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Bodenmanns Rückkehr, Jobins Wunsch

Beim SC Bern wird Flügel Simon Bodenmann am Dienstag in Biel sein Comeback geben. Die Viertelfinalserie ist vor allem für David Jobin speziell: Der Verteidiger wohnt im Seeland und möchte seinen Abschied aus Bern hinauszögern.

Comeback nach einem Monat Pause: Simon Bodenmann greift heute in Biel wieder ins Geschehen ein.
Comeback nach einem Monat Pause: Simon Bodenmann greift heute in Biel wieder ins Geschehen ein.
Andreas Blatter

Einige sagen, er sei wie ein Töff. Andere meinen, er gehe ab wie ein Pferd. So oder so: Mit Simon Moser, diesem Schrank von einem Spieler, möchte auf dem Eis niemand zusammenprallen. Simon Bodenmann weiss, wie es sich anfühlt. Am 4. Februar stiessen die beiden Stürmer des SC Bern im Match gegen die ZSC Lions zusammen, notabene im Powerplay. «Richtig blöd» sei die Situation gewesen, sagt Bodenmann. «Hätte es sich um einen Gegenspieler gehandelt, wäre ich in ihn reingefahren, hätte den Check gesucht. So aber haben beide versucht auszuweichen. Es lief sehr unglücklich.»

Der Zusammenstoss blieb für Bodenmann nicht ohne Folgen. Der Flügel erlitt eine Hirnerschütterung, musste den Zeitpunkt der Rückkehr immer wieder verschieben. «Ich hatte gehofft, vor den Playoffs noch die eine oder andere Partie bestreiten zu können. Aber ich wollte nichts riskieren.» Heute ist der Zeitpunkt für das Comeback gekommen, Bodenmann wird in Biel nach über einem Monat Pause wieder zur SCB-Aufstellung gehören. «Er ist bereit», sagt Trainer Kari Jalonen. Bodenmann nickt. «Ich werde versuchen, so schnell wie möglich den Spielrhythmus zu finden.»

Mit Bodenmann erhält Jalonen auf den Flügelpositionen mehr Möglichkeiten. Dafür fehlt dem Coach wegen des Ausfalls von Marc Reichert mindestens bis zum Ende der Viertelfinals ein Center. Dies legt die Vermutung nahe, wonach Jalonen bei den Ausländern im Angriff eher auf Flügel Ryan Lasch als auf Mittelstürmer Aaron Gagnon verzichten könnte.

Doch im Training war es Gagnon, der bei den Übungen als einziger Ausländer mit den Überzähligen agierte. «Der Entscheid fällt am Spieltag», sagt Jalonen. Sein Ausländerquartett für heute mag der Finne nicht aufdecken, er hält es eng bei der Brust. «Aber egal, wer spielt: Im Vergleich mit dem ersten Match können wir besser sein – und wir müssen besser sein.»

Jobin wie Dellsperger?

David Jobin pflichtet seinem Trainer bei. «In Ordnung» sei der Auftritt beim 2:1-Erfolg am Samstag gewesen, «aber in Biel wird diese Leistung nicht gut genug sein.» Für den Verteidiger ist der Playoff-Vergleich mit den See­ländern durchaus speziell. Er wohnt in Bellmund, einen Katzensprung von Biel entfernt. Interessenskonflikte gebe es keine, sagt Jobin: «Bellmund ist ein eher ruhiger Ort.»

Er ergänzt mit einem Schmunzeln: «Es gibt dort nicht nur Biel-, sondern auch SCB-Fans. Aber ich spreche zurzeit sowieso nicht oft mit den Nachbarn.» Der Verteidiger misst der heutigen Partie eine hohe Bedeutung bei, erachtet er doch Spiel zwei in einer Playoff-Serie für gewöhnlich als das wichtigste. «Ist die Mannschaft, die verloren hat, fähig, eine Reaktion zu zeigen? Oder kann das siegreiche Team den Erfolg bestätigen? Das zweite Spiel ist oft wegweisend.»

Wohin Jobins Weg nach dieser Saison führen wird, darüber mag der 35 Jahre alte Jurassier während der Playoffs nicht sprechen. Klar ist, dass der dienstälteste SCB-Spieler den Klub im Frühling nach zwanzig Jahren Treue verlassen muss. Für die Zukunft ausserhalb des Eishockeys scheint Jobin gewappnet; er hat Anfang Jahr eine eigene Firma gegründet, die auf Immobilienbewertung spezialisiert ist. «Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen», sagt Jobin. «Ich will nicht daran denken, was danach sein könnte. Ich wünsche mir nun einfach noch möglichst viele Spiele mit dem SCB.»

Vier Meistertitel hat er mit dem SCB geholt. Ein fünfter Triumph würde den introvertierten Verteidiger auf die Stufe von Roland Dellsperger hieven. Der verstorbene Ehrencaptain gilt in der Geschichte als einziger Spieler mit fünf Berner Meistertiteln – selbst wenn «Däusi» bei seinem ersten Erfolg 1965 als NLA-Schnupper­stift unter Trainer Ed Reigle noch nicht regelmässig zum Team ­gehörte.

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