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Giulia Steingruber à la Ariella Kaeslin

Giulia Steingruber wächst Schritt für Schritt in die Rolle als Nachfolgerin von Ariella Kaeslin hinein. An den Schweizer Meisterschaften gewann die 17-jährige Ostschweizerin alle fünf Titel.

Siege im Mehrkampf, am Paradegerät Sprung, am Stufenbarren, Schwebebalken und Boden: Giulia Steingruber wiederholte am Wochenende in Bellinzona ein Kunststück, das ihrem Vorbild Ariella Kaeslin an den nationalen Titelkämpfen sowohl 2007 als auch 2010 gelungen war. Für Steingruber waren es die ersten Meisterehren als Elite-Turnerin, zuletzt hatte sie zwei Schweizer Meisterschaften verletzt verpasst.

In Bellinzona schöpfte Steingruber noch nicht einmal aus dem Vollen. Sie hatte sich nach den Sommerferien eine Fussverletzung zugezogen und vier Wochen weder Sprung noch ihr zweitstärkstes Gerät Boden trainieren können. Schafft sie es bis zu den Weltmeisterschaften in fünf Wochen, wie vor der Zwangspause neben dem "Tschussowitina" einen "Tsukahara" mit Doppelschraube sicher zu beherrschen, weist Steingruber den höheren Schwierigkeitswert auf, als Kaeslin dies je tat.

In den Gerätefinals wurde es lediglich am Schwebebalken knapp. Jessica Diacci kam bis auf einen Zehntel an die neue Dominatorin heran. Schon ihr Mehrkampf-Pensum am Samstag hatte Steingruber nach Startschwierigkeiten am Boden souverän abgespult. Sie konnte auch von Diacci, die am Schwebebalken stürzte, nicht gefährdet werden. Die zweite Herausforderin Sara Catanzaro war wegen einer Achillessehnenentzündung nicht angetreten. Sie fehlt auch am nächsten Samstag, wenn der Länderkampf gegen Deutschland und Rumänien auf dem Programm steht.

Brägger nutzt Capellis Blackout

Auch der zweite Mehrkampf-Titel ging an einen Aktiven aus dem Kanton St. Gallen. Der Sieg von Pablo Brägger entsprach allerdings einer Überraschung. Der 19-jährige Oberbürer nutzte nach einem Blackout von Titelverteidiger Claudio Capelli die Gunst der Stunde. Der Topfavorit hatte am Sprung das Brett nicht getroffen. Statt einen Überschlag mit Doppelsalto machte Capelli nur einen einfachen Überschlag, was ihn 3,6 Punkte kostete. Als Vierter büsste Capelli dennoch nur 1,7 Punkte auf den Sieger ein. Im Mehrkampf setzte sich Brägger 1,2 Punkte vor dem Aargauer Lucas Fischer und 1,65 Punkte vor dem Zürcher Pascal Bucher durch, die im Gegensatz zu ihm nicht ohne Stürze über die Runden gekommen waren. Wie Capelli dürften diese drei Turner den Sprung ins siebenköpfige WM-Team (inklusive Ersatz) geschafft haben. Das Aufgebot wird am Dienstag kommuniziert.

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