YB trifft auf Roter Stern oder Kopenhagen

Den Young Boys bleibt im Playoff zur Champions League ein Duell mit Ajax Amsterdam erspart. In der Europa League müsste der FC Thun nach Portugal oder Dänemark, falls er Spartak Moskau ausschaltet.
  • loading indicator

Es hätte schlimmer kommen können. Denn das Tableau für die letzte Runde der Champions-League-Qualifikation sah weder für die Berner Young Boys noch für den FC Basel wirklich einfach aus. Da waren Ajax Amsterdam und Celtic Glasgow und da war der FC Porto, alles ehemalige Sieger des Wettbewerbs oder dessen Vorgänger, dem Europapokal der Landesmeister.

Die Young Boys gehörten aufgrund des schwachen Koeffizienten zu den ungesetzten Teams und hätten mit etwas Lospech auf Ajax oder Celtic treffen können. Nun ist es der Sieger aus dem Duell zwischen Roter Stern Belgrad und dem FC Kopenhagen, den YB noch aus dem Weg räumen muss.

Gegen die Serben, auch sie haben den Europapokal der Landesmeister schon gewonnen, traten die Berner schon einmal an in der Qualifikation zur Champions League. 2004 war das, in der zweiten Quali-Runde, YB führte im Hinspiel zu Hause nach Toren von Stéphane Chapuisat und Adrian Eugster 2:0, gab den Vorsprung in der Schlussphase aber preis und spielte 2:2. Das Rückspiel gewann Roter Stern 3:0. Gegen den zweiten möglichen Gegner, Kopenhagen, hat YB noch nie gespielt.

Auch wenn die Berner den ganz grossen Brocken aus dem Weg gehen konnten, zollt YB-Trainer Gerardo Seoane dem Los Respekt: «Sowohl Roter Stern Belgrad als auch der FC Kopenhagen sind mit dem Punktemaximum in die neue Saison gestartet und haben ihre grossen Qualitäten in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt», lässt er sich in einer Vereinsmitteilung zitieren. «Wir sind uns bewusst, dass es in dieser Phase der Qualifikation nur sehr starke Gegner gibt. Aber wir wollen alles daran setzen, um uns den Traum von der Champions-League-Gruppenphase erneut erfüllen können.»

Porto umgangen, kommt nun Kiew?

Auch der FC Basel hatte bei der Auslosung Glück. Denn er hätte auf den FC Porto treffen können auf dem sogenannten Platzierungsweg. Porto wird sich nun, sofern es das Spiel gegen Krasnodar gewinnt, mit Istanbul Basaksehir oder Olympiakos Piräus messen. Damit bleibt für Basel noch der Sieger aus dem Duell zwischen Dynamo Kiew und dem FC Brügge, wobei hier die Ukrainer zu favorisieren sind. Bevor der Schweizer Vizemeister aber mit den letzten Spielen vor der Gruppenphase planen kann, muss er den LASK Linz besiegen.

Gegen Kiew, den 15-fachen ukrainischen Meister, hat der FC Basel in seiner Geschichte noch nie gespielt, allerdings ist dort ein Altbekannter zu Hause: Carlos Zambrano, der in der vergangenen Saison für Basel verteidigte, kehrte nach seiner Leihe wieder zurück in die Ukraine, soll aber auf der Suche nach einem neuen Verein sein. Für Basel absolvierte der peruanische Nationalspieler sieben Spiele in der Super League.

Während es gegen Kiew also noch gar keine Bilanz gibt, ist jene des FCB gegen Brügge positiv. Nur eines von vier Spielen verloren die Schweizer, dazu kommen drei Siege. Diese liegen allerdings teils schon über 40 Jahre zurück. Besonders in Erinnerung bleiben die drei Tore des ehemaligen Schweizer Nationaltrainers Ottmar Hitzfeld beim 6:4 im November 1973.

Gewinnt Basel gegen Linz, geniesst es am 20. oder am 21. August Heimrecht, genauso wie die Young Boys gegen Belgrad oder Kopenhagen. Die Rückspiele finden eine Woche später statt.

Die grossen Brocken kommen zuerst

Jeweils einen Tag nach den Spielen des Champions-League-Playoff finden die letzten Qualifikationspartien der Europa League statt. Mit dabei könnten zwei weitere Schweizer Vertreter sein: Luzern und Thun. In der dritten Qualifikationsrunde jedoch gelten sie gegen Espanyol Barcelona und Spartak Moskau als Aussenseiter.

Gewinnt der FC Luzern sein Duell gegen die Katalanen, reist er danach in den Osten. Es wartet der Sieger aus dem Spiel ZSKA Sofia (Bulgarien) - Sorja Luhansk (Ukraine). Gegen beide Teams haben die Luzerner noch nie gespielt, für Luhansk wäre es gar das erste Duell gegen ein Schweizer Team.

Dem FC Thun hingegen bleibt eine Reise in den Osten erspart. Schlagen die Berner Oberländer den Favoriten aus Russland, geht es entweder nach Portugal oder nach Dänemark, die möglichen Gegner heissen SC Braga und Bröndby IF. Die Dänen haben in ihrer Geschichte bereits gegen Aarau, St. Gallen, Servette, Zürich, YB und GC gespielt, noch nie aber gegen Thun. Und auch die Begegnung gegen Braga wäre eine Thuner Premiere.

mro

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt