmentalern zuhause die Chance zur Korrektur. Allerdings wird dafür eine disziplinierte Leistung das A und O sein. Denn die Lausanner haben nun Fahrt aufgenommen – ganz besonders in den «Special Teams».

Berner Zeitung

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