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Noch keine Panik beim SCB

Der SC Bern hat am Wochenende gegen die ZSC Lions (2:3) und gegen Biel (4:5) nach Penaltyschiessen verloren. Obwohl der Meister unter Kari Jalonen erstmals drei Niederlagen in Serie bezogen hat, herrscht keine Unruhe.

Sieger im Direktduell: ZSC-Finne Lauri Korpikoski bezwingt SCB-Goalie Pascal Caminada im Penaltyschiessen gleich zweimal.
Sieger im Direktduell: ZSC-Finne Lauri Korpikoski bezwingt SCB-Goalie Pascal Caminada im Penaltyschiessen gleich zweimal.
Keystone
Andre Heim wird vom Zürcher Ronalds Kenins gestoppt.
Andre Heim wird vom Zürcher Ronalds Kenins gestoppt.
Keystone
Gestrauchel vor dem Berner Tor.
Gestrauchel vor dem Berner Tor.
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Nach dem Match gegen die ZSC Lions stellt sich Kari Jalonen, der Cheftrainer des SC Bern, gut gelaunt den Medienschaffenden. Dann und wann huscht dem finnischen Perfektionisten sogar ein Lächeln über die Lippen. «Ich muss mir keine Sorgen machen», sagt Jalonen und fügt an: «Wir führen die Tabelle immer noch an.»

Das ist zwar richtig, doch die Rangliste spiegelt den Formstand der Mannschaft nicht korrekt. Erstmals seit der Amtsübernahme des Erfolgstrainers aus dem hohen Norden hat der SCB dreimal in Serie verloren. Nach der dienstäglichen 3:5-Niederlage gegen die SCL Tigers unterlag der Meister am Samstag Biel (4:5) und am Sonntag den ZSC Lions (2:3), jeweils im Penaltyschiessen.

Diverse Parallelen

Wie die Entscheidung fiel, war nicht die einzige Parallele. Schon am Samstag war Jalonen in aufgeräumter Stimmung vor der Presse erschienen, obwohl er zugeben musste: «Wir haben die gleichen Fehler wie am Dienstag gemacht, obwohl wir am Mittwochmorgen ausführlich darüber gesprochen hatten, was gegen die SCL Tigers schiefgelaufen war.»

Sowohl gegen Biel als auch gegen den ZSC befand sich der SCB keine Sekunde in Rückstand, und in beiden Partien sorgte ein Finne für den Schlusspunkt: Am Samstag hatte Toni Rajala Leonardo Genoni im Penaltyschiessen mit einem einhändig abgegebenen Schuss (!) düpiert, am Sonntag bezwang Lauri Korpikoski Pascal Caminada zum Abschluss des Shootouts. In Bezug auf den Auftritt der Mutzen waren freilich kaum Ähnlichkeiten festzustellen.

Am Samstag hatten sie gegen Biel eine 3:0-Führung preisge­geben, auf blamable Art und Weise. Im Mitteldrittel stürmten sie Mal für Mal sorglos nach vorne, verloren die Scheibe im Bereich der gegnerischen blauen Linie und ermöglichten den Seeländern so Konterchancen. Dass der Meister zweimal innert vier Tagen gegen einen vom Talent her deutlich unterlegenen Gegner einen klaren Vorsprung ver­spielte, war einer Mannschaft dieser Klasse unwürdig.

Genonis geplante Pause

Am Sonntag spielte das Team dann gegen einen von der Qualität her ebenbürtigen Widersacher deutlich konzentrierter und leidenschaftlicher, sodass sich eine intensive, spannende Partie entwickelte, die auf beide Seiten hätte kippen können. Caminada hielt in Zürich hervorragend und so den SCB im Spiel.

Der sonst so zuverlässige Stammgoalie Genoni hatte am Vortag im Derby ge­gen Biel wie zuvor schon gegen die SCL Tigers ungewohnte Schwächen gezeigt. Doch dies war nicht der Grund dafür, dass er im Hallenstadion nicht zum Einsatz kam.

«Wir haben uns schon vor zwei Wochen entschieden, Genoni vor dem Champions-League-Spiel eine Pause zu gönnen», erläutert Jalonen nach dem Match, während im Hintergrund Tristan Scherwey mit einem dicken Eisbeutel am Bein vorbeihinkt. Der Flügelstürmer blockte kurz vor Schluss einen harten Schuss des ZSC-Kanadiers Kevin Klein.

Trotz der Leistungssteigerung in Zürich: Der SCB spielt zwar attraktiv und variabel, offenbart derzeit aber ungewohnte Schwächen. Obwohl dem Team die Stilsicherheit, die es unter Jalonen bisher fast immer ausgezeichnet hat, abhandengekommen ist, scheint niemand beunruhigt zu sein.

Der Coach hebt die «geglückte Reaktion» hervor, Klubboss Marc Lüthi verabschiedet sich in bester Stimmung, und Verteidiger Maxim Noreau sagt: «Die drei Niederlagen werfen uns nicht aus der Bahn – wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind.» Diesen Beweis müssen die Mutzen schon am Dienstag im Hinspiel gegen die Växjö Lakers antreten. In der Champions Hockey League können sie anders als in der Meisterschaft nicht von einem grossen Vorsprung zehren.

Telegramm und Rangliste:

ZSC Lions - Bern 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0) n.P. 10'519 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Abegglen/Castelli. - Tore: 8. Ebbett (Noreau, Berger) 0:1. 35. Sjögren (Pestoni) 1:1. 40. (39:51) Bodenmann (Arcobello) 1:2. 56. Wick (Korpikoski) 2:2. - Penaltyschiessen: Chris Baltisberger -, Haas 0:1; Geering -, Raymond -; Korpikoski 1:1, Ebbett -; Sutter 2:1, Noreau 2:2; Künzle -, Krueger -; Haas -, Korpikoski 3:2. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 3mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Pettersson; Ebbett.

ZSC Lions:Schlegel; Klein, Seger; Sutter, Geering; Karrer, Phil Baltisberger; Guerra; Wick, Korpikoski, Chris Baltisberger; Pettersson, Sjögren, Pestoni; Künzle, Schäppi, Herzog; Kenins, Prassl, Miranda.

Bern: Caminada; Untersander, Blum; Noreau, Gerber; Andersson, Krueger; Kamerzin; Bodenmann, Arcobello, Moser; Raymond, Haas, Scherwey; Berger, Ebbett, Randegger; Burren, Heim, Meyer.

Bemerkungen:ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Shore, Flüeler, Suter und Marti. Bern ohne Pyörälä, Hischier (alle verletzt), Kämpf (krank) und Rüfenacht (gesperrt). - 17. Herzog scheitert mit Penalty an Caminada.

Rangliste: 1. Bern 27/60 (101:58). 2. Lugano 26/53 (88:62). 3. ZSC Lions 28/49 (92:73). 4. Fribourg-Gottéron 27/46 (73:78). 5. Davos 28/44 (80:88). 6. Zug 26/42 (77:66). 7. Biel 28/40 (76:82). 8. Genève-Servette 27/34 (62:76). 9. SCL Tigers 28/34 (71:84). 10. Lausanne 26/33 (74:87). 11. Ambri-Piotta 28/33 (74:85). 12. Kloten 27/21 (58:87).

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