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YB zeigt dem FCZ den Meister

YB hat im Spitzenkampf gegen den FC Zürich zur Gala angesetzt und den Meister vorgeführt. Marco Schneuwly, Seydou Doumbia und David Degen erzielten die Tore zum 3:0-Sieg der sehr überzeugenden Young Boys.

Tolle Choreografie boten die Fans am YB - FCZ Match vom Mittwoch.
Tolle Choreografie boten die Fans am YB - FCZ Match vom Mittwoch.
Claudia Salzmann, Leserreporter
Mit 23'007 Besucher war das Stadion gut gefüllt.
Mit 23'007 Besucher war das Stadion gut gefüllt.
Claudia Salzmann, Leserreporter
Nach dem Match waren die Zuschauer dementsprechend in guter Stimmung.
Nach dem Match waren die Zuschauer dementsprechend in guter Stimmung.
Claudia Salzmann, Leserreporter
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Vladimir Petkovic ist nicht nur ein erfolgreicher Trainer, er ist als ehemaliger Sozialarbeiter auch eine Führungskraft mit dem Gespür für emotionale Augenblicke. Und so beorderte der YB-Coach in der 78. Minute Thierry Doubai unter grossem Jubel aufs Feld. Es war der erste Super-League-Einsatz der ivorischen Grossbegabung seit April 2008, als Doubai in Sion seinen ersten von zwei Kreuzbandrissen erlitten hatte. Und weil Petkovic gleichzeitig den überragenden Marco Schneuwly auswechselte, ermöglichte er auch dem YB-Stürmer einen Sonderapplaus. Schneuwly war beim 3:0 gegen den FC Zürich das Berner Sinnbild für einen rumdum gelungenen Auftritt gewesen. Schneuwly rannte und kämpfte, er schlug gute Pässe und schoss nach einer einstudierten Eckballvariante das frühe 1:0. David Degen hatte den Corner getreten, Emiliano Dudar den Ball am ersten Pfosten mit dem Kopf verlängert – und Schneuwly am zweiten Pfosten eingenickt.

Challandes: Lob für YB

Das 1:0 in der 17. Minute war ein erster Lohn für schwungvolle, selbstbewusste, offensive Young Boys, die das Geschehen gegen einen enttäuschenden FCZ jederzeit im Griff hatten. Vladimir Petkovic erklärte die Vorstellung gegen Zürich zur «besten Saisonleistung» und sagte: «Heute hat fast alles gestimmt: Leidenschaft, Aggressivität, Tempo, Offensivspiel.» Zürichs Coach Bernard Challandes, der frühere YB-Trainer, war enttäuscht von seinem Team, anerkannte aber gleichzeitig die Berner Dominanz («YB war sehr, sehr stark») und steigerte sich in seiner Lobeshymne auf die Young Boys zur Aussage, Real Madrid sei beim 5:2-Erfolg vor Wochenfrist in der Champions-League im Letzigrund nicht besser gewesen als dieses YB.

Doumbias grosse Show

Bei der YB-Gala war (man darf schon fast festhalten: natürlich) eine Hauptrolle für Seydou Doumbia reserviert. Kurz vor der Pause verschoss der Torjäger noch einen Foulpenalty ziemlich kläglich, als er den Ball weit übers Tor spedierte. Und kurz nach der Pause begleitete ein Teil des Publikums einen der unvergleichlichen, aber für weniger schnelle Menschen schwer nachvollziehbaren Sololäufe Doumbias mitten durch mehrere Gegenspieler mit einem verärgerten Raunen – doch wenige Sekunden (und einen herrlichen Doppelpass mit Schneuwly) später hatte der Ivorer das Publikum mit dem 2:0 bereits wieder entzückt. Der agile Doumbia war nach der Pause von den FCZ-Defensivkräften selten zu kontrollieren, er bereitete später das 3:0 David Degens vor, holte drei Verwarnungen gegen Zürcher Akteure heraus und war der Spektakelmacher, der in einer eigenen Liga spielt – und auch gestern die brillante Figur in einem sehr überzeugenden Team. Am Ende plagten Doumbia sogar Krämpfe in beiden Beinen.

Zehn Punkte vor FCZ/FCB

Begonnen hatte die attraktive Veranstaltung mit dem Leader und dem Meister in stimmungsvoller Ambiance vor 23 007 Zuschauern – und mit einer prächtigen, gelb-schwarzen Choreografie der YB-Fans. Es sollte aus Berner Sicht nicht der letzte Farbtupfer in einer einseitigen Angelegenheit bleiben. Nach dem sehr verdienten 3:0-Erfolg gegen den Champions-League-Teilnehmer FCZ liegt YB nach zehn Runden bereits zehn Punkte vor den vermutlich härtesten Titelkonkurrenten FC Zürich und FC Basel.

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