Zum Hauptinhalt springen

SCB: Es läuft und läuft und läuft und läuft

Der SC Bern gewinnt ein Spiel, welches bereits verloren schien: Er bezwingt die ZSC Lions 4:3 nach Verlängerung und feiert den siebten Sieg in Folge. Ausgerechnet Rückkehrer Eric Blum gelingt das entscheidende Tor.

Mika Pyörälä (Bern) wird von den Schiedsrichtern zurückgehalten.
Mika Pyörälä (Bern) wird von den Schiedsrichtern zurückgehalten.
Raphael Moser
In Bedrängnis: SCB-Spieler Marc Kaempf wird von Mike Künzi an die Bande gedrückt.
In Bedrängnis: SCB-Spieler Marc Kaempf wird von Mike Künzi an die Bande gedrückt.
Raphael Moser
Mika Pyörälä und Eric Blum feiern das 4:3.
Mika Pyörälä und Eric Blum feiern das 4:3.
Raphael Moser
1 / 8

An der Achse Bern–Zürich führt im Schweizer Eishockey kein Weg vorbei. Es sind die zwei Klubs mit der stärksten Ausstrahlung, der grössten Kulisse, geführt von CEOs, die es bestens verstehen, Verbandspolitik zu betreiben und ihren Einfluss geltend zu machen. Wer Marc Lüthi und Peter Zahner nicht genehm ist, hat es schwer. Und sportlich zählen die zwei Schwergewichte Saison für Saison zu den Titelkandidaten.

Dies ist 2017/2018 nicht anders, selbst wenn die Löwen gerade nicht wie Könige auftreten und manchmal gerne zur Kür ansetzen, obwohl die Pflicht noch nicht absolviert ist. Der neue Sportchef Sven Leuenberger jedenfalls ist bestrebt, an der Intensitätsschraube zu drehen. Kaum einer weiss so gut wie er, wie hart bei der Konkurrenz in Bern gearbeitet wird.

Hart arbeiteten am Freitag im direkten Vergleich aber auch die Lions – vielleicht sogar ein My härter als die Berner. Jedenfalls hatten die Gäste mehr Spielanteile. Am Ende blieb ihnen aber nur ein Punkt. Der Berner Eric Blum traf in der Verlängerung zum 4:3. Jener Blum, der einst mit 16 Jahren bei den Zürchern seinen ersten Profivertrag unterschrieben hatte und am Freitag nach seiner Handverletzung sein erstes Saisonspiel bestritt. Der 31 Jahre alte Offensivverteidiger wurde zum Helden des Abends. Beinahe wäre diese Ehre dem Zürcher Pius Suter zuteil geworden – doch mehr dazu später.

Scherweys Zeichen

Den ersten Zürcher Treffer erzielte mit Mattias Sjögren einer, der eher Arbeiter statt Techniker ist. Die Gäste kamen durch Roman Wick und Reto Schäppi zu weiteren Möglichkeiten. Sie waren vor allem läuferisch einen Tick besser. Beim SCB bekundete speziell die Linie um Topskorer Andrew Ebbett Mühe: Sie stand bei zwei Gegentoren im Schilf respektive auf dem Eis.

Es brauchte einen Energieanfall von Tristan Scherwey sowie ein ungutes Stellungsspiel von Goalie Lukas Flüeler, damit Bern in die Partie fand. Plötzlich agierte der Meister mit Leichtigkeit: Ramon Untersander fand hinter dem eigenen Tor stehend mit seinem Zuspiel Simon Moser, 2:1.

Und auf den Ausgleich durch Suter folgte prompt die Reaktion durch Thomas Rüfenacht. Eine Szene später beanspruchte der SCB viel Glück, als Chris Baltisberger bei einem Abpraller die Latte traf. Der Puck fiel runter wie ein Sack Zement, landete auf und nicht hinter der Linie.

Das Bier zu früh geholt

Das Verpasste holte ZSC-Captain Patrick Geering früh im Schlussdrittel nach. Und nach 37 Sekunden in der Verlängerung tauchte Geering erneut vor Genoni auf. Er setzte Untersander unter Druck, dieser vertändelte den Puck, Suter traf zum 4:3. Spieler, Trainer, Zuschauer schienen das Verdikt zu akzeptieren.

Doch die Referees wollten es genauer wissen, konsultierten die Aufzeichnung und sahen, dass Geering bei Suters Abschluss sanft den Schoner von Leonardo Genoni touchierte. Das Tor wurde annulliert, ZSC-Coach Wallson geriet in Wallung, monierte ein Beinstellen an Geering. Am schnellsten auf den Beinen war gute drei Minuten später Berns Gaëtan Haas: Er zog mit dem Puck vors Tor und bedrohlich nahe an Flüelers Schonern vorbei – Blum erbte.

«Nach dem ­vermeintlichen Siegtor sind wohl einige aufgestanden und haben sich ein Bier geholt – umso schöner ist es, ­konnten wir den Match noch gewinnen.»

Eric Blum

«Nach dem vermeintlichen Siegtor der Lions sind wohl einige in der Halle aufgestanden und haben sich ein Bier geholt», sagte Blum, «umso schöner ist es, konnten wir den Match noch gewinnen.» Und Tristan Scherwey brachte die Gemütslage beim SCB auf den Punkt: «Es läuft.» Der Meister hat nunmehr siebenmal in Folge reüssiert. Am Samstag reist er zum Derby nach Langnau.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch