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Bern freut sich diebisch über drei Punkte

Der Meister muss beim Tabellenführer während zweier Drittel bös unten durch, gewinnt aber 4:1. Torhüter Tomi Karhunen hält hervorragend. Stürmer Inti Pestoni sorgt für die Differenz.

Kein Durchkommen: Tomi Karhunen und Justin Krueger bremsen ZSC-Angreifer Chris Baltisberger.
Kein Durchkommen: Tomi Karhunen und Justin Krueger bremsen ZSC-Angreifer Chris Baltisberger.
Freshfocus

Tomi Karhunen ist 181 Zentimeter gross und 79 Kilogramm schwer. Ein Eishockeytor ist abzüglich der Pfosten 122 Zentimeter hoch und 183 Zentimeter breit. Die Ausrüstung macht den finnischen Torhüter noch etwas breiter. Dennoch braucht es keine grossen Rechenkünste, um zu erahnen, dass bei dieser Konstellation ein ordentliches Mass an freier Fläche bleibt.

Heute Dienstag schien Karhunen im Hallenstadion nirgendwo eine Lücke zu lassen. Die Spieler der ZSC Lions suchten und suchten sie, fanden sie aber nur ein einziges Mal. Der SCB setzte sich 4:1 durch und kam zum vierten Sieg in Folge. Und mit dem Finnen im Tor hat er nunmehr 13 von 15 möglichen Punkten geholt.

Eine Frage, die den Bernern letztlich egal sein darf und wird: War es ein gestohlener Sieg? Ja, weil der ZSC während zweier Drittel die dominierende Equipe gewesen war. Die Berner Diebe waren schnell ausgemacht – zumal sie sich alles andere als versteckt hielten: Stürmer Inti Pestoni und eben Goalie Karhunen.

Zwei Rückkehrer

Im Startdrittel parierte der Finne 13 Schüsse, nach zwei Dritteln waren es gehaltene 22 Versuche, während Karhunens Landsmann Joni Ortio in 40 Minuten im Vergleich winzige 7 Abschlüsse aufs Tor erhielt. Dennoch führte der Gast 2:1. Womit wir beim zweiten Berner Hauptdarsteller des Abends angelangt sind. Pestoni veredelte nach fünf Minuten einen Konter. Es handelte sich um die einzige erwähnenswerte Szene vor Ortio im ersten Abschnitt. Und nachdem Reto Schäppi mit seinem Direktschuss tatsächlich eine Lücke bei Karhunen gefunden hatte, legte Pestoni für Yanik Burren auf. Dem Verteidiger gelang sein erstes Saisontor.

Aber eben: Pestoni. Er machte dort weiter, wo er vor knapp zwei Monaten aufgehört hatte. Der Tessiner war in Bern endlich in Fahrt gekommen, als er sich am 25.Oktober beim Aufwärmen in Biel den Mittelfussknochen brach. Der Flügel biss auf die Zähne, absolvierte im Match noch ein paar Einsätze, musste danach Forfait geben und wochenlang pausieren. Bei seiner Rückkehr im Hallenstadion gelangen ihm prompt ein Tor und zwei Zuspiele. Beim 3:1 in der 43.Minute bediente er seinen Linienpartner Vincent Praplan.

Neben Pestoni kehrte beim SCB ein zweiter Stammspieler zurück: Justin Krueger hatte sich just im letzten Vergleich mit dem ZSC Mitte November bei einem Check von Marco Pedretti eine Rippe gebrochen.

Praplans Tor, Pestonis Glück

Der Verteidiger war samt seinen Teamkollegen von Beginn weg einem enormen Druck ausgesetzt. Der Tabellenführer spielte den Meister phasenweise schwindelig, überforderte ihn mit Technik und Tempo. Aber eben: Bern hatte Karhunen, Bern hatte Pestoni. Bern hatte auch: Glück. Und je länger die Begegnung dauerte, desto intensiver kamen die Zürcher ins Grübeln, desto vehementer beklagten sie sich bei den Schiedsrichtern Anssi Salonen und Christian Nikolic. Der Finne und der Österreicher dürften beim nächsten Sechseläuten von keiner Zunft als Ehrengäste eingeladen werden. Strittig war etwa die Szene, als Ramon Untersander im Powerplay die Scheibe verlor, den davoneilenden ZSC-Topskorer Garrett Roe mit letztem Einsatz und womöglich penaltyreif behinderte.

Den Nackenschlag verpasste den Zürchern allerdings Praplan: Nach dessen 3:1 waren Lust und Laune beim Leader passé.

Die Frage nach dem Matchwinner klärte Pestoni gleich selbst: «Der ZSC dominierte, unser Goalie hielt uns im Spiel.» Der Tessiner zeigte sich glücklich über sein Comeback. Wobei ihm die lange Zeit der Absenz versüsst wurde: Seine zweite Tochter Sofia kam zur Welt. «Allen geht es gut», sagte Pestoni und strahlte, «deshalb kann ich guten Gewissens an Spieltagen wieder häufiger weg sein.»

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