Das Schützenfest

Der SC Langenthal gewinnt auswärts in Kloten gleich mit 6:0. Er kann am Sonntag die Serie entscheiden und in den Halbfinal des Playoff einziehen.

Viele Gründe zum Jubeln: Die Langenthaler feiern ihren Kantersieg.

Viele Gründe zum Jubeln: Die Langenthaler feiern ihren Kantersieg.

(Bild: Leo Wyden)

Der SC Langenthal schlägt den EHC Kloten auswärts mit 6:0, nachdem nach nur einem Drittel schon 5:0 stand. Sie haben richtig gelesen. Nach den ersten 20 Minuten führte der SC Langenthal im vierten Viertelfinalspiel auswärts gegen den Absteiger aus der NLA mit 5:0.

Gründe gibt es dafür viele. Dem SCL wurden die Tore phasenweise auf dem Silbertablett präsentiert. Wegen dem Ausfall von Torhüter Joren van Pottelberghe war die Unsicherheit der Zürcher Unterländer derweil gross, nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel schien der SCL dagegen ruhig und konzentriert.

Am besten lässt sich der Unterschied mit den beiden Powerplays beschreiben. Kloten spielte schon im ersten Abschnitt während zwei Minuten doppelte Überzahl. Beim Stand von 3:0 wäre dies die beste Chance auf ein Comeback gewesen, das anhaltende Gezittere an der Scheibe bewies aber die Unsicherheit noch deutlicher.

In einer hektischen Situation auf der Gegenseite stand Nico Dünner plötzlich alleine vor dem Tor, ungedeckt und frei, und statt überhastet den Abschluss zu suchen, kontrollierte er die Scheibe, blickte in die Runde und spielte den Puck quer auf Brent Kelly. Dieser zögerte nicht und schoss vor leerem Tor das 4:0.

Pfiffe zur Pause

Nach 20 Minuten war die Partie entschieden, Frust machte sich bei den Klotenern breit. Zahlreiche Fans verliessen das Stadion, andere pfiffen lautstark. Auch hier gab es viele Gründe. Schon das erste Tor, erzielt mit einem Ziehschuss von Dario Kummer, schien haltbar, der zweite Treffer brockte dem Klotener Schlussmann endgültig Spott und Hohn ein.

Tim Guggisberg fing die Scheibe unbedrängt, liess sie fallen und Luca Wyss preschte vors Tor, schlug auf die freie Scheibe und haute sie damit schockartig ins Tor. Weil Rene Back eine Scheibe als letzter Mann an Toms Andersons verlor und Robin Leblanc das dritte Powerplaytor in diesem Spiel schoss, führte auch das Zwischenresultat von 5:0 zu reichlich Unmut.

Erstaunen bereitete die Reaktion von Trainer André Rötheli respektive dessen Nicht-Reaktion. Erst beim 3:0 tauschte er die Schlussmänner aus, auf ein Time-Out verzichtete er. Die zwischenzeitlich längste gegentorlose Phase endete in der 36. Minute: Kloten-Verteidiger Fabian Ganz bediente SCL-Kanadier Pascal Pelletier (!), der Andrin Seifert umkurvte und auf 6:0 erhöhte.

Verständlicherweise war im Schlussdrittel die Luft draussen, es blieb einzig das Warten auf die Schlusssirene. «Es ist nur ein Sieg», betonte Andersons. In der Kabine herrsche keine Euphorie, schliesslich fehle noch ein Sieg. Diesen kann der SCL am Sonntag realisieren.

Kloten - Langenthal 0:6 (0:5, 0:1, 0:0)

Swiss Arena. – 4507 Zuschauer. – SR: Mollard/Fluri, Kehrli/Schlegel. – Tore: 5. Kummer (Maret/Ausschluss Füglister) 0:1. 7. Wyss 0:2. 10. Andersons (Ausschlüsse Dünner, Brunner) 0:3. 16. Kelly (Dünner, Pelletier/Ausschluss Füglister) 0:4. 20. (19:53) Leblanc (Kelly/Ausschluss Combs) 0:5. 36. Pelletier (Sterchi) 0:6. – Strafen: 5mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten (Füglister) gegen Kloten. 7mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Langenthaler Tagblatt

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