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Deutsche Hockey-Arena erhält türkischen Namen

Die Arena der Krefelder Pinguine hat ab Januar 2019 einen neuen Sponsor. Der türkische Name führt zu rassistischen Pöbeleien.

Der Krefelder Königpalast heisst ab Januar 2019 Yayla-Arena. (Bild: Getty Images)
Der Krefelder Königpalast heisst ab Januar 2019 Yayla-Arena. (Bild: Getty Images)

Sie hiess mal Königpalast – die Spielstätte der Krefelder Pinguine, dem deutschen Eishockeyclub in der DEL. Damit ist bald Schluss. Ab Januar heisst das Stadion Yayla-Arena. Grund dafür ist ein neuer Sponsor, das Krefelder Unternehmen Yayla, mit türkischen Wurzeln. Yayla bedeutet so viel wie «Grüne Almlandschaften», was ja ziemlich harmonisch klingt.

Harmonie gibt es in Krefeld seit der Bekanntgabe der Namensänderung nur noch wenig. Einige Fans gehen auf die Barrikaden. In den sozialen Medien grassieren rassistische Kommentare wie «Ist ein Grund, um nicht mehr zum Spiel zu gehen», «Das kann doch nicht deren Ernst sein?! Langsam reicht es aber wirklich» oder «Ist das ab sofort eine Moschee?». Und das sind noch die harmlosen Posts. Andere Kommentare wie «Kanakentempel» oder «Ölaugenarena» wurden entfernt, wie Zeit.de berichtet.

«Solche Leute wollen wir nicht in der Halle»

In Krefeld, einer Stadt mit 16,3 Prozent Ausländern, eine «für eine kleine Grossstadt in Nordrhein-Westfalen eher niedrige Zahl» (Zitat Zeit.de), ist man ob dieser Reaktionen nicht überrascht. So sagt Katharina Schneider-Bodien, Pressesprecherin der Pinguine: «In der Stadt herrscht ein rauer Ton, vor allem beim Thema Ausländer.» Das will der Eishockey-Club nicht dulden. «Wir lesen und prüfen diese Kommentare. Wer unter seinem Klarnamen hetzt und Dauerkarteninhaber bei uns ist, dem kündigen wir, der bekommt sein Geld zurück. Solche Leute wollen wir nicht in der Halle haben», sagt Schneider-Bodien.

Die Firma Yayla äusserte sich ebenfalls zu den Anfeindungen. Marketingchefin Buket Ünal sagte in einem Interview mit der «Westdeutschen Zeitung»: «Vielleicht können wir so ja auch ein wenig zu einem besseren gesellschaftlichen Klima beitragen. Der Zusammenhalt zwischen Deutschen und Türken hat ja zuletzt ziemlich gelitten, im Sport sind aber letztendlich alle gleich.»

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