YB: Sechs Tore, zwei Rekorde

Die Young Boys gewinnen gegen GC 6:1 und stellen einen neuen Punkte- und Torerekord in der Super League auf. Jan Kronig kommt bei den Bernern zum Debüt.

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Nach genau 72 Spielminuten sorgt Guillaume Hoarau fu?r einen weiteren Eintrag in den Geschichtsbu?chern der Young Boys. Denn dann knackt der Meister am Donnerstagabend einen weiteren Rekord des FC Basel. Es ist scho?n herausgespielt, das 93. YB-Saisontor. Jordan Lotomba, der erstmals nach fast einem Jahr wieder in der Startaufstellung steht, flankt von rechts hoch in die Mitte, Hoarau ko?pft ein.

Wie im Training, wie beim sommerlichen Feierabendkick unter Freunden, mit dem diese Partie gegen GC definitiv mehr gemein hat als mit einem Spiel der höchsten Schweizer Spielklasse. Hier der souveräne Meister, der sich nach dem starken Auftritt gegen den FC Basel erneut in Spiellaune präsentiert, da der inferiore Absteiger, der längst mit der Super League abgeschlossen zu haben scheint.

61 Punkte trennten die beiden Teams vor der Partie in der Tabelle, auf dem Platz scheinen es Lichtjahre zu sein. Oder wie es GC-Trainer Uli Forte sagt: «Wir waren einige Meilen vom Punktgewinn entfernt.»

Ruhig auf den Rängen

Die positivste Schlagzeile, welche Zürcher an diesem kühlen Maiabend produzieren, ist, dass die Partie zu Ende gespielt wird. Nach dem erzwungenen Spielabbruch am Sonntag in Luzern war seit Tagen darüber spekuliert worden, dass die GC-Fans auch in Bern wieder für Unruhe sorgen würden und das Spiel vorzeitig würde beendet werden müssen.

Die etwa hundert Supporter im Gästeblock verhalten sich jedoch die ganze Zeit über ruhig. Wobei: Der eine oder andere der mitgereisten Zürcher dürfte sich bald einmal gewünscht haben, dass das Treiben auf dem Platz ein schnelles und für sie einigermassen schmerzloses Ende nehmen würde.

Doch die Young Boys zeigen kein Erbarmen. Sie kombinieren, lassen den Gegner laufen und erspielen sich zahlreiche Chancen. Gianluca Gaudino, der zum zweiten Mal eine Einsatzgelegenheit von Beginn an erhält, lanciert nach 23. Minuten Roger Assalé, der Heinz Lindner kaltblütig bezwingt.

Es ist das erste Tor des Ivorers seit dem 10. Februar, und Assalé, 1.67m klein, zeigt sich auch in der Folge in Torlaune, als er bei einem Eckball von Gaudino ein Kopfballduell gegen den 17 Zentimeter grösseren Arlind Ajeti gewinnt. Gaudino veredelt seine starke Halbzeit, als er noch vor der Pause mit einem überlegten Flachschuss sein erstes Tor für die Berner erzielt.

3:0 steht es nach 45 Minuten, und die einzige Frage, welche die 22330 Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch beschäftigt, ist: Fällt der Torrekord oder fällt er nicht? Daran, dass YB an diesem Abend drei Punkte holen und diesbezüglich eine neue Bestmarke setzen würde, zweifelt längst niemand mehr. Und als Jean-Pierre Nsame eine Minute nach Wiederbeginn das vierte Tor gelingt, beginnt auf den Rängen das Warten auf das Rekordtor.

Ein Tor zu viel erhalten

Hoarau erlöst YB. Der Franzose erzielt gegen GC sogar zwei Tore und steht nun bei 23 Saisontoren, er wird in seinem fünften Jahr bei YB erstmals die Torjägerkrone gewinnen und hat in 26 Einsätzen nur sechs Tore weniger erzielt als GC in 34 Runden. Es ist eine interessante Randnotiz an einem Abend der Rekorde. Und der Debüts. Jan Kronig kommt an der Seite von Steve von Bergen erstmals in der Super League zum Einsatz und zeigt eine ansprechende Darbietung.

Trainer Gerardo Seoane kann es sich leisten, Dinge auszuprobieren und Spielern eine Einsatzgelegenheit zu bieten, die sonst nicht oder selten spielen. Der Überlegenheit der Berner tut dies keinen Abbruch. «Ich hoffe, dass diese Bestmarken lange bestehen bleiben», sagt Loris Benito. Dem Linksverteidiger bleiben noch zwei Spiele in dieser meisterlichen Mannschaft, die sich in St. Gallen und gegen Luzern ans Ausbauen der Rekorde machen kann.

Einziger kleiner Wermutstropfen fu?r YB ist, dass nach dem Schlenzer von Petar Pusic in der 63. Minute der Rekord Basels fu?r die wenigsten Gegentore in einer Saison (31) aus dem Jahr 2013 nicht mehr egalisiert werden kann.

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